Freikorps der Lebensretter

Freikorps der Lebensretter

Warum soll Helfen nicht auch Spaß machen? - Rettungskräfte beim Rockfestival Haltestelle Woodstock in Kostrzyn. Foto: Verein

Landesmeisterschaften der Schulsanitätsdienste in Frankfurt (Oder)

Frankfurt (Oder).
Obwohl 1998 gegründet, ist der Jugendförderverein Frankfurt (Oder)  unter seinem Namen kaum bekannt. Wesentlich mehr Menschen kennen aber das International Rescue Team Poland - Germany, das beim Festival Haltestelle Woodstock in Kostrzyn hilft. 

Getragen wird diese Paramedic-Gruppe durch den Jugendförderverein gemeinsam mit der Emergency Kostrzyn in Polen und der Live Rescue Group in Gambia. In diesen drei Ländern werden auch gemeinsame Projekte realisiert. „Unsere Hauptaufgabe ist die Aus- und Weiterbildung in medizinischen und medizinisch-technischen Bereichen, Katastrophenschutz, Wasserrettung und Sanitätsdiensten, die gemeinnützige Jugendarbeit und die Unterstützung anderer in diesen Bereichen tätigen Organisationen und Vereinen“, heißt es auf der Internetseite des IRT. 

Im Grunde sind die jungen Leute vom Jugendförderverein eine Art Freikorps  von Rettungsdienstlern. Viele sind beruflich oder ehrenamtlich auch noch in anderen Hilfsorganisationen, etwa beim Technischen Hilfswerk oder bei der Freiwilligen Feuerwehr, tätig.  Philipp Humbsch, seit zehn Jahren dabei,  studiert Medizin. Für die Arbeit im IRT hat er sogar Polnisch gelernt. 

Ursprünglich wurde der Frankfurter Jugendförderverein von einigen Segelsportlern gegründet. Heute hat er rund 35 Mitglieder im Land Brandenburg, die zwischen 14 und 84 Jahre alt  sind.

„Wenn wir sehen, dass wir irgendwo helfen können, helfen wir“, erklärt Philipp Humbsch. „Die Entscheidungsfreiheit sorgt für eine sehr hohe Motivation.“ Der Verein verfügt über mehrere Boote, ein Quad, zwei Rettungswagen. Ob Schulsanitätsdienst in Seelow oder Absicherung des Altstadtfestes in Frankfurt: „Wir machen oft, was die großen Organisationen nicht machen oder wofür es kein Geld gibt.“  

30 bis 40 Veranstaltungen sichert der Verein im Jahr ab. Organisiert werden Ausbildungs- und Vorbereitungslager. Vom 22. bis 24. Februar findet in Briesen wieder eine Ausbildung für Ersthelfer statt. Am 12. März folgen die Landesmeisterschaften der Schulsanitätsdienste im Land Brandenburg, die am Karl-Liebknecht-Gymnasium in Frankfurt ausgetragen werden. Die Teilnahme ist offen, auch Unterstützer und Ausbilder aus anderen Vereinen sind dazu herzlich willkommen. Bei einem Markt der Möglichkeiten sollen aus diesem Anlass Gesundheitsberufe vorgestellt werden.

„Wir wollen, dass die Erste Hilfe in die Schullehrpläne aufgenommen wird“, so Philipp Humbsch. Dazu gibt es Kontakte zum Gesundheitsministerium in Potsdam und zur Unfallkasse Berlin-Brandenburg. Unterstützung finden die Helfer auch beim CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Patzelt. Ein Modellprojekt ist die Bertolt-Brecht-Oberschule in Seelow. Dort lernen sowohl Schüler als auch Lehrer, was ein Ersthelfer wissen muss.

„Nur 17 Prozent der Menschen leisten Erste Hilfe. Viele trauen sich nicht aus Angst, etwas falsch zu machen“, weiß Philipp Humbsch und rät: „Frühzeitig mit der Ausbildung zum Ersthelfer beginnen und das Wissen regelmäßig auffrischen. Im Ernstfall rettet das Leben.“  Klemt

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