Asylbewerber im Stadtzentrum angegriffen

Asylbewerber im Stadtzentrum angegriffen

Passanten spenden Schlägern Beifall

Frankfurt (Oder).

Am 23. Mai gegen 21.10 Uhr befanden sich vier Asylbewerber aus Syrien, Somalia und Ägypten an der Straßenbahnhaltestelle Heilbronner Straße, als sie von mehreren Männern angesprochen wurden. Diese beleidigten die Asylsuchenden im Alter von 17 bis 35 Jahren. Ein 17-jähriger Syrer erhielt einen Schlag ins Gesicht.
Daraufhin suchten die Angegriffenen ihr Heil in der Flucht. Zwei rannten in Richtung des Eingangs eines Kaufmarktes davon, wurden jedoch von einer dreiköpfigen Gruppe verfolgt und geschlagen. Dabei fielen wiederum beleidigende und ausländerfeindliche Worte.
Verbale Unterstützung erhielten die Verfolger dann noch von einigen Personen, die sich im Umfeld des Geschehens aufgehalten hatten und ebenfalls ausländerfeindliche Parolen skandierten.
Die Geschädigten erlitten keine sichtbaren Verletzungen, eine ärztliche Behandlung war nicht notwendig.   Durch Hilfe von Zeugen konnte die Polizei in der Folge bei der Nahbereichsfahndung schnell einen der Täter greifen. Mit einem Atemalkoholwert von 3,70 Promille kam der 32-Jährige, welchem der Schlag gegen den 17 Jahre alten Syrer vorgeworfen wird, in Gewahrsam. Jetzt ermitteln Kriminalisten der Direktion Ost wegen gefährlicher Körperverletzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. 

Der Landtagsabgeordnete der Linken, René Wilke, verurteilte den Überfall als "abscheulich" und "menschenverachtend". Er erklärte: "Frankfurt (Oder) steht als deutsch-polnische, europäische Doppelstadt mit der Europauniversität Viadrina und einer bundesweit gelobten dezentralen Unterbringung von Geflüchteten in Wohnungen, für Weltoffenheit, Toleranz und Mitmenschlichkeit. Das hat eine große Mehrheit der Frankfurtern bei Gegendemonstrationen zu rassistischen Kundgebungen immer wieder unter Beweis gestellt. Die Täter gehören bestraft und stehen in keinster Weise für das Klima in unserer Stadt."

Für das bürgerschaftliche Bündnis Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder) erklärte Jan Augustyniak: Wir verurteilen den rassistischen übergriff auf das Schärfste und solidarisieren uns mit den Betroffen. Wir sollten mit Offenheit und einer Willkommenskultur auf die neuen Bürger unserer Stadt zugehen, anstatt ihr mit Hetze und Gewalt zu begegnen. Dafür sollte eine demokratische Zivilgesellschaft einstehen.“ red

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