Regionale Leitstelle Oderland - Notrufe ist einsatzbereit

Regionale Leitstelle Oderland - Notrufe ist einsatzbereit

Emotionaler Auftritt: Amstleiter Helmut Otto. Foto: Klemt

Beigeordneter Ullrich sieht Handlungsbedarf

Fordert einheitliche Standards für Anforderungen bei Leitstellen: Ver.di-Vertreter Arno Dick. Foto: Klemt

Frankfurt (Oder).
In der Regionalen Leitstelle Oderland - Notrufe lag in der vergangenen Woche der Krankenstand bei 43 Prozent. Das ist das Fünfache des Bundesdurchschnitts und immer noch doppelt so viel, wie beispeilsweise die Polizei verzeichnet. Ein Zehn-Jahres-Rekord. Trotzdem versichert der Amtsleiter für Brandschutz und Rettungswesen, Helmut Otto, dass die Leitstelle arbeitsfähig sei. Notrufe würden umgehend angenommen und  die entsprechenden Dispositionen getroffen. 

Gleichzeitig räumte Otto ein, dass es bei der Leitstelle, die gemeinsam von den Krankenkassen, der Stadt und den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch Oderland getragen wird, Defizite gibt. Diese betreffen vor allem das Gesundheitsmanagement. So kämpfe die Leitstelle seit Jahren um einen Rückzugsraum, in dem sich Kollegen nach der Anspannung in besonders belastenden Situationen kurzzeitig entspannen können.Auch eine Supervision für die Mitarbeiter gibt es nicht. „Das ist noch eine richtige Baustelle“, so Otto.

Der Beigeordnete Jens Marcel Ullrich sieht deshalb Handlungsbedarf. „Wir werden eine Arbeitsgruppe einberufen und die beteiligten Gebietskörperschaften bitten, die Situation zu analysieren, damit wir gemeinsam Schlüsse daraus ziehen können.“ Über Szenarien, die zu ähnlich hohen Ausfallquoten führen könnten, Katastrophen oder Epidemien, müsse nachgedacht werden. 

Der Amtsleiter verwies darauf, dass die Stadt gern das Personal der Leitstelle aufstocken würde. „Denn Frankfurt wäre an den damit verbundenen Kosten nur zu etwa anderthalb Prozent beteiligt.“ Allerdings sei die Leitstelle mit ihren 29 Mitarbeitern bereits über den gesetzlichen Standard hinaus ausgestattet. „Wir können einen Krankenstand bis zu 25 Prozent auffangen. In der aktuellen Situation haben wir außerdem vereinbart, bürokratische Arbeit zurückzustellen, um die  Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.“ 

Arno Dick, zuständig für den Bereich Feuerwehr bei der Gewerkschaft ver.di, meint: „Bei einem Krankenstand von mehr als 40 Prozent muss schon sehr viel Unglück zusammenkommen.“ Die Gewerkschaft will das Land Brandenburg nun auffordern, die Anforderungen für Leitstellen einheitlich zu definieren.Auch die Arbeitsbedingungen vor Ort müssten überprüft werden. Klemt

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