Wolfgang Huber mahnt zum Zusammenhalt

Wolfgang Huber mahnt zum Zusammenhalt

Im Spannungsfeld zwischen Leben und Tod: Performance des Theaters Frankfurt im Kleist Forum. Foto: Klemt

Neujahrsempfang der Frankfurter Servieclubs im Kleist Forum

Altbischof Wolfgang Huber. Foto: Klemt

Frankfurt (Oder).
Rund 400 Gäste begrüßte Christoph Bruckhoff in der vergangenen Woche zum Neujahrsempfang der Serviceclubs Kiwanis, Lions, Lions Viadrina und Rotary im Kleist Forum. Eingeleitet wurde der Abend mit der Performance des Theaters Frankfurt, die sich dem Spannungsverhältnis zwischen Lebenszeit und Lebenswerk widmete, den Mensch zwischen Selbstanspruch, Hoffnung und Angst zeigte. Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt begeisterte den Saal mit beschwingten Melodien. In den Wandelgängen konnten sich die Besucher über die Aktivitäten der Serviceclubs informieren. Der Erlös der Veranstaltung wurde für ein Projekt gespendet, das Asyl-anten bei der Integration helfen soll. Unter dem Motto: Starten, statt warten können die Beteiligten Praktika in Unternehmen absolvieren.

In seinem Grußwort würdigte Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke das bürgerschaftliche Engagement, mit dem in Frankfurt auf die Herausforderungen des Flüchtlingsstroms reagiert wurde. Derzeit leben 1.300 Flüchtlinge in der Stadt, davon 700 in Objekten der Erstaufnahmeeinrichtung. Wilke betonte, dass der ehrenamtliche Einsatz weit über Fragen der Unterbringung hinausgeht. Es gab ein Talentecamp für Flüchtlingskinder, Theaterworkshops, Sprachkurse, Projekte um gegenseitigen Kennenlernen und eine erste Integrationskonferenz. Die Wohnungswirtschaft unterstützte die Stadtverwaltung bei der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen. Ein Integrationsbeirat wurde 2015 gebildet. „Deutschland, Brandenburg und Frankfurt haben sich klar positioniert“, so Dr. Wilke. „Frankfurt lebt von der Internationalität. Nur so ist eine Zukunft für Frankfurt und ganz Brandenburg möglich.“

Festredner Professor Wolfgang Huber widmete sich ebenfalls der Herausforderung durch die globalen Flüchtlingsströme. Bezugnehmend auf die Ereignisse in Hannover, München, Köln, Hamburg und Stuttgart konstatierte der Altbischof: „Wir leben in ungemütlichen Zeiten.“ Angesichts des internationalen Terrors müsse das „Recht zu leben, wie man möchte“ und das „Recht auf Verschiedenheit“ verteidigt werden. Dabei sei Empathie gegenüber Fremden und Anderen zwar in allen Kulturen tief verwurzelt, aber deshalb noch lange keine Selbstverständlichkeit. Allein den eigenen Lebensstil gegen den Terror zu verteidigen, greife zu kurz. „Dieser Kampf muss sich auf universelle Werte stützen“, so der Ethik-Professor. „Die Anerkennung der universellen Menschenrechte war keine Kopfgeburt, sondern das Ergebnis abgründiger Erfahrungen.“

Auch wenn er begrüße, dass Flüchtlinge zum Wort des Jahres gewählt wurde, sei für ihn das Wort: Zeitspende noch viel bedeutungsvoller. „Menschen spenden das Kostbarste, was sie haben, ihre Lebenszeit. In welchem Umfang sie dies getan haben, das war für mich ein Wunder im Jahr 2015.“ Staat, Wirtschat und Bürger müssten zusammenwirken, um eine Polarisierung der Gesellschaft zu verhindern, mahnte Professor Huber. Nicht Flüchtlinsströme, sondern Fluchtursachen, wie Kriege und Bürgerkriege, müssten bekämpft werden. Das Asylrecht zu bewahren, bedeute aber auch, Menschen, die sich unberechtigt in Deutschland aufhalten, wieder wegzuschicken.   Klemt

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