Brandenburgs Handwerk verliert engagierten Präsidenten

Brandenburgs Handwerk verliert engagierten Präsidenten

Elektromeister Jürgen Rose stand viele Jahre an der Spitze der Potsdamer Handwerkskammer. Foto: HWK Potsdam

Jürgen Rose nach schwerer Krankheit verstorben

Potsdam. Brandenburgs Handwerk trauert um Jürgen Rose. Der Elektromeister aus Kleinmachnow war seit 2012 Präsident der Potsdamer Handwerkskammer und zuvor bereits als Vizepräsident für die Kammer tätig. Am vergangenen Sonntag ist Rose im Alter von nur 64 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.

Während seiner Tätigkeit für die Handwerkskammer war Jürgen Rose auch Präsident des Landes-Handwerkskammertages. Der Kleinmachnower war in zweiter Generation Inhaber eines Elektrobetriebes, den seine Familie weiterführen wird. Die bloße Repräsentation lag Rose nicht. In der Rolle des Präsidenten der Handwerkskammer hat er sich deshalb auch als Gestalter des regionalen Handwerks verstanden und stand der Politik als Ansprechpartner zur Verfügung. Mit großem Einsatz hat er sich für die Aus- und Weiterbildung im Handwerk engagiert und die Werbetrommel für die betriebliche Ausbildung in Brandenburg gerührt. Denn Rose wusste, wie wichtig der Fachkräftenachwuchs für die regionalen Betriebe ist.

In diesen Zusammenhang fällt auch und die technische Weiterentwicklung des Zentrums für Gewerbeförderung in Götz, für die er sich mit viel Engagement eingesetzt hat. Bereits 2007 war Rose für seine Verdienste die "Goldene Ehrennadel des Handwerks" verliehen worden. Denn auch vor seiner Tätigkeit für die Handwerkskammer Potsdam lag ihm das Handwerk in der Region am Herzen. Das konnte er bereits als Obermeister, stellvertretender Landesinnungsmeister und Kreishandwerksmeister unter Beweis stellen.

Wie stark das Engagement des Kammerpräsidenten Brandenburg beeinflusst hat, betonte auch Ministerpräsident Dietmar Woidke in einem Kondolenzschreiben. Jürgen Rose habe dazu beigetragen, das Land in den vergangenen 25 Jahren mit aufzubauen. Schon bald nach der Neugründung Brandenburgs habe er sich ehrenamtlich engagiert und sei nicht nur für das Elektro-, sondern für das gesamte Handwerk Westbrandenburgs ein Glücksfall und ein zuverlässiger und ernstzunehmender Vertreter der Kammer gewesen, so Woidke.

Wie es an der Spitze der Handwerkskammer weitergehen wird, soll der Vorstand bei einer Sitzung in der letzten Februarwoche entscheiden. Möglich ist eine außerordentliche Vollversammlung im März, die den neuen Präsidenten wählt. Spricht sich der Vorstand gegen diese Lösung aus, müssten die beiden Vizepräsidenten Robert Wüst und Thomas Erdmann die Geschäfte des Präsidenten bis zur nächsten regulären Vollversammlung im Juni übernehmen. Metallbaumeister Robert Wüst aus der Prignitz vertritt bislang als Vize die Arbeitgeberseite, Elektromeister Thomas Erdmann gehört einem mittelmärkischen Unternehmen an und vertritt die Arbeitnehmer. sg

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