Potsdam zeigt Flagge für Tibet

Ungerechtigkeit und Unterdrückung auch 55 Jahre nach dem Volksaufstand

Die Gleichstellungsbeauftragte Martina Trauth-Koschnik (4. v. l.) mit Ernst-W. Cantner (3. v. l.) und weiteren Unterstützern der Tibet Initiative Potsdam am Montagmittag vor Potsdams Stadthaus. / sg

Potsdam. Am Montag um 13 Uhr hat die Leiterin des Büros für Chancengleichheit und Vielfalt Martina Trauth-Koschnick vor dem Potsdamer Stadthaus die tibetische Flagge gehisst. Die Landeshauptstadt beteiligt sich damit an der bundesweiten Kampagne "Flagge zeigen für Tibet!" der Tibet Initiative Deutschland e.V..

Vor fünf Jahren hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Tibet ist seit 1949/50 von China besetzt. Am 10. März 1959 erhob sich das tibetische Volk gegen die chinesische Besatzungsmacht. Tausende Tibeter versammelten sich in Lhasa, um den Dalai Lama vor der chinesischen Gefangenennahme zu schützen. Der Dalai Lama musste ins Exil fliehen, und der Aufstand wurde von der Volksbefreiungsarmee blutig niedergeschlagen. Mindestens 87.000 Tibeter kamen dabei ums Leben. Als Folge der anhaltenden Unterdrückung in Tibet leben heute 150.000 der sechs Millionen Tibeter im Exil.

Mit der Fahnenhissung anlässlich des 55. Jahrestages des tibetischen Volksaufstandes von 1959 will die Stadtverwaltung ein Zeichen der Solidarität mit dem tibetischen Volk setzen. "Als Vertreterin der Landeshauptstadt Potsdam trete ich für Demokratie und Freiheit ein", sagt Martina Trauth-Koschnick. In Tibet würden Menschenrechte nach wie vor massiv verletzt. Auf diese Ungerechtigkeit solle in der Havelstadt aufmerksam gemacht werden, indem sie sich der Kampagne "Flagge zeigen für Tibet!" beteiligte, so Trauth-Koschnick.

Seit 1996 setzt sich die Tibet-Initiative dafür ein, dass am 10. März in möglichst vielen deutschen Städten Solidarität mit dem tibetischen Volk durch das Hissen der in Tibet selbst verbotenen Flagge gezeigt wird. Die Aktion geht hierzulande auf Monika Deimann-Clemens zurück, die sich jahrelang dafür eingesetzt hat, Bürgermeister und Landräte von der Solidaritätsbekundung zu überzeugen. Mittlerweile liegt Deutschland weltweit an der Spitze der Flaggenhisser. Von 21 Städten im Jahr 1996 stieg die Zahl im Jahr 2013 auf über 1.200.  red / sg

Kommentare

  1. User
    Horst Furtner Tuchmacherstraße 16, 14482 Potsdam, Do, 13.03.2014 09:50

    Vielen Dank für den Bericht und das Bild. Gerade in diesem Jahr zeigt sich, wie wichtig standhafte Unterstützung durch viele Menschen für den gewaltfreien Widerstand der Tibeter und damit für die Menschenrechte weltweit ist. Versuchte doch die chinesische Regierung über ihre Botschaft und Konsulate Druck auf die Städte (auch Potsdam!) auszuüben, das Hissen der tibetischen Flagge am 10. März zu unterlassen. Aber, wenn wir unsere Verfassung ("die Würde des Menschen ist unantastbar") ernst nehmen, dann können wir vor der verzweifelten Lage der Tibeter, von denen sich inzwischen 127 selbst angezündet haben und gestorben sind, die Augen nicht verschließen.

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