Unbekannt verzogen und Maik Altenburg begeistern Frankfurter Publikum

Unbekannt verzogen und Maik Altenburg begeistern  Frankfurter Publikum

Einladung zum richtigen Leben

Frankfurt (Oder).
Unter den Kulturereignissen des letzten Wochenendes ragt das Konzert von Unbekannt verzogen, unterstützt durch den Dichter Maik Altenburg, im Theater Frankfurt heraus. Frontfrau Patricia Heidrich kehrte damit zu ihren Wurzeln zurück - sie hat Kindheit und Jugend in Frankfurt verbracht. Ihre Band hat eine eigene grovige, zuweile spröde Klangfarbe kreiert, der die rauchige Stimme der Sängerin ein ungewöhnliches Timbre verleiht. 

Deutsche Texte sind in der Rockmusik so selten,  dass sich das Publikum bescheiden gibt. Das muss es bei Unbekannt verzogen nicht sein. Fröhlich, traurig, zärtlich, zornig, verspielt und ernst bewegt sich die Band  zwischen Sehnsucht und Stadt. Von Andreas Hähles „Kinder auf dem Balkon“, das aus einer gewalttätigen Tristesse einen sich allmählich steigernden Schmerz herausschält, bis zu Werner Karmas „So ne kleine Frau“, das zur liebevollen Hommage an die Silly-Sängerin Tamara Danz wird, reicht die Palette, von den ebenso absurden wie wehmütigen Bedrängtheiten - „Schenk mir keinen reinen Wein ein“, „Genieße den Schmerz, er ist durch dich, durch sie, der schöne“ - bis zur schnoddrigen  Behauptung des eigenen Lebensanspruches: „Ich werf die Nacht in deinen Hut“, „Ich wills heut richtig dreckig, richtig rund“. Brigitte Reimann und Tamara Danz widmet die Gruppe eigene Lieder, das Erfolgsmusical „Linie 1“ beleiht sie um einen der schönsten Songs und hebt sich mit  „Vergrabene Träume“ das Beste fast auf bis zum Schluss. 

Auf der kleinen Bühne sitzen die Musiker konzentriert auf den Hockern. Zeitweise scheint es, als spielten sie wie mit Dämpfer auf dem Instrument. Trotzdem ahnt man die Kraft der Musik, die hier auf zauberische Weise eine Kammerversion von Rock, Blues und Funk zelebriert: Sie kann sich auch im offenen Raum entfalten. 

Eine Bereicherung ist der Dichter Maik Altenburg mit seinen Geschichten und Gedichten. Hier zuhause zu sein, wird ihm zum Sujet. Erfahrungsreiche Schlitzohrigkeit bringt das Publikum zum Lachen, es lauscht der Legende vom Ziegenfisch in der Oder nach und der von Bob Dylan ererbten Flucht aus geistiger und seelischer Enge. 

In dem, was sie tun, sind diese Künstler sehr bei sich. Die Nähe, die daraus entsteht, ist keine Attitüde, sondern eine Einladung ins  richtige Leben. Klemt

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