Potsdamer Biosphäre bleibt tropisch

Potsdamer Biosphäre bleibt tropisch

Tropenhalle soll saniert und ausgebaut werden und soll durch mehr Gastronomie punkte

Teure Touristenattraktion: Die Biosphäre bleibt den Potsdamern erhalten. Fotos: RiB

Potsdam. „Irgendwann ist auch mal Schluss mit den Vorschlägen“, sagte Jann Jakobs, „irgendwann müssen wir auch entscheiden.“ Entschieden wurde nun, dass die Biosphäre als Tropenhalle erhalten bleibt. Das sollen die Stadtverordneten am 3. Mai beschließen. 

Nachdem die Vorschläge, die eine Kita, Gesamtschule oder sonstige soziale Infrastruktur vorsahen, beerdigt wurden, ging die Suche nach einer sinnvollen Nutzung weiter: Eine Tropenhalle mit Jugendzentrum und Naturkundemuseum, eine Mehrzwecksporthalle mit Beachvolleyball und Fitnessstudio oder eine Eishockeyhalle. Diese Varianten haben Mitarbeiter der Stadt analysiert, bewertet und durchgerechnet. Doch da die Biosphäre als Tropenhalle erbaut ist, kamen auch die Rechenschieber zu dem Ergebnis, dass jede andere Nutzung kostspieliger ist. Nach den Plänen einer modifizierten Tropenhalle, die am Mittwoch im Rathaus vorgestellt wurden, muss die Landeshauptstadt im Jahr 1,9 Millionen Euro in die Halle stecken. Derzeit sichert die Stadt den Betrieb jährlich mit eineinhalb Millionen Euro.
„Die Halle sollte erhalten bleiben und der Öffentlichkeit weiter als Tropenhalle zur Verfügung stehen“, findet Jakobs.

Privater Betreiber gesucht


Denn die touristische Attraktion ist auch als außerschulischer Lernort für Schulklassen und  tropische Eventlocation äußerst beliebt. Im vergangenen Jahr  besuchten knapp 152.000 Besucher das Tropenerlebnis auf 5.000 Quadratmetern. Nun sucht die Stadt erneut einen privaten Betreiber, der die Biosphäre als touristische Einrichtung für mindestens 20 Jahre übernimmt und die rund 40 Arbeitsplätze sichert. Dafür soll im Juni ein EU-weites Wettbewerbsverfahren gestartet werden. Sollte keines der eingereichten Konzepte überzeugen, würde die Biosphäre GmbH von der Stadt übernommen werden. Derzeit gehört das Unternehmen zur städtischen Bauholding Pro Potsdam.

Die Ausschreibung - die dritte seit 2007 - sei aber Vorschrift, erklärte Pro Potsdam-Chef Bernd Nicke. Die Stadt wird also - statt wie vom Stadtparlament gefordert - die jährlichen Kosten nicht reduzieren, sondern steigern. Die 1,9 Millionen hoffen die Verantwortlichen in Zukunft deutlich senken zu können. Denn die Nutzungsbeschränkungen, die an die Vergabe der Fördermittel beim Bau festgelegt wurden, laufen Ende des Jahres ab. Dann könnten neue gastronomische Einrichtungen auch zahlende Gäste, die nicht die Biosphäre besuchen, anlocken. Außerdem können dann kommerzielle Events für mehr Geld sorgen.

Bis dahin kostet die Tropenhalle weiter viel Geld. Die Außenfassade ist marode, die Glas-Stahl-Konstruktion korridiert, und wird in den nächsten beiden Jahren für 6,5 Millionen saniert. Außerdem ist das Inventar teilweise 15 Jahre alt. Für Investitionen in Toiletten, Technik und Gastronomie müssen weitere 3,5 Millionen ausgegeben werden. RiB

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