Sofortiges Baurecht für 9.000 Wohnungen

Sofortiges Baurecht für 9.000 Wohnungen

Im Bornstedter Feld wird bereits kräftig gebaut. Insgesamt 3.000 Wohnungen können hier in der nächsten Zeit entstehen. Foto: sg

Potsdam hat Potenziale für 16.000 Wohnungen in den kommenden Jahren

Potsdam. Bauanträge für fast 10.000 Wohnungen könnten nach bestehenden Bebauungsplänen in Potsdam problemlos genehmigt werden, denn für die benötigten Flächen gibt es bereits Baurecht. Das aktualisierte Wohnungspolitische Konzept der Landeshauptstadt sieht nach derzeitigem Stand Potenziale für insgesamt 16.000 neue Wohnungen bis in die 30er Jahre dieses Jahrhunderts vor.

Besonderen Wert lege man dabei auf eine höhere Auslastung vorhandener Flächen. Das bedeutet, dass vor allem Flächen für Einzelhäuser ab zwei Wohnungen und Geschossbauten ab 20 Wohnungen in den Bebauungsplänen ausgewiesen werden, erläuterte Erik Wolfram vom Bereich Stadtentwicklung am Donnerstag. Mit der jetzt vorgelegten Analyse der Wohnungsbaupotenziale beschäftigen sich am 6. April die Stadtverordneten.

Favorisiert werden Mehrfamilienhäuser, bei denen in die Höhe gebaut wird, da sie die Erschließung erleichtern und teilweise auf bereits vorhandene Anschlüsse zurückgreifen können. Auf 83 Prozent der ermittelten Flächen können Wohnungen in Geschossbauweise errichtet werden. Gleichzeitig sind die Flächen für mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraum geeignet. Neben den rund 3.000 Wohnungen, die zwischen der Pappelallee und Nedlitz entstehen sollen, gibt es Platz für etwa 3.000 weitere Wohnungen im Bereich des Brauhausberges und des ehemaligen Straßenbahndepots an der Heinrich-Mann-Allee. In Krampnitz und Fahrland können rund 2.400 Wohnungen entstehen und für Golm und Eiche sind etwa 1.800 Wohnungen vorgesehen.

Kleinere Flächen für Neubauten entstehen außerdem durch Verdichtung in den Wohngebieten südlich der Havel. In der Waldstadt gebe es die Möglichkeit, durch die Bebauung von derzeitigem Garagenland unter anderem barrierefreie Wohnungen für Menschen zu bauen, die bereits im Viertel wohnen und ihre angestammte Umgebung auch im Alter nicht verlassen wollen.

Ein Viertel der zur Verfügung stehenden Grundstücke auf Potsdamer Stadtgebiet ist Eigentum der Stadt oder der Pro Potsdam. Um auch die noch bestehenden Lücken in der Innenstadt sinnvoll nutzen zu können, entsteht zurzeit in Zusammenarbeit mit der Uni Potsdam im Rahmen einer Masterthesis ein so genanntes Baulückenkataster. Gefördert werden sollen dann auch Neubauten in der historischen Mitte, beispielsweise am jetzigen Standort der Fachhochschule, damit auch an zentralen Punkten der Stadt bezahlbarer Wohnraum entstehen kann.

Eine Neuerung in der Potsdamer Vergabepraxis stellt die Bereitstellung von Grundstücken ausschließlich für Baugemeinschaften dar, wie sie im Bornstedter Feld erstmalig festgelegt wurde. Mittlerweile gibt es vier Baugruppen für die fünf ausgewiesenen Grundstücke, die noch weitere Mitglieder suchen. Interessierte können sich beim zweiten Baugemeinschaftstag am 9. April direkt mit Vertretern der einzelnen Gruppen in Verbindung setzen. Der Vorteil solcher Baugruppen ist, dass Bauherren schon bei der Planung direkt mitbestimmen können, wie und mit wem sie zusammen wohnen wollen. So sollen im Bornstedter Feld beispielsweise Mehrgenerationenhäuser entstehen, von denen letztlich alle profitieren. Der Infotag findet von 10 bis 14 Uhr im Treffpunkt Freizeit statt.  sg


 

2. Potsdamer Baugemeinschaftstag
am Samstag, den 9. April von 10 bis 14 Uhr
im Treffpunkt Freizeit,
Am Neuen Garten 64,
14469 Potsdam.

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