Dešańske dwórowe mjenja - Dissener Hofnamen

Ein Projekt der Domowina-Ortsgruppe Dissen

Die ersten Hofbesitzer erhielten die Namensschilder für ihre Höfe. Zuvor hatte Bürgermeister Fred Kaiser (auf der Leiter) das Hofnamenschild „Nowakojc“ am heutigen Spreeauenhof angebracht. Foto: K. Möbes

Dissen-Striesow/OT Dissen. In Dissen wird Kulturgut bewahrt: Domowina-Ortsgruppe und Gemeinde Dissen-Striesow wollen die alten, fast vergessenen wendischen Hofnamen wieder aktiv nutzen. Um sie auch öffentlich zu machen, werden an 18 Bauernhöfen Hofnamen-Tafeln angebracht. Die erste wurde am Hof „Nowakojc“, dem heutigen Spreeauenhof, enthüllt.

Hofnamen gab es außerhalb der Lausitz auch noch im Münsterland, in Tirol und in einigen Gegenden Bayerns. Dissener, die in den 1920er und 1930er Jahren geboren sind, kannten noch alle Hofnamen aus ihrem täglichen Sprachgebrauch. Die folgenden Jahrgänge haben die Hofnamen passiv erlebt und nur zum Teil noch selbst benutzt. Die Domowina-Ortsgruppe Dissen hat alle Hofnamen zusammengetragen und in der heute üblichen Schreibweise dokumentiert. Unterstützt wurden sie dabei von Dissenern wie Fritz Resag, Dieter Resag, Walter Kawa und Fritz Jurisch, die ihre Erinnerung zur Verfügung stellten.

Im Wendischen heißt der Bauernhof žywnosć und hängt eng zusammen mit den Begriffen žywjenje = das Leben und žywiś se = sich ernähren. Hieraus ergibt sich die Bedeutung des Bauernhofes als wichtigste Grundlage zum Leben und Überleben im Mittelalter. Zur Bestimmung der Höhe der Abgaben und Dienstleistungen an die jeweilige Herrschaft wurde die Wirtschaftskraft der Gehöfte zugrunde gelegt. Der Hofname war damit eine Vