VBB-Karte speichert Bewegungen

VBB-Karte speichert Bewegungen

Fahrgastverband deckt Datenleck beim Verkehrsverbund Berlin und Brandenburg auf

Potsdam/Berlin. Die in Berlin und Brandenburg eingesetzte VBB-Fahrcard speichert Bewegungsdaten und kann so Daten der Kunden, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, erstellen. Wie der Berliner Fahrgastverband IGEB am Montag mitteilte, betrifft das hunderttausende Abo-Kunden der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH (VBB).

Seit 2012 wurde die elek-tronische Fahrkarte schrittweise für alle Kunden mit Zeitkarten eingeführt und ersetzte den klassischen Papierfahrschein. Der Berliner Fahrgastverband machte den Praxistest und fand heraus, dass auf den elektronischen Karten Daten wie das Datum und die Uhrzeit sowie die Station, an der die Fahrcard an einem Kontrollgerät vorbeigeführt wurde, gespeichert sind. Um diese auszulesen ist lediglich eine App notwendig. „Das  Handyprogramm ‚MyTrac‘ erlaubt es jedem, mit dem eigenen Smartphone beliebige elektronische Fahrkarten auszulesen“, so IGEB.

Sollten sich die Ergebnisse des Praxistests des Fahrgastverbandes bestätigen, ist dem massenhaften Missbrauch der gesammelten Daten Tür und Tor geöffnet. Denn nicht nur die Verkehrsbetriebe, jeder, der die App installiert hat, kann die Fahrkarten und Kontrollgeräte auslesen.

Auf der Homepage der VBB und in den Informationsbroschüren zur elektronischen Fahrcard heißt es: „Es ist weder technisch noch organisatorisch möglich, sogenannte Bewegungsprofile auf der Karte oder im System zu speichern.“ Außerdem würde bei der Kontrolle lediglich die persönliche Chipkartennummer gegen eine Sperrliste geprüft, um festzustellen, ob die Fahrtberechtigung noch gültig ist. Es würden keine personenbezogenen Daten gespeichert, so die Versicherung. Ob bewusst oder unbewusst, die Aussagen scheinen nicht mehr haltbar zu sein. Denn nicht nur für Verkehrsbetriebe, auch für jeden Smartphone-Nutzer ist es offensichtlich ein Leichtes, massenhaft Daten zu missbrauchen.

Der IGEB fodert nun eine Stellungnahme des VBB und eine Aufklärung des Datenlecks. Außerdem müssten sich die Datenschutzbeauftragten mit der Sache beschäftigen. RiB

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