"Warum darf der Bürger das nicht entscheiden?"

Die Initiative „Stadtmitte für alle“ möchte die FH Potsdam erhalten und umnutzen

Time to say Good bye.“ Wenn die Initiative „Stadtmitte für alle“ mit ihrem Kaufangebot endgültig scheitert, wird die FH aus dem Stadtbild sehr bald verschwinden.Foto: Privat

Potsdam. Eigentlich ist es beschlossene Sache: 43 Bewerber werden mit ihren Gestaltungskonzepten um die Gunst der Stadtväter ringen, und das Gebäude der in die Jahre gekommenen FH wird zeitnah abgerissen. 2018 soll dann mit dem Bau einer bunten, belebenden Nutzungsmischung im architektonischen anpassenden Stil begonnen werden. Nicht alle Potsdamer sind offenbar von dieser Idee zu begeistern.
André Tomczak, Sprecher der Initiative „Stadtmitte für alle“ will eine politische Lösung einer rein wirtschaftlichen Betrachtung vorziehen. Ziel soll es vor allem sein, den bestehenden Gebäudekomplex zu erhalten und nur im Kern zu sanieren. Die spätere Nutzung stellt sich der Kunsthistoriker entsprechend anders vor: „Es sollte ein Haus für die Stadtwirtschaft entstehen, ein Ort für die umfangreiche Potsdamer Wissenschaftslandschaft. Warum darf über diese Idee nicht der Bürger entscheiden?“
Die Initiative selbst hatte dafür verspätet ein Kaufangebot abgegeben, dass zudem nicht finanziell überzeugend schien. Das Angebot wurde abgelehnt. Aufgrund der politischen Komponente fühle man sich nicht an diese Frist gebunden, erklärt Tomczak und er ergänzt: „Die Finanzierung für unser Vorhaben haben wir über Stiftungen im Griff.“ Der Plan sei es ja auch nicht, den gesamten, ausgeschriebenen Komplex zu erwerben, sondern lediglich das Gebäude der FH. „In diesem Kontext geht unser Angebot exakt auf,“ weiß der Sprecher der Initiative. Die „Sanierungsträger Potsdam GmbH“  informiert dazu in ihrer aktuellen Pressemitteilung: „Solange die Politik keine abweichenden Entscheidungen trifft…..wird das Investorenauswahlverfahren wie geplant weitergeführt.“ André Tomczak möchte genau diese abweichenden, politische Entscheidungen herbeiführen und sieht dafür eine Chance von etwa 30 Prozent.
Mit Plakataktionen, Aufklärungsveranstaltungen und Bürgerbefragungen, in letzter Konsequenz aber auch mit einem Bürgerbegehren, wird deshalb die Initiative für Ihre Idee werben und versuchen, damit eine politische Wende herbeizuführen.

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