Leidenschaft für die AWO

Peggy Zipfel ist Geschäftsführerin im Kreisverband

Geschäftsführerin Peggy Zipfel: Die AWO ist ein Stück meiner Heimat geworden. Foto: Klemt

Frankfurt (Oder).
Sie gehört zwar nicht zu den AWO-Frauen der ersten Stunde in Frankfurt. Aber sie übernahm Verantwortung an der Seite des damaligen Geschäftsführers, Jens-Marcel Ullrich, als das Unternehmen in finanzielle Nöte geriet und viele Probleme auch interner Natur zu lösen waren. Oft wurde bis in die Nacht gearbeitet, um alte Strukturen aufzubrechen und die Belegschaft auf einen neuen Weg zu bringen. Bei knapp 20 Prozent Krankenstand und dem Lieblingssatz „Das haben wir schon immer so gemacht“ lernte sie gleich von Beginn an, dass das Personal eines Unternehmens seinen Erfolg oder seinen Untergang bedeuten kann. „Da ist etwas gewachsen“, meint Peggy Zipfel rückschauend auf die vergangenen zwölf Jahre. „Die AWO ist so etwas wie Familie für mich geworden.“ 

Wie alle Wohlfahrtsverbände vereint auch die AWO einige Widersprüche unter ihrem Dach. Sich auf die Geschichte und Kultur eines sozialpolitisch und bürgerlich engagierten Traditionsverbandes stützend, hat es sich den zwingenden Anforderungen eines modernen Dienstleistungsunternehmens gestellt. „Dabei die Balance zu halten zwischen sozialem und wirtschaftlichem Handeln, zwischen gesetzlichen Vorgaben und unbürokratischer Hilfe, zwischen unternehmerischer Härte und persönlicher, menschlicher Zuwendung ist wohl die schwerste Aufgabe, die meine  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich bei der Arbeit täglich zu erfüllen haben.“ 

Die Umbruchzeiten hat die AWO weit hinter sich gelassen, aber sie setzt auf persönliche Nähe nicht nur zwischen den Mitarbeitern, sondern auch zwischen Leitung und Team. „Das macht die AWO aus“, erklärt Peggy Zipfel. „Wir sind inzwischen 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das 25-jährige Bestehen des Kreisverbandes feiern können. Und mir ist es wichtig, auch heute die Namen von fast allen, die sich bei uns engagieren, zu kennen.“

Aus Thüringen heimgekehrt

Dabei war die Frankfurterin schon fast in Thüringen heimisch geworden. Als gelernte Bankkauffrau und Betriebswirtin mit jahrelanger Berufserfahrung bei der Staatsbank der DDR, hatte sie bei der Sparkasse Apolda gute Perspektiven. Doch nach fünf Jahren zog es sie an die Oder zurück. Sie arbeitete im Haushaltsdezernat der Europa-Universität Viadrina und war beim Integrationsfachdienst der Stadt beschäftigt, absolvierte berufsbegleitend Qualifikationen im Büromanagement sowie zur Integrationsberaterin und nahm schließlich das Angebot von Jens-Marcel Ullrich an, sehr viel, sehr hart und meist unbeliebt an seiner Seite zu arbeiten.

„Von ihm habe ich unglaublich viel gelernt. Er war ein guter Coach. Als andere Aufgaben nach ihm verlangten, wollte ich das erworbene Wissen auch anwenden.“ So bewarb Peggy Zipfel sich auf die ausgeschriebene Stelle und bekam den Zuschlag. „Als Assistentin des Geschäftsführers war ich überall eingesprungen, wo es gerade gebrannt hatte. Das kam mir zugute. Ich kannte unseren Kreisverband von der Pieke auf.“

Als Geschäftsführerin fühlt sich Peggy Zipfel gleichermaßen in der Verantwortung für ihre Kunden und ihre Mannschaft. „Da kommt auch viel zurück. Wir lösen unsere Probleme möglichst gemeinsam und auf Augenhöhe. Außerdem bin ich leidenschaftliche Frankfurterin. So ist die auch die AWO ein Stück Heimat für mich geworden.“ 

Sogar ein Gedicht hat sie der Stadt gewidmet, verrät Peggy Zipfel im BlickPunkt-Gespräch. 
„Diese Stadt hat etwas an sich, wie ich es auch an mir habe. Ich erkenne mich selbst in Frankfurt und seinem Charakter wieder, ich verstehe, wie die Leute hier ticken.“

Hier kann ich meine Stärken ausleben

Heute steht der Kreisverband auf finanziell sicheren Beinen und ist ein in der Stadt gut vernetztes Unternehmen. „Wir haben eine tolle Mannschaft in unseren Einrichtungen. Es gibt noch so etwas wie einen Ehrenkodex, der nicht den persönlichen Vorteil in den Vordergrund stellt, sondern das Gemeinwohl. So kann sich die AWO und auch Frankfurt weiter entwickeln.“

Dass Peggy Zipfel daran nicht mehr als Stadtverordnete beteiligt ist, bereut sie nicht. „Da ich meine Aufgaben gern mit ganzer Kraft leisten will, musste ich Prioritäten setzen. Bei der AWO mach ich Basisarbeit, hier kann ich alle meine Stärken ausleben, kreativ, menschlich, professionell. Hier kann ich etwas bewegen und gestalten und das alles mehr als vorher irgendwo anders.“ Klemt

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