Klaus Töpfer zu Besuch an Werders Stichhafen

Klaus Töpfer zu Besuch an Werders Stichhafen

Rückkehr an die letzte Spundwand, die Klaus Töpfer (3.v.r.) hier vor 20 Jahren symbolisch in den Boden rammte: Zu Werders 700-Jahr-Feier kam der ehemalige Bundesbauminister am Samstag in die Havelauen. Von rechts: Der ehemalige Bürgermeister Werner Große und seine Nachfolgerin Manuela Saß sowie Klaus-Peter Meißner, Uwe Brühl und Steffen Lehmann als Projektentwickler des Wohn- und Gewerbegebiets. Foto: Stadt Werder

"Verantwortungsvolle Zusammenarbeit zwischen Kommunalpolitik und Investoren"

Werder (Havel). Vor 20 Jahren hat der damalige Bundesbauminister Klaus Töpfer die letzte Spundwand des künstlichen Stichhafens in den Havelauen symbolisch eingerammt. Anlässlich dieses Jubiläums und der 700-Jahr-Feier von Werder hat Klaus Töpfer am Samstag die Havelauen erneut besucht. Eingeladen hatte die HPG, die das Entwicklungsgebiet vor sieben Jahren nach einer Insolvenz übernommen hatte.

Zu dem Termin waren unter anderem auch Vertreter von Investoren wie Antan Recona und MCG und Repräsentanten der Politik wie Bürgermeisterin Manuela Saß, Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Werner Große und die Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig eingeladen. Klaus-Peter Meißner von der HPG erinnerte an den ersten Bebauungsplan der Havelauen von 1912 und daran, wie die Pläne nach der jahrzehntelangen militärischen Nutzung und dem Abzug der russischen Streitkräfte belebt wurden.

Gerade in den vergangenen sieben Jahren hätten sich die Havelauen rasant entwickelt, ergänzte HPG-Geschäftsführer Uwe Brühl. Er betonte, dass auch die Herstellung einer offenen und 220.000 Quadratmeter großen Auenlandschaft für die Entwicklungsgesellschaften keine leichte Aufgabe war und deren Erhalt eine Herausforderung für die Stadt, die die Grünfläche im vergangenen Jahr übernommen hat, bleiben wird. Anderseits werde damit eine sehr hohe Lebensqualität für das Quartier gesichert, das durch den Stichhafen und einen Lärmschutzwall in ein Wohngebiet, ein Gewerbegebiet und ein Sondergebiet mit Geschossbauten im Süden unterteilt sei.

Jürgen Scheu von der Antan Recona und Martin Pietsch von der MCG erläuterten das aktuelle und bevorstehende Baugeschehen am Stichhafen in den Havelauen Süd. Die Wohnungen der fast fertigen Riva Maritim sind demnach vollständig verkauft. Die MCG plant nun ein weiteres Gebäude am Stichhafen in Richtung Landesstraße, in dem neben dem Wohnen auch das Thema Gesundheit eine Rolle spielen soll.


Viel Zuzug in den Havelauen


Klaus Töpfer zeigte sich an den Darstellungen sehr interessiert und fragte nach, etwa zur Struktur der Zuzügler in den Havelauen, die zu 63 Prozent aus Brandenburg kommen, davon die Hälfte aus Werder. Elf Prozent kommen aus Berlin, sechs Prozent aus Nordrhein-Westfalen und vier Prozent aus Niedersachsen. Es sei in hohem Maße bemerkenswert, wie aus einer verantwortungsvollen Zusammenarbeit zwischen Kommunalpolitik und Investoren in den Havelauen ein Bedarf an bezahlbaren Grundstücken und Wohnungen für junge Menschen, an Freizeit- und Gewerbeflächen im Umfeld von Berlin und Potsdam gedeckt werden kann, sagte Klaus Töpfer abschließend. Er habe den Eindruck gewonnen, "dass eine gemeinsame Leistung für die Gemeinschaft erbracht worden ist. Die Sanierung von Altlasten, die Sicherung großer Naturflächen, Wohnen, Gewerbe, Tourismus und Erholung werden hier in überraschender Weise in Einklang gebracht. Man spürt, wie sich auch eine politische Beharrlichkeit und Kontinuität im besten Sinne niederschlagen kann."

