Nord-Kolonnade an der Glienicker Brücke fertigt saniert

Nord-Kolonnade an der Glienicker Brücke fertigt saniert

Die Kolonnade auf der nördlichen Potsdamer Seite der Glienicker Brücke vor ihrer Sanierung. Inzwischen ist alles wieder hergestellt und die Sandsteinkonstruktion vor dem Verfall bewahrt. Foto: sg

Übergabe durch die Deuutsche Stiftung Denkmalschutz am Dienstag

Potsdam. Am kommenden Dienstag wird der Abschluss der Restaurierungsarbeiten an den Kolonnaden der Glienicker Brücke im Beisein von Oberbürgermeister Jann Jakobs gefeiert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hatte in den vergangenen Jahren durch vielfache Benefizaktionen die Restaurierung der Säulenarchitektur an dem weltbekannten Flussübergang unterstützt und insgesamt rund 110.000 Euro für die Wiederherstellungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt, um die brandenburgische Landeshauptstadt bei dieser anspruchsvollen und dringend notwendigen Restaurierungsmaßnahme an einem prägenden Kulturdenkmal zu unterstützen.

Die Standsicherheit der Kolonnaden war lange stark gefährdet. Die inneren Stahlverbindungen der aus Wünschelburger Sandstein bestehenden Säulenarchitektur waren gerostet. Die damit verbundene Volumenzunahme führte zu Rissen und gefährdete die Säulen und Gesimse der die Brücke seitlich begrenzenden Konstruktion. Die beiden Kolonnaden wurden nacheinander abgebaut und mit Edelstahlverbindungen wiedererrichtet. Auch der einzeln stehende Pylon-Pfeiler - wurde restauriert.

Die Glienicker Brücke war im 17. Jahrhundert zunächst ein schmaler Holzübergang. Nach und nach ersetzte man diesen durch zwei weitere Übergänge. Anfang des 20. Jahrhunderts folgte die "plumpe Eisenkonstruktion", über die die Fachwelt spöttelte. Den Spaziergängern und Radfahrern gefiel die Stahlträgerkonstruktion jedoch und die Brücke avancierte rasch zum beliebten Ausflugsziel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut, diente die Brücke als Grenzübergang zwischen Ost und West. Von 1953 bis zum Mauerfall im November 1989 war sie nur mit Sondergenehmigung zu passieren. Im Kalten Krieg erlangte sie zwiespältigen Ruhm als Austauschpunkt für Agenten. Seit 1990 gehört das Ensemble zum Weltkulturerbe Potsdam.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte seit 1985 aus Spenden, Erträgen ihrer treuhänderischen Stiftungen, Geldauflagen, Nachlässen und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, über eine halbe Milliarde Euro für weit über 5.200 bedrohte Baudenkmale in ganz Deutschland zur Verfügung stellen. In Potsdam förderte die DSD über 50 Objekte. Ihre Arbeit in der Landeshauptstadt unterstützt ein ehrenamtliches Ortskuratorium unter der Leitung von Ines C. Koch. red / sg

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