Oh Tannenbaum! Die Weihnachtsbaumsaison beginnt

Oh Tannenbaum! Die Weihnachtsbaumsaison beginnt

Landrat Wolfgang Blasigmit den Kindern und einem Erzieher des Brandenburger SOS-Kinderdorfs vor ihrem Weihnachtsbaum. Foto: sg

Auf 50 Hektar wachsen in Werder Nordmanntannen und es gibt noch Potenzial

Werder (Havel). Weihnachten naht in großen Schritten und damit ist nun auch die Weihnachtsbaumsaison offiziell eröffnet. Am vergangenen Freitag hat der mittelmärkische Landrat Wolfgang Blasig gemeinsam mit Werders Bürgermeisterin Manuela Saß die ersten beiden Nordmanntannen auf dem Gelände des Werderaner Tannenhofs geschlagen. Der erste stattliche Baum ist hier schon traditionell ein Geschenk für die Kinder des SOS-Kinderdorfs in Brandenburg an der Havel. Der zweite ging in diesem Jahr an das Kinderheim in Trebbin.

Mit der offiziellen Saisoneröffnung beginnt nun auch der Verkauf an rund 30 Plätzen in Potsdam, Brandenburg, Berlin, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg, Halle (Saale), Frankfurt (Oder) und Cottbus. Bis zu vier Meter hohe Tannen werden dort angeboten, größere gibt es nur ab Hof. Weder der späte Frost, noch die Stürme des Herbstes haben den Tannen großen Schaden beigebracht. Im Gegenteil, die Nadelbäume fühlen sich in der märkischen Sandbüchse so wohl, dass der Weihnachtsbaumanbau zu einer echten Erfolgsgeschichte in Werder geworden ist. So sehr, dass Gerald Mai und Katrin Lorenz seit 2010 expandieren und anbauen wollen, aber bis heute auf eine Baugenehmigung warten, weil das Bauamt ihren Betrieb nicht als Landwirtschaft, sondern als Gewerbe ansieht.

Das bekamen auch die Vertreter von Landkreis und Stadt mit deutlichen Worten zu hören. Denn Gerald Mai sieht in seinem Betrieb durchaus weiteres Potenzial. Den Betrieb zukunftsfähig zu machen, damit einer seiner Söhne ihn in einigen Jahren übernehmen kann, ist sein Ziel. Der 1990 begonnene Anbau von Weihnachtsbäumen umfasst inzwischen rund 50 Hektar und weist Bäume aller Größen auf. Eine zwei Meter hohe Nordmanntanne muss etwa zehn Jahre lang auf der Plantage umsorgt werden, betont Mai.

Dass die Bäume, die zunächst als Exoten beäugt wurden, inzwischen genauso zu Werder gehören wie das Obst der Blütenstadt, betonte Stadthistoriker Baldur Martin. Die Werderschen hätten immer wieder außergewöhnliche Lösungen gefunden, wenn Erntejahre schlecht ausfielen. So habe man beispielsweise zwischen 1920 und dem Zweiten Weltkrieg Maiblumen zu Weihnachten verkauft und später auch Weihnachtssterne gezüchtet. In den Kriegsjahren sollte der Obstanbau auf Anordnung des örtlichen Gauleiters zum Ärger der Werderaner Obstzüchter gänzlich liquidiert werden. Kurzerhand baute man mit Zustimmung des Landrats neue Sorten an, die schneller reif wurden und konnte sich so über schwere Zeiten retten, erzählte Baldur Martin.

Auf dem Tannenhof werden mittlerweile Fair-Trade-Nordmanntannen angebaut. Die Setzlinge seien etwas teurer im Einkauf, erklärte Mai, dafür werden die Samen der Tannen aber unter besseren Bedingungen geerntet und die Arbeiter in Georgien erhalten mehr Lohn. Der Tannenhof unterstützt seit zwei Jahren einige dortige Baumschule. Für Kunden mache sich der Unterschied nicht bemerkbar, so Mai. Überhaupt seien die Preise für Weihnachtsbäume seit dem letzten Jahr stabil geblieben.

Wer eher einen individuellen Baum sucht, der nicht ganz so optimale Wachstumsbedingen hatte, kann seit Montag auch in den Brandenburger Wäldern Bäume schlagen. Allerdings nur zu den angegebenen Zeiten an festgelegten Orten, wer allein loszieht und einen Baum aus dem Wald holt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen, heißt es vom Forstministerium. sg

www.werderaner-tannenhof.de

forst.brandenburg.de

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