Illegale Mülldeponie in Neuendorf soll beräumt werden

Illegale Mülldeponie in Neuendorf soll beräumt werden

Das Kämpfen hat sich gelohnt!

Neuendorf.

Wenn es um das brisante Thema Umweltverschmutzung geht, kommt sogar RTL nach Neuendorf. In einer der nächsten Sendungen vom RTL Nachjournal stehen Helmut Köppke und Ortsvorsteher Siegfried Frenzel im Fokus. Die beiden haben gemeinsam mit Amtsdirektor Thomas Hemmerling einen langen Kampf hinter sich. In Neuendorf gab es einen jahrelangen Streit um Zuständigkeiten und Gutachten der ehemaligen Baumischabfallsortieranlage. Die Verursacher konnten einfach nicht haftbar gemacht werden. Neben Geruchsbelästigungen entstanden im November und Dezember 2011 infolge wiederholter Brände gefährliche Abfälle. Nachdem das Land Brandenburg die Verantwortung übernahm, ist ein Ende der Deponie in Sicht.


„Es handelt sich hierbei um ein illegales Abfalllager“, erklärt Amtsdirektor Thomas Hemmerling. Seitdem Jörg Vogelsänger Umweltminister ist, gebe es einen guten Kurs, eine Einigung zu erzielen. „In mehreren Gesprächen zeigte er Verständnis. Der politische Druck ist endlich angekommen und Vogelsänger will helfen“, freut sich der Amtsdirektor.


Gewaltiger Kraftakt
Vor wenigen Tagen stimmten die Gemeindevertreter Rabenstein/Fläming darüber ab, das Grundstück zu erwerben. „Wir wollen das etwa drei Hektar große Gelände für einen symbolischen Betrag von einer Privatperson aus Sachsen-Anhalt erwerben. Die Beräumung wird dann ein gewaltiger Kraftakt“, erklärt Thomas Hemmerling. Erste Erfahrungen mit einem solchen Vorhaben sammelte er bereits in Mörz. „Damals war der Dreck im Boden verbuddelt. In Neuendorf haben wir den Vorteil, dass alles ebenerdig ist und auf Betonplatten lagert.“


Insgesamt soll es sich um 5.700 Tonnen Abfall handeln. Die Kosten betragen laut Hemmerling zwischen drei und fünf Millionen Euro. Getragen werden diese vom Land Brandenburg. Dass sich das Land dazu bereit erklärte, ist auf einen Runden Tisch vor einigen Jahren in Niemegk zurückzuführen.


Zurück zur Natur
Nun wollen die Gemeinde, der Landkreis und das Land gemeinsam die Beräumung  vorbereiten. Durchgeführt werden soll diese noch 2016. Nachdem alles gesäubert wurde, soll das Grundstück renaturiert werden. „Alles, was Beton ist, kommt weg. Eventuell muss dann der Boden saniert werden. Das endgültige Ziel ist es, dort einen Wald anzupflanzen.“ Das Areal soll zusätzlich für Ausgleichmaßnahmen bei Baumaßnahmen genutzt werden.


Verärgert ist Hemmerling, dass auch Einwohner ihren Müll dort ablagern. „Wir sind nach dem Kauf in der Pflicht, dass das Grundstück gesichert und alles in Ordnung ist. Das Gelände wird überwacht, Beweise werden gesichert und sämtliche Ablagerungen werden sofort zur Strafanzeige gebracht,“ fordert er die Niemegker zu mehr Rücksicht auf.


Laut Helmut Köppke, gibt es noch 111 weitere illegale Mülldeponien im Land Brandenburg. Nach Schätzungen des Landesumweltamtes müssten für die Sanierung rund 160 Millionen Euro Steuergelder dafür aufgewendet werden. cwa

Foto: Was für den einen Müll ist, ist für den anderen ein wahrer Schatz. Helmut Köppke (rechts) und Siegfried Frenzel sind die Initiatoren des „Runden Tisches“ zur Debatte der Mülldeponie. (cwa)

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