Brennpunkt Lennépark

Brennpunkt Lennépark

Wem soll der Lennépark gehören? Foto: Klemt

Diskussion zum Alkoholverbot im Stadtteilforum Mitte neu belebt

Frankfurt (Oder).
Von 2.100 Polizeieinsätzen, die es im vergangenen Jahr in der Frankfurter Innenstadt gab, entfielen allein 100 auf den Lennépark und seine unmittelbare Umgebung. Alkohol habe dabei fast immer eine Rolle gespielt, so die Polizei.  Raub, Diebstahl, sexuelle Belästigung, Körperverletzung, Drogenhandel - inzwischen genießt der Park längst nicht mehr nur das Ansehen als eine liebevoll gepflegte und wiederhergestellte Landschaftsgärtnerische Anlage,  sondern auch als überregionales Beispiel für Brennpunkte und Problemzonen, die entstehen, wenn sich niemand um die wachsende Zahl der Ordnungswidrigkeiten kümmert. 

Sonja Gudlowski, bekannt als Initiatorin und gute Seele der Bürgeraktion Gesunde Umwelt für meine Stadt - Der Lennépark, hat dafür beim jüngsten Stadtteilforum Mitte mahnende Worte gefunden. 
Immerhin hat die Gemeinschaftsinitiative Lennépark bereits mehr als 70.000 Euro Spenden zur Verschönerung des Parks gesammelt. Seitens der Stadt sind seit 1999 rund drei Millionen Euro in die Entwicklung des Landschaftsdenkmals geflossen. 

Gleichzeitig mussten allein von 2006 bis 2013 rund 42.000 Euro aufgebracht werden, um Vandalismus-Schäden zu beheben - Und dies, obwohl viele Schäden - Vom Kunst-Diebstahl bis zur Schmiererei mit Hilfe engagierter Unternehmen beseitigt wurden. Trauriger Höhepunkt der Nichtachtung des gemeinsamen Kleinods waren die Brandstiftungen an der Schmeißereiche, die dem Feuer endgültig zum Opfer fiel. Es wird gesoffen und demoliert, dass die Schwarte kracht, aber gegen die Verhängung eines Alkoholverbots im Park - ähnlich wie in Slubice - das dann auch durchgesetzt werden müsste, gab es bislang heftigen Widerstand. Ein Argument: die Probleme würden damit nur an andere Orte verdrängt, aber keineswegs gelöst. Tatsächlich gibt es schon eine Wanderungsbewegung: Trinker aus Slubice fühlen sich jetzt in Frankfurt wohler.

Gleichzeitig verlieren zunehmend Bürger die Motivation, sich finanziell zu engagieren, wenn die Spenden durch mutwillige Zerstörung aufgezehrt werden. Und wie will man die Jugendlichen begeistern, die jedes Frühjahr an der Reinigung des Parks mitwirken, wenn  die Stadt so wenig tut, um diese Unterstützung auch praktisch zu würdigen. Das Geld in er Klassenkasse ist das eine - die eigene Arbeit zunichte gemacht sehen zu müssen, schmerzt dennoch.  

Die Kleine Parknacht, dieses Jahr unter dem Motto: Weg des Lichts, soll auch für das Licht am Ende des Tunnels stehen, wünscht sich Sonja Gudlowski. In den Sommermonaten seien acht zusätzliche Einsatzkräfte sowie Fahrradstreifen im und am Park unterwegs gewesen, so die Polizei. Dadurch habe es keine Belästigungen mehr gegeben. Bis Mitte Februar gab es dieses Jahr 23 Einsätze. 

Um ein Alkoholverbot  umzusetzen und ein entsprechendes Eingreifen des Ordnungsamtes zu ermöglichen, müsse jedoch die Stadtordnung entsprechend geändert werden, heißt es aus der Verwaltung. Die Stadtverordneten sind am Zuge.  red

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