Zweite Pegida-Demo bleibt friedlich

Zweite Pegida-Demo bleibt friedlich

Rund 250 Pegida-Anhänger, erwartet wurden 1.000, versammelten sich auf dem Bassinplatz, zum Marsch durch die Stadt kam es aber nicht.Fotos (2): RiB

Rund 1.000 Gegendemonstranten verhindern erneut „Abendspaziergang“ der Pegida-Anhänger

Über 800 Beamte sicherten die beiden Demonstrationen und verhinderten Ausschreitungen. Angeforderte Räumfahrzeuge und Wasserwerfer mussten nicht eingesetzt werden.

Potsdam. Auch die zweite Pegida-Demonstration in der Potsdamer Innenstadt wurde von rund 1.000 Gegendemonstranten verhindert. Dank eines großen Polizeiaufgebots von über 800 Beamten, darunter Einsatzteams aus Sachsen, Hamburg und Berlin, blieben beide Demonstrationen weitesgehend friedlich.

Gegen 18 Uhr trafen die ersten Pegida-Anhänger am Bassinplatz ein. Am gleichen Ort - getrennt durch die Kirche St. Peter und Paul - und zahlreiche Absperrgitter - fand ein Fest für Toleranz und Weltoffenheit, organisiert vom Bündnis „Potsdam! bekennt Farbe“, statt. OB Jann Jakobs und Ministerpräsident Dietmar Woidke riefen beide zum friedlichen Widerstand gegen rechtes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit auf. Vereinzelt wurden von den Gegendemonstranten Böller und bengalische Feuer geworfen, ansonsten blieb es aber bei verbalen Auseinandersetzungen, die seitens der 1.000 Potsdamer auch mit Schlagermusik von Matthias Reim und Modern Talking geführt wurde.

Als sich die rund 250 Pegida-Anhänger gegen 20 Uhr in Bewegung setzten, kamen sie auch dieses Mal nicht weit. Vom Bassinplatz ging es rund 200 Meter auf der Gutenbergstraße entlang. Noch vor der Friedrich-Ebert-Straße wurden sie von den Gegendemonstranten aufgehalten. Die ständig präsente Polizeikette trennte im Gegensatz zur ersten Pegida-Demo am 13. Januar beide Lager konsequent voneinander.

Die rechten Demonstranten zogen sich auf den Bassinplatz zurück. Die Versammlung der Asylkritiker wurde in Absprache von Polizei und Veranstalter Christian Müller aufgelöst. Im weiteren Verlauf des Abends kam es trotzdem noch zu einzelnen Zusammenstößen zwischen den Demonstranten sowie zwischen linken Gewalttätigen und der Polizei, die mit Steinen beworfen wurde. Die aus Hamburg angeforderten Wasserwerfer wurden zwar am Potsdamer Hauptbahnhof in Stellung gebracht, mussten aber nicht eingesetzt werden.

Trotz des zweiten misslungen Anlaufs, ihren „Abendspaziergang“ durch Potsdam anzutreten, wollen die größtenteils aus Berlin kommenden Pegida-Anhänger wiederkommen. Für nächsten Mittwoch ist die nächste Demonstration angekündigt. Die Potsdamer linke Szene sowie Vereine und Bündnisse haben bereits angekündigt, dem mit „langem Atem“ zu begegnen.  RiB

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