Obstweine werden trockener

Obstweine werden trockener

Kein Baumblütenfest ohne Obstwein, nur soll er nicht mehr ganz so Zucker-geladen sein. Foto: Koss

Werder will weg vom süßen Obstwein-Image

Werder (Havel). Neues Jahr, neues Glück: In Werder läuft zum 700. Stadtjubiläum einiges anders als in der Vergangenheit. Die heimische Obstweinproduktion hat sich in den vergangenen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut, mit eindeutigen Folgen für die Jury, die die Prämierungen vornehmen muss.

Die eingereichten Proben haben in diesem Jahr ein nie da gewesenes Hoch erreicht und zwangen die Prüfkommission zum Umzug vom Café Muckerstube in den Saal des Schützenhauses. 32 Tester mussten sich dort munter durch die 231 Sorten schlürfen. Auch bei der Benotung gab es eine Neuerung, denn die Wertung erfolgt jetzt mithilfe von Schulnoten.

Nicht allzu großen Zuspruch bekamen in diesem Jahr die übermäßig süßen Weine - Zuckerzusatz sei eine einfache Methode, um den Alkoholgehalt im Wein zu erhöhen, kritisiert Walter Kassin. Der Chef des Obst- und Gartenbauvereins der Stadt und langjähriger Veranstalter der Obstweinprämierung will das Image des Werder-typischen Getränks aufpolieren und ist damit nicht allein.

Nach der präzisen Auswertung haben die Obstweinhersteller am Donnerstag bei einem Empfang erfahren, wer in diesem Jahr die Golden, Silbernen und Bronzenen Kruken mit nach Hause nehmen durfte und damit zum Fest die laut Jury besten Weine verkaufen kann. Ganz vorne mit dabei ist wieder der Nachwuchs-Shooting-Star Toni Geißhirt, der schon als Jugendlicher Preise abräumte. Er bekam die Note 1,93 und damit Gold für seinen Sauerkirschwein, neben dem ebenfalls sehr beliebten Schwarzen Johannisbeerwein von Stefan Lindicke, der die Note 1,88 erreichte und ebenfalls mit Gold prämiert wurde, sicherlich ein Highlight des diesjährigen Festes, denn die säuerlichen Früchte sind in ihrem Aroma einfach nicht zu toppen.

Die Erdbeere hat es da schon schwerer. Als süße Frucht wird sie gern mit Kater und Kopfschmerzen gleichgesetzt. Trotzdem gibt es natürlich auch hier Gold, und zwar für Familie Rzegotta mit der Note 2,03. Beim Steinobst hob sich Toni Geißhirt noch einmal mit seinem Pfirsichwein hervor, eine eher seltene Spezialität in hiesigen Breiten. Dafür gab es Silber und die Note 2,18. Eher selten ist auch der Stachelbeerwein. Er wurde von Heiko Wels eingereicht und schaffte es mit Note 2,15 und einer Silbernen Kruke auf den zweiten Platz der Beerenweine.

Bei den saisonalen Mehrfruchtmischungen traten Apfel-Quitte, Erdbeer-Rhabarber und Erdbeer-Holunderblüte hervor. Der Apfel-Quitten-Wein von Bernd Lorenz erreichte mit 1,68 sogar die Bestbenotung und damit den Gleichstand mit dem Birnenwein von Ulrich Gaube. Dessen Erdbeer-Rharbarber-Mix kam mit der Note 1,95 auf den zweiten Platz vor Toni Geißhirts Erdbeer-Holunderblüte mit einer glatten 2,0. Alle Bewertungen sollen für die Besucher des Fests an den Ständen sichtbar sein.sg 

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