Ein Faktor für Frankfurt

Ein Faktor für Frankfurt

Auch politisch eine vernehmliche Stimme im Chor der Wohlfahrtsverbände: der AWO-Kreisverband bei der Demonstration gegen die gepanten Sparauflagen im Mai vergangenen Jahres vor dem Kleist Forum. Foto: Klemt

AWO ist im sozialen Netzwerk unverzichtbar

Frankfurt (Oder).
Begonnen hat alles 1991 mit einem Möbellager und einer Kleiderkammer. Im gleichen Jahrwurde die erste kostenlose Ferienfreizeit für Kinder aus sozial benachteiligten Familien organisiert. Die Reise führte in die Partnerstadt Heilbronn. Auch erste Veranstaltungsangebote für Senioren wurden geschaffen. In der Havemannstraße etablierte sich die AWO-Geschäftsstelle. 

Nach der Umbenennung in Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Frankfurt (Oder) - Stadt e.V. begann 1992 der Aufbau der offenen Altenarbeit, des mobilen Hilfsdienstes und der allgemeinen sozialen Betreuung.  Die Übernahme des Altenpflegeheims folgte 1993. Das AWO Seniorenheim am Südring ist heute eine der wichtigsten Einrichtungen - und Veranstaltungsort nicht nur für Genossenschaftsfrühstück und Seniorentanz, sondern auch für die inzwischen traditionsreiche Übergabe des Babytalers an neue Erdenbürger und ihre Eltern.

1993 wurde die erste Jugendweihe mit 530 Teilnehmern ausgerichtet. Weitere Ortsvereine entstanden in Alt- und Neuberesinchen, Süd und Lichtenberg. Mit der Übernahme der kommunalen Kita Am Mühlental, die später zur Integrations-Kita wurde, und der Organisation von Sprachreisen nach England wurde die Aufbauarbeit 1994 fortgesetzt. Die Sozialstation sorgte ab 1996 unter anderem für „Essen auf Rädern“. 
Zunehmend agierte der AWO-Kreisverband auch international, sei es bei der Hochwasserhilfe in Polen, bei Hilfskonvois für Bosnien-Herzogowina oder bei Seniorentreffen in Österreich. Mit einem Neubau im Jahr 2000 entstanden 24 Wohneinheiten Betreutes Wohnen am Heim. Auch Tagespflege konnte im modernisierten Heim angeboten werden. Für eine stärkere Vernetzung sorgten Kooperationsvereinbarungen mit dem Gauß-Gymnasium, der Johanniter Unfallhilfe, der Barmer GEK, der Messe und Veranstaltungsgesellschaft sowie weiteren Institutionen und Einrichtungen. Damit einher ging die Integration in viele Aktivitäten der Partner: vom DAK-Firmenlauf bis zum Drachenboot-Rennen, von WIRtschaft in Aktion bis zu Frankfurt wird hahnsinnig. Im Bereich der Altenpflege wurde die AWO zum Ausbildungsbetrieb und führte ein Gesundheitsmanagement ein. Die Geschäftsstelle erlebte den ersten von mehreren Umzügen. Heute ist sie im Marie-Juchacz-Haus beheimatet.

Inzwischen ist der AWO-Kreisverband selbst Mitinitiator wichtiger kommunaler und ostbrandenburgischer Projekte. So war es beim Bündnis Gemeinsam älter werden in Frankfurt und bei der Gründung des Vereins Löwenkinder, der sich um Familien schwerst- und sterbenskranker Kinder kümmert. Aber der AWO-Kreisverband hat auch politisch eine vernehmliche  Stimme. Das merkten Stadtverordneten spätestens, als sich die AWO, mit anderen Frankfurtern demonstrierend, stark machte gegen eine sozialpolitische Sparorgie, die die Ergebnisse der bisherigen Arbeit zu gefährden drohte.

Das Wirken des AWO-Kreisverbandes ist heute allenthalben in der Stadt spürbar. Ob beim Aktionstag Helfende Hände oder bei der Senioren-Veranstaltungsreihe Wir sind eine große Familie, ob beim deutsch-polnischen Seniorensportfest oder bei der Jugendweihe samt  Jugendstunden und After Show Party, ob bei der sozialen Beratung und Begleitung in schwierigen Lebenssituationen oder bei haushaltsnahen Dienstleistungen. Die Agenada des Engagements in der Stadt reicht von der Liga der Wohlfahrtsverbände über Seniorenbeirat und Stadtteilkonferenzen bis zum Bündnis für Familien. Auf Landesebene ist der Kreisverband in verschiedenen Arbeitskreisen vertreten.  Wegzudenken aus dem Leben in Ostbrandenburg ist der AWO Kreisverband nach einem viertel Jahrhundert seines Bestehens nicht mehr. Klemt

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