Bewilligungen von Agrarfördermitteln erreichen Rekordwert

Bewilligungen von Agrarfördermitteln erreichen Rekordwert

Die Förderungen im Afrarsektor erreichen 2017 in Brandenburg Rekordwerte. Foto: Bernd Kasper | pixelio.de

Fast ein Viertel geht an Bio-Bauern

Potsdam. Die Auszahlungen in den Agrarumweltprogrammen für Antragssteller aus dem Land Brandenburg erreichen 2017 einen neuen Rekordwert. "Mit dem Abschluss der Zahlungen für 2016 können wir eine sehr gute Bilanz ziehen. Insgesamt 46,5 Millionen Euro wurden in den vergangenen Wochen für die Umsetzung der Förderprogramme in den Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, den ökologischen Landbau sowie für Natura 2000 - das größte Naturschutzprogramm der EU - ausgezahlt", teilte Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger m Freitag in Potsdam mit.

Im Dreiklang der Fördermaßnahmen ist der ökologische Landbau eine feste Größe und wird mit rund 24,7 Millionen Euro unterstützt. Rund 17,8 Millionen Euro fließen in die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen und weitere 3,8 Millionen Euro werden für den Ausgleich von Nutzungseinschränkungen in den Natura 2000-Gebieten gezahlt.


Größtes Teilprogramm Ökologischer Landbau

Der Anstieg deckt sich auch mit dem weiter wachsenden Anteil der Flächen im ökologischen Landbau. Das finanziell umfangreichste Programm mit Umweltbezug ist die Förderung der Bio-Bauern. Sie erhalten neben der Förderung, die alle Landwirte beanspruchen können, eine Unterstützung aus öffentlichen Geldern für den mit dem Ökolandbau verbundenen Mehraufwand. Vogelsänger kündigte erneut an, diese Förderung weiterhin sicherzustellen: "Dies ist keine Selbstverständlichkeit, denn auch im Agrar- und Umweltbereich kann jeder Euro nur einmal ausgegeben werden."

Da Brandenburg mit den von der EU zur Verfügung stehenden Fördermitteln auskommen muss, stellt dies das Land alljährlich vor große Herausforderungen. Mit 145.812 Hektar ökologischer Anbaufläche ist nach Auswertung des Brandenburger Agrar- und Umweltministeriums im Land in diesem Jahr auch der höchste Wert seit der statistischen Erhebung der Anbauzahlen erreicht worden. Die über das Programm Ökologischer Landbau geförderte Fläche liegt unterhalb der tatsächlich ökologisch bewirtschafteten Fläche, da auch andere Förderprogramme bereit stehen, wie zum Beispiel die Grünlandextensivierung oder moorschonende Stauhaltung.


Weitere Extensivierungsprogramme

Wer sein Grünland besonders extensiv bewirtschaftet und auf den Einsatz chemisch-synthetischer Düngemittel und Pflanzenschutz verzichtet, erhält für den damit verbundenen Ertragsausfall eine Prämie in Höhe von 140 Euro. In definierten Gebieten des Gewässerschutzes gibt es einen Zuschlag von 50 Euro pro Hektar, wenn insgesamt auf Düngung verzichtet wird. Das ist aktiver Gewässerschutz. Für die Pflege von Flächen mit Schafen und Ziegen auf extensiv genutztem Grünland gibt es einen Weidezuschlag von 50 Euro je Hektar.

Brandenburger Heiden und Trockenrasen werden ebenfalls mittels Beweidung gepflegt. Der Ausgleich beträgt bis zu 294 Euro pro Hektar. Die Einhaltung verschiedener Nutzungstermine wurde auf rund 27.000 Hektar beantragt und ist ein wirksamer Beitrag zum Schutz von Brutvögeln, Amphibien und seltenen Pflanzen. Erstmalig wurde in diesem Jahr die moorschonende Stauhaltung ausgezahlt. Auf insgesamt 395 Hektar wird einmalig in Deutschland eine Bewirtschaftung durchgeführt, die in besonderem Maße zum Erhalt der Moore auf Grünland beiträgt. Zum Erhalt von Moorflächen trägt auch die Umwandlung von Ackerland in extensives Grünland auf rund 100 Hektar bei.

Mittelbar für die touristische Vermarktung von Brandenburgs bekanntester Reiseregion wirkt sich ein kleines Sonderprogramm aus, von dem Landwirte im Spreewald profitieren. Sie erhalten 170.574 Euro, um die in diesem Flussdelta typische Landbewirtschaftung zu gewährleisten. Übrigens wurde auf Initiative Brandenburgs wieder die Möglichkeit eingeführt, ohne großen bürokratischen Aufwand Blühstreifen und Bejagungsschneisen im Mais anzulegen. In rund 37.000 Hektar Mais liegen nun diese Streifen.  red / sg

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