Wenn man älter werde, schaue man gern zurück und deshalb sei es interessant für Töpfer gewesen, an einem Ort zu sein, an dem er vor 20 Jahren als Bundesbauminister die letzte Spundwand eines neuen Stichhafens eingeschlagen habe. "Ich habe mich auch über die alten Fotos gefreut, auf denen ich deutlich jünger war", sagte der 79-Jährige augenwzinkernd. "Vom schönen Werder an der Havel habe ich seit meiner Kindheit ein gutes Bild, als ich mit meinem Onkel, der eine Bäckerei in Potsdam hatte, mit dem Boot zum Verkauf der Schrippen hierher gefahren bin. Die Stadt wird sich im Berliner Großraum weiter dynamisch entwickeln und ich wünsche den politisch Verantwortlichen, dass das künftig so gut gelingt wie im Auf und Ab der vergangenen 700 Jahre."

Professor Töpfer war seit seiner Zeit als Bauminister unter anderem für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen und für die Welthungerhilfe aktiv. Außerdem ist er Gründungsdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam.  red / sg

Kommentar schreiben

comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind markiert mit*

Weitere Nachrichten aus Potsdam-Mittelmark

Gesunde Ernte
Bad Belzig

Gesunde Ernte

Der Sommer hält im Moment nur wenige Sonnentage bereit. Die Selbsthilfegruppe für Fibromyalgie hatte Glück.  Zahlreiche Mitglieder trafen sich vor wenigen Tagen am Bahnhof von Belzig. Von dort ging es...

Beobachtung von Jungtieren
Blankensee

Beobachtung von Jungtieren

 In den Sommerferien lohnt es sich ganz besonders, das Wildgehege Glauer Tal bei einem gemütlichen Spaziergang zu erkunden, denn im Juni und Juli kommen die kleinen Dam- und Rotwildkälber auf die...

Vernetzte Ferienangebote
Bad Belzig

Vernetzte Ferienangebote

Pünktlich zum Beginn der Sommerferien haben die Betreiber des Baumkronenpfades in Beelitz-Heilstätten und der SteinTherme in Bad Belzig eine regionale Kooperation ins Leben gerufen, die bei Abgabe...

Lütte

Im Dunkel der Nacht

Am 12. August findet der 14. Nachtpokal der Ortsfeuerwehr Lütte statt.Mit dabei sind Frauen- und Männermannschaften in der Disziplin „Löschangriff nass“.Der Ablauf: - bis 20.30 Uhr - Anreise der...

„Witame wasch“: Herzlich willkommen
Brück

„Witame wasch“: Herzlich willkommen

 In über 20 Dörfern   der Region wohnen Bürger aus der Slowakei und die Städte Brück und Spisská Bela (Slowakei) verbindet seit nunmehr zehn Jahren eine enge Partnerschaft. Gute Gründe also, das...

Potsdam

Ausgeschlafen? Jetzt aber los!

Die Agentur für Arbeit Potsdam, die Industrie- und Handelskammer Potsdam und die Handwerkskammer Potsdam führen als Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung einen Aktionstag zum Besetzen freier...

Potsdam

Online-Shops für Notvorräte: Preise bis zu zwölfmal höher

Vor knapp einem Jahr hat der Bundesinnenminister vorgestellt, wie man im Katastrophenfall gut gerüstet ist. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, Lebensmittel und...

Andenken der Vergangenheit
Luckenwalde

Andenken der Vergangenheit

Mitglieder des Heimatvereins Jüterboger Land e. V. werden am Montag, 24. Juli, gegen 16.45 Uhr,  einige 800 bis 900 Jahre alte Holzbohlen in das Kreishaus nach Luckenwalde bringen. Diese waren bei der...

Die Beeren sind los
Klaistow

Die Beeren sind los

Mitte Juli erfolgte auf dem Spargel- und Erlebnishof Buschmann & Winkelmann in  Klaistow der offizielle Startschuss in die Brandenburger Heidelbeersaison. Agrarminister Jörg Vogelsänger eröffnete...

Alte Tickets helfen sparen
Beelitz Heilstätten

Alte Tickets helfen sparen

Bis zum Ende der Sommerferien (03.09.2017) erhalten Besucher des Filmparks Babelsberg und des Baumkronenpfades in Beelitz-Heilstätten, bei Abgabe ihrer verbrauchten Eintrittskarten, an der Kasse der...

Potsdam

Bewerbungs-Endspurt

Die Bewerbungsfrist für den „Brandenburgischen Ausbildungspreis 2017“ endet in einer Woche: Noch bis zum 31. Juli 2017 können alle engagierten Ausbildungsbetriebe ihre Bewerbung an das...

Zehn Jahre Parterschaft
Brück

Zehn Jahre Parterschaft

„Witame wasch“ heißt „herzlich willkommen“ auf slowakisch. So wurde die Delegation aus Spiŝská Belá unter Leitung von Bürgermeister Stefan Bielak beim Gottesdienst in der Lambertuskirche am Sonntag...