Solarmodule aus Frankfurt

Solarmodule aus Frankfurt

Die Chint-Gruppe übernimmt das Werk und sichert sich damit einen wichtigen Standort für das Europageschäft. Foto: Klemt

Von der gescheiterten Chipfabrik zum Modulhersteller für Sonnenstromanlagen

Frankfurt (Oder).

Die Fabrik mit einer eigenen Brücke über die Autobahn der Freiheit, damit die Wege kurz sind zum Institut für innovative Mikrolektronik und dem Technologiepark Ostbrandenburg - sie ist längst zu einem Symbol die Berg- und Talfahrt der Frankfurter Wirtschaft geworden.

Ursprünglich als Chipfabrik errichtet, wurde sie nach einem 250 Millionen Euro teuren Umbau ab 2007 von der Conergy AG für die Herstellung von Solar-Systemkomponenten genutzt. Die Produktionsstätte mit 35.000 Quadratmetern gehörte zu den modernsten der Welt. Sie vereinte unter einem Dach Waferproduktion, Zellenproduktion und Modulherstellung. Trotzdem fuhr die Conergy SolarModule ach einer Phase explosiven Wachstums und vor dem Hintergrund der restriktiven Solarpolitik in Deutschland in die roten Zahlen und konnte sich nur zeitweise davon erholen. Zwar wurde in Frankfurt 2010 noch das einmillionste Solarmodul gefertigt, doch dann ging Conergy SolarModule in die Insolvenz. Da auch andere Unternehmen der Branche vor dem internationalen Markt in die Knie gingen, war nach dem Traum vom Mikroelektronik -Standort auch der von der Solarstadt Frankfurt (Oder)ausgeträumt. Die Fachkräfte, soweit noch nicht geschehen, wanderten in Scharen aus der Stadt ab.

Dass es ausgerechnet ein Solarunternehmen 2014 erneut das Licht in den Hallen einschaltete, sorgte für Überraschung. Firmengründer Cunhui Nan kam eigens zur Einweihung aus der Volksrepublik China an die Oder. Seine 1984 gegründete Unternehmensgruppe realisiert einen Jahresumsatz von fast fünfeinhalb Milliarden US-Dollar. Davon entfielen allein auf Astronergy rund 800 Millionen Dollar. Die Astronergy Solarmodule GmbH in Frankfurt soll die Solarprodukte mit dem Germany-Label weiter nach vorn bringen. Deshalb wurde nicht nur die Fabrik mit ihrer Modulproduktion übernommen, sondern auch das Qualitätsbewußtsein des Vorgängers mit allen wichtigen Zertifikaten. Wafer- und Zellproduktion hingegen wurden eingestellt, das eigene Forschungslabor geschlossen.

Bei seiner Strategie hat der Globalplayer in der Stromversorgung den gesamten Kontinent im Blick. So gibt es mittlerweise einen Letter of Interest, der bestätigt, das man auch über Frankfurt (Oder) als Logistikstandort der Chint-Gruppe nachdenkt.

Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke überreichte dem Konzernchef die Nachbildung eines Details der Kirchenfenster von St. Marien. Die rote Sonne darin ist auch in China nicht ohne  Bedeutung.  Sie ist das Symbol des Kaisers, der Geburt, des Frühlings und der Männlichkeit.

Seit dem 1. Januar 2014 wurden in Frankfurt mehr als anderthalb Millionen Solarmodule gerfertigt. Das Frankfurter Stadtoberhaupt besuchte mit den neuen Partnern China, um weitere Wirtschaftskontakte zu knüpfen. Klemt

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