Löwenstarke Brandenburger

Löwenstarke Brandenburger

In dem Frankfurter Ex-Schwergewichts-Boxer Axel Schulz hat der Verein einen löwenstarken Botschafter für die Löwenkinder gewonnen. Foto: Klemt

Verein entlastet Familien mit schwerst- und sterbenskranken Kindern

Frankfurt (Oder).

Sollte alles umsonst gewesen sein? Sollten schwerstkranke Kinder in Ostbrandenburg unter Querelen innerhalb der Björn-Schulz-Stiftung und ihrem Missmanagement in einem anderen Bundesland leiden? Und sollten Dinge, für die Menschen und Unternehmen in der Region das Geld aufgebracht hatten, sang- und klanglos aus der Stadt verschwinden? Damit konnten sich viele nicht abfinden, die ihre Hoffnung in das Kindertageshospiz Sonnentag gesetzt hatten - engeschlossen die Mitarbeiterinnen, die dort eine mehr als engagierte Arbeit leisteten, um Familien mit ihren leidenden Kindern zu entlasten. „Die Frankfurter haben die Enttäuschung hinter sich gelassen, indem sie sich sofort neu engagierten“, erinnert sich Lars Wendland. Die Arbeiterwohlfahrt unternahm schließlich den ersten Schritt und stellte sich als künftiger Träger einer Nachfolgeeinrichtung zur Verfügung, flankiert von der Johanniter Unfallhilfe, unterstützt von Ärzten, Stadtverwaltung und Klinikum Markendorf. Sie prüften gemeinsam den Bedarf an Hilfs-, Beratungs- und Pflegeleistungen und kamen zu dem Schluss, dass es mit einem  Kinderhospiz allein nicht getan sein kann. So entwickelten sie das Konzept für ein Kompetenzzentrum unter dem Dach des Vereins Löwenkinder, der sein Domizil in dem nun verlassenen Haus in der Heilbronner Straße finden sollte. Noch in der Gründungsphase des Vereins entfaltete sich eine breite Unterstützung. Mit großem Interesse verfolgte die Öffentlichkeit das Wachsen das Projekts. Geld- und Sachspenden in Höhe von rund 70.000 Euro innerhalb eines Jahres bestärkten die Akteure ganz praktisch, möglichst schnell die Arbeitsfähigkeit des Kompetenzzentrums herzustellen.

„Wir sind stolz auf unsere Frankfurter Unternehmer, auf die Service Clubs, die in der Stadt wirken, auf alle Engagierten aus Wirtschaft und Politik und auf eine Bürgerschaft, die sich solidarisch zeigt und Empathie beweist“, so die Vereinsvorsitzende Kati Karney. Inzwischen betreut der Verein Löwenkinder rund 50 Familien in Ostbrandenburg - darunter elf mit sterbenskranken Kindern.

„Wir helfen ihnen, ihr Leiden für einen Moment zu vergessen“, erklärt Kati Karney. Der Verein schafft Eltern und Geschwistern die Möglichkeit einer kleinen Auszeit vom Alltagsdruck, bietet Gelegenheit zum Austausch Betroffener, organisiert Erlebnisse für die Kinder, Beratung für die Familien und versteht sich als Spender von Lebensfreude und Entspannung.

„Im Haus der Löwenkinder gibt es praktisch jeden Tag ein Angebot.“ Familien, die es aufgrund der Krankheit des Kindes nicht nutzen können, werden auch zu Hause besucht. Mit der Novellierung des Pflegegesetzes eröffnen sich neue Chancen für die Kinder-Tagespflege mit palliativer Versorgung. „Das würden wir gern noch 2016 schaffen“, so die Löwenkinder-Projektleiterin Carola Lindner.  Klemt

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