Warten auf den Oscar

Warten auf den Oscar

Stolz zeigt Bernhard Henrich (l.) Medienstaatssekretär Thomas Kralinski Bilder vom „Oscar-Luncheon“ kürzlich in Los Angeles. Im Vordergrund der Tisch, den Henrich in Babelsberg für das CIA-Büro nachbauen ließ. Foto: sg

"Bridge of Spies" für sechs Oscars nominiert

Das riesige DDR-Emblem wurde extra für "Bridge of Spies" nachgebaut und in der Mitte der Glienicker Brücke aufgehängt. Foto: sg

Potsdam. Studio Babelsberg hat allen Grund zur Hoffnung. Der im Herbst in den Kinos gestartete Agententhriller "Bridge of Spies" - Der Unterhändler" ist für insgesamt sechs Oscars nominiert.

Aus Babelsberger Sicht ist dabei vor allem die Nominierung für das beste Szenenbild interessant, das von Bernhard Henrich mit seinem Team von Handwerkern in den Werkstätten des Studios geschaffen wurde. Für die Innenräume an den unterschiedlichen Drehorten hat Henrich nicht nur auf vorhandenes Mobiliar zurückgegriffen, sondern was nicht passte einfach nachbauen lassen. So ist beispielsweise in nur zwei Tagen ein historischer englischer Schreibtisch in der passenden Größe neu entstanden - und sieht, mindestens im Film, in dem er das CIA-Büro ziert, täuschend echt aus. Das Original hatte Henrich in einem Londoner Fundus entdeckt - es war aber zu klein.

Der erfahrene Szenenbildner scheut sich nicht, weit zu reisen, um die richtige Ausstattung für einen Film zu finden. Zurzeit fliegt er allerdings nur noch zwischen Empfängen und Preisverleihungen hin und her - und strahlt über das ganze Gesicht. Denn vor den Oscars waren am vergangenen Wochenende die britischem Film Awards (Bafta) an der Reihe. Dort konnte sich "Bridge of Spies" nicht gegen "Mad Max" durchsetzen, deshalb ist die Hoffnung auf den Oscar nun umso größer. Für Henrich ist jedoch schon die simple Nominierung Ehre und Freude genug. Und er will auch sein Team davon profitieren lassen.

Bernhard Henrich ist das, was man heute einen Self-Starter nennt. Der 63-Jährige begann als Schaufenstergestalter im saarländischen Niederwürzbach. In den frühen 1970er Jahren kam er als Theaterplastiker ans Berliner Schillertheater. Später wechselte der Autodidakt als freischaffender Szenenbildner in die CCC Studios von Artur Brauner.

Seit 1993 arbeitet der weitgereiste und längst international gefragte Set Decorator in Babelsberg. Damals wurde noch massiv gebaut, erzählt Henrich, heute sei alles viel leichter. Das trifft allerdings nicht für das riesengroße DDR-Emblem zu, das für "Bridge of Spies" nachgebaut und am Originalstandort in der Mitte der Glienicker Brücke aufgehängt wurde. Wie der Schreibtisch für das imaginäre CIA-Büro haben auch Hammer und Sichel mittlerweile einen Platz Babelsberger Fundus bekommen.  sg

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