Straßenbahn ist kein Auslaufmodell

Straßenbahn ist kein Auslaufmodell

Landesregierung verweigert sich ihrer Verantwortung für ÖPNV

Frankfurt (Oder).
Von 26 Tatra-Straßenbahnen der Stadtverkehrsgesellschaft sind 18 mittlerweile 29 Jahre alt und bedürfen einer Generalüberholung oder müssen ersetzt werden, wenn - wie vom Gesetzgeber gefordert - der öffentliche Personennahverkehr ab 1. Januar 2022 komplett barrierefrei gestaltet werden soll. 13 neue Bahnen werden gebraucht - oder man hält die alten teuer am Fahren. 

Nun hat die Stadtverordnetenversammlung Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke damit beauftragt, vier Varianten für die Fahrzeugbeschaffung und -erneuerung und deren Auswirkungen auf den städtischen Zuschuss für den ÖPNV an die Frankfurter Dienstleistungsholding untersuchen zu lassen. 

Variante 1 wäre die Beschaffung von 13 neuen Straßenbahnen in den Jahren in den Jahren 2017 bis 2021.

Variante 2 sieht die Beschaffung von sechs Straßenbahnen im Jahr 2021 und Beschaffung von sieben weiteren in den Jahren 2027 vor 2029. Bis zur Neubeschaffung würden Instandhaltungen für eine Lebensdauerverlängerung der erforderlichen vorhandenen Straßenbahnen durchgeführt werden.

Variante 3 wäre die Beschaffung von sechs Straßenbahnen in den Jahren 2022 und 2024 und die Beschaffung von sieben weiteren von 2027 bis 2029. Auch hier würde die Lebensdauer der vorhandenen Straßenbahnen durch Instandhaltungen bis zur Neubeschaffung verlängert werden. 

Für diese drei Varianten wäre der aufzunehmende Kredit bis 2038 zurückzuzahlen.

Die Grundinstandsetzung für eine Lebensdauerverlängerung von weiteren 16 bis 19 Jahren von vorhandenen Straßenbahnen KT4D und die Beschaffung von 13 neuen Straßenbahnen in den Jahren 2034 bis 2037 ist Variante 4, brächte aber Probleme bei der Kredittilgung mit sich. 

Alle Varianten werden nun die Stadtverkehrsgesellschaft und die FDH geprüft und entsprechende Gutachten erstellt. Die Ergebnisse werden der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt und am 23. Juni besprochen und entschieden.

Die 2015 beschlossene Wirtschaftsplanung der Stadtverkehrsgesellschaft sah die Neubeschaffung von 15 Straßenbahnen vor. Deshalb wurde ein Ausschreibungsverfahren für 13 plus optional zwei Straßenbahnen durchgeführt. 

Bislang ist nicht davon auszugehen, dass die Beschaffung neuer Straßenbahnen vom Land gefördert wird. Damit gehört Brandenburg zu einer Minderheit von Bundesländern, deren Regierung sich der Verantwortung in diesem Bereich entzieht. Die neuen Straßenbahnen müssten ausschließlich über Kredite beschafft werden. Der städtische Zuschuss für den ÖPNV würde mit Beginn der Kredittilgung stark ansteigen.

„Stadt, Stadtverkehrsgesellschaft und Stadtverordnetenversammlung sind sich einig, dass die Straßenbahn kein Auslaufmodell,  sondern auch in den nächsten Jahrzehnten das Rückgrat des städtischen Verkehrs bleiben soll“, so Dr. Martin Wilke.

SVF-Chef Wolfgang Worf erklärt: „Frankfurt hat einen leistungsstarken Nahverkehr, den es schrittweise zu modernisieren und auszubauen gilt.“ Wer heute in Straßenbahnen investiere, der investiere in die Zukunft und vermindere Umweltprobleme von morgen. Die Frankfurter Straßenbahn bedeute Elektromobilität seit 118 Jahren, so der Geschäftsführer. red

Kommentare

  1. User
    Josef Lenden 15232 Frankfurt (Oder), Mi, 16.03.2016 05:44

    Bis zur letzten Minute hat Oberbürgermeister Wilke ein Gutachten durchdrücken wollen, was eindeutig den Auftrag gehabt hätte die Straßenbahn zu reduzieren und der Stadtkasse 60.000 Euro gekostet hätte. Nur mein Antrag und das bei Seite stehen vom Ausschussvorsitzenden René Wilke und danach auch von Ulrich Junghans verhinderte die Absurdität noch ein Gutachten von Dreien zu beauftragen. Zusätzlich habe ich darauf hingewiesen, dass das Land und der Bund in der Inclusionsangelegenheit bei Kostenentstehung nicht auf einmal einen Rückzieher nach Förderzusage machen darf. Eine Unverschämtheit auch die Handlung der Landesregierungen, erst einmal festzulegen welche Stufe die Stufe für eine Inclusion ist. Bei den Tatrabahnen komme ich an manchen Tagen auch sehr schlecht die Stufen hoch, weil meine Knochen auch nicht mehr so wollen. Leute mit Rollatoren und Rollstühlen, mit Gehhilfen etc. müssen draußen bleiben und auf eine Niederflurbahn zu warten. Untragbar in der heutigen Zeit, wo Inclusion ein Menschenrecht geworden ist. Hat einmal jemand berechnet, was der Rückbau von Gleisanlagen und Leitungen kosten würde? Der OB sicherlich nicht. Eine Reduzierung der Strecken für die Bahn würde die Wirtschaftlichkeit in Frage stellen. Qou vadis Herr OB? War das vielleicht das Ziel?

  2. User
    Michel LEipzig, Fr, 18.03.2016 00:37

    Ich hoffe es mal das die Frankfurter Verkehrsgesellschaft ein NGT6 Holen von Bombandier so wie in Halle, Plauen und Essen... Aber schade für die guten alten Tatra aus unser DDR Geschichte. :(

  3. User
    Janine Künstler, Fr, 18.03.2016 09:37

    Jetzt wird schon die Diskussion um Technikschrott genutzt, um der Diktatur-Vergangenheit hinterher zu weinen. Einige werden es nie lernen. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Generation bald ausstirbt.

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