Rückschlag für Hoffmann-Villa

Rückschlag für Hoffmann-Villa

Vororttermin auf dem 3.900 Quadratmeter großen Grundstück vor fünf Jahren. Seit dem ist die Villa noch mehr zerfallen. Foto: D. Fink

HVD hat sich von seinen ehrgeizigen Ambitionen verabschiedet

Fredersdorf-Vogelsdorf.

So richtig Vertrauen konnte der Humanistische Verband Deutschland (HVD) Berlin-Brandenburg noch nie erwecken mit seinem ehrgeizigen Vorhaben, das einstige Sommerhaus „Waldesfrieden“ des Sozial- und Bildungspolitikers Adolph Hoffmann (1858 - 1930) in Vogelsdorf zu einem kulturellen Zentrum für Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene zu machen. Bereits 2008 hatte der HVD erste Konzepte erarbeitet.  Das Grundstück wurde sogar schon mal von Unrat und Wildwuchs befreit.

Doch viel brachte das alles nicht, auch nicht ein Vororttermin für die Medien mit der SPD-Landtagsabgeordneten Jutta Lieske auf dem immerhin 3.900 Quadratmeter großen Eckgrundstück in der Fröbelstraße vor fünf Jahren.

Die Ambitionen des HVD hatten einen griffigen Hintergrund. Der Verband, Nachfolger des Freidenkerverbandes, betrachtet den einstigen preußischen Kultusminister und Agitator der SPD gegen die Kirchen als Bruder im Geiste. Zudem hatte seinerzeit Hoffmann verfügt, dass seine ehemalige Sommerresidenz nach seinem Tode einem öffentlichen Zweck zugänglich gemacht werden sollte. Zu DDR-Zeiten diente das Haus als Kindergarten und Jugendklub. 

Allerdings: Wie die knapp eine halbe Million Euro für die umfangreiche Sanierung und Erweiterung der Villa zur Jugend- und Kulturstätte aufgetrieben werden könnten, war von Anfang an unklar. Die Rede war von Mitteln aus dem Denkmalfonds oder der Städtebauförderung. Das Konzept war etwas schwammig, ebenso die Varianten bezüglich der Trägerschaft.

Damals hatte der Verband gewarnt, dass das Haus in ein, zwei Jahren zusammenfalle, wenn nicht endlich etwas geschieht. Mittlerweile gingen fünf Jahre ins Land, und der HVD hat sich nun endgültig von seinem Vorhaben verabschiedet.  

Der Verband verkündete, dass die Sanierung deutlich mehr kosten würde als geplant, dass keine Fördergelder aufgetrieben werden konnten und der nun teurer kalkulierte jährliche Betrieb maßgeblich von der Gemeinde mitgestützt werden müsse. Jetzt hat die Gemeinde die denkmalgeschützte Villa und das Vermächtnis von Adolph Hoffmann wieder alleine an der Backe. fi

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