Vier neue Unternehmen Mitglied der Umweltpartnerschaft

Nachhaltiges Wirtschaften zahlt sich aus

Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger. Foto: brandenburg.de

Potsdam. Anlässlich des Jahresempfangs der Umweltpartnerschaft Brandenburg haben Umweltminister Jörg Vogelsänger und Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer am Freitag vier neue Unternehmen in das zwischen dem Land, den IHK, den HWK und der UVB vereinbarten Kooperationsprojekt aufgenommen. Ein weiteres Unternehmen hat mit der EMAS Zertifizierung die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Umweltpartnerschaft erfüllt und erhält auf dem Jahresempfang seine EMAS-Zertifizierungsurkunde.

Die Transport und Fördertechnik GmbH Wustermark (TRAFÖ) ist seit 1990 eine der führenden Firmen im Bereich Gabelstapler und Lagertechnik in Berlin-Brandenburg. Das Unternehmen bietet eine breite Palette von Neu- und Gebrauchtstaplern, Mietstaplern, Mietarbeitsbühnen, Ersatzteilen, Staplerfahrerschulung und den kompletten Service rund um das Thema Flurförderzeug. Als erster vom TÜV zertifizierter Dienstleister der Branche hat sich die TRAFÖ zum Ziel gesetzt, nachhaltig und umweltbewusst zu wirtschaften. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen für den Erwerb des Brandenburger Umweltsiegels und damit für die Teilnahme an der Umweltpartnerschaft Brandenburg entschieden.

Sorgsamer Umgang mit Ressourcen

Der sorgsame Umgang mit Ressourcen zum Schutz der Umwelt ist bei der TRAFÖ GmbH ein fester Bestandteil der Unternehmensführung: So verpflichtet sich das Unternehmen zur kontinuierlichen Verbesserung des Umweltschutzes, um Umweltbelastungen zu vermeiden beziehungsweise um negative Umwelteinwirkungen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Vertretbarkeit durch den Einsatz moderner Technik zu verringern. Im Herbst wurde der Aufbau eines Umweltmanagementsystems durch den Erwerb des Brandenburger Umweltsiegels ausgezeichnet.

Die Rheinsberger PreussenQuelle GmbH produziert seit 2007 Mineralwasser. Für zwei seiner Wasser erhielt es im vergangenen Jahr von der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e. V. die Erlaubnis, sie als "Bio-Mineralwasser" zu kennzeichnen und zu vermarkten. Das Unternehmen erfüllt die Anforderungen an das Europäische Umweltaudit- und Managementsystem EMAS und ist von der IHK Potsdam in das EMAS-Register eingetragen worden.

EMAS ist eine der Zugangsvoraussetzungen zur Umweltpartnerschaft und gilt als das qualitativ hochwertigste Umweltmanagementsystem. Im Vergleich zu anderen Systemen, wie zum Beispiel ISO 14001, Brandenburger Umweltsiegel oder Ökoprofit beruht es auf öffentlichem Recht und besitzt wegen der Vorgaben zur Zulassung und Überwachung der zertifizierenden Umweltgutachter und durch die von dem Gutachter zu validierende Umwelterklärung eine hohe Transparenz und Glaubwürdigkeit.

Das Rheinsberger Unternehmen ist Initiator oder Partner regionaler Projekte mit Umweltbezug, vor allem im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Hierzu gehört der Schutz des Schulzensees in Zühlen, ein gemeinsames Schulprojekt unter dem Motto "WasserWertschätzen.

Kreidezeitfenster aus Bernau

In der HFBB Holzfensterbau Bernau GmbH werden 70 Mitarbeiter an den Standorten Bernau bei Berlin und Forst / Lausitz beschäftigt. Das Unternehmen fertigt aus Überzeugung ausschließlich Fenster und Türen aus Holz. Der Handwerksbetrieb hat sich auf die individuelle Fertigung spezialisiert und hebt sich insbesondere durch selbstentwickelte Fensterprofile und Dichtungssysteme ab.

Seit 2009 wurde die Marke "Kreidezeitfenster" etabliert. Diese Fenster werden von Hand ausschließlich mit Originalprodukten der Firma Kreidezeit - Holzlasur oder Standölfarbe - gestrichen. Kreidezeitfenster sind ökologisch, nachhaltig, pflegearm und einfach nachzustreichen. Es wird zudem darauf geachtet, dass zertifizierte Hölzer verwendet werden. Andere Materialien werden aus Gründen der nicht vorhandenen Nachhaltigkeit abgelehnt.


Wunderbare, handwerklich gefertigte Spinnräder wie von anno dazumal

Anne und Reinhard Henkys aus Carmzow-Wallmow sind Inhaber des kleinen Familienunternehmens Drechslerwerkstatt Wallmow GbR im Landkreis Uckermark. Der Handwerksbetrieb hat sich auf die individuelle Fertigung von Spinnrädern spezialisiert. Familie Henkys fertigt seit 1983 Spinnräder in handwerklicher Tradition. Jedes Spinnrad wird von ihnen nach der Fertigstellung angesponnen und ausprobiert, bevor es die Werkstatt fertig montiert verlässt.

Zudem werden Kurse und individuelle Beratung angeboten. Die Garantiezeit beträgt je nach Produkt zehn beziehungsweise 20 Jahre. Die Spinnräder sollen als langlebiges, Ressourcen sparendes und gesundheitlich unbedenkliches Produkt an die Kundschaft gehen. Bei der Beschaffung des Materials wird auf regionale, zertifizierte Hölzer orientiert. Für die Produktion in der Werkstatt wird ausschließlich Ökostrom genutzt. Heizenergie wird ausschließlich durch Verbrennen von Holzabfällen sowie durch eine Wärmepumpe erzeugt.

Die MTU Aero Engines AG ist ein weltweit agierender Konzern und Deutschlands führender Triebwerkshersteller für zivile und militärische Anwendungen. Der Sitz der Muttergesellschaft ist in München. Das Unternehmen ist an 14 Standorten weltweit vertreten, erwirtschaftet einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro und beschäftigt 9.000 Mitarbeiter.

Nachhaltige Triebwerkstechnik

Die MTU Maintenance Berlin-Brandenburg GmbH ist in den Bereichen Triebwerks- und Industriegasturbinentechnik tätig. Das in Ludwigsfelde angesiedelte Unternehmen überholt und repariert Industriegasturbinen sowie Flugzeug- und Hubschraubertriebwerke und testet diese vor der Auslieferung an ihre Kunden auf speziellen Prüfständen. Diese sind eine der weltweit größten und modernsten Prüfstände für Industriegasturbinen.

Beschäftigt sind derzeit 679 Mitarbeiter im Normal- und Schichtbetrieb. Der Brandenburger Standort ist seit 80 Jahren mit der Instandhaltung ziviler und militärischer Triebwerke verbunden. MTU beschäftigt Hoch- und Fachhochschulabsolventen aus den Bereichen Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Betriebswirtschaftslehre. Ausgebildet werden Industriemechaniker, Fluggerätemechaniker und Industriekaufleute.

Bei MTU Maintenance Berlin-Brandenburg GmbH wurde 2003 ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 aufgebaut und eingeführt. 2010 erfolgte die erste Zertifizierung des Arbeitsschutzmanagementsystems nach BS OHSAS 18001. 2005 begann die Zusammenführung aller vorhandenen Managementsysteme zu einem integrierten System.

Im vergangenen Jahr haben weitere Unternehmen die Zugangsvoraussetzungen für die Aufnahme in die Umweltpartnerschaft erfüllt. Dazu gehören die Lenz Stahlhandel GmbH, Vogelsdorf, die ETB Electronic Team Beratungs- und Vertriebs GmbH, Am Mellensee-Klausdorf, die Heicon Unternehmensgruppe, Lübbenau, die Firmengruppe Esco Verpackungen Streich und Co. GmbH, die INGO-Pappen-Papier Bruno Haak GmbH und Co., die IP- Transporte GmbH, Schönwalde-Glien sowie die Gebrüder Kümmel und Co. GmbH, Vetschau  und die Confiserie Felicitas GmbH aus Spremberg.

Umweltpartnerschaft seit 18 Jahren

1999 haben das Land Brandenburg und die brandenburgische Wirtschaft die Umweltpartnerschaft ins Leben gerufen, um stärker auf die Eigenverantwortung der Unternehmen für einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu setzen. Wenn sich teilnehmende Unternehmen freiwillig für ein Umweltmanagementsystem oder für eine Zertifizierung nach den EMAS-Standards entscheiden und somit freiwillige Umweltleistungen über den gesetzlichen Standard hinaus erbringen, können sie im Rahmen der Umweltpartnerschaft von verwaltungstechnischen Erleichterungen bei Genehmigungsverfahren oder Kontrollen durch die Umweltbehörden profitieren.

Derzeit beteiligen sich an der Umweltpartnerschaft Brandenburg über 60 Unternehmen - vom Handwerksbetrieb bis zum Großunternehmen mit über 1.000 Beschäftigten. Die Mitgliederzahlen waren in den vergangenen Jahren im Wesentlichen stabil. Für Unternehmen, die in das EMAS-Register eingetragen sind, ist dort eine Branchenzuordnung gemäß der internationalen Klassifikation der Wirtschaftszweige nach NACE-Code angegeben.

Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Umweltpartnerschaft sind eine gültige EMAS-Validierung, eine Zertifizierung nach ISO 14001, das "Brandenburger Umweltsiegel im Handwerk / für KMU" oder andere messbare betriebliche Umweltleistungen, die über die gesetzlichen Standards hinausgehen. Die Voraussetzungen müssen je nach Gültigkeit der Zertifizierung regelmäßig nachgewiesen werden. Wird die Zertifizierung nach Ablauf nicht erneuert, sind die Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Umweltpartnerschaft nicht mehr gegeben. Nach heutigem Stand führen 35 Unternehmen das Brandenburger Umweltsiegel, die gleichzeitig Teilnehmer der Umweltpartnerschaft sind.   red / sg


Das jeweils aktuelle Teilnehmerverzeichnis ist auf der Seite der Umweltpartnerschaft www.umweltpartnerschaft.de zu finden.

Weitere Informationen auch auf www.emas-register.de.

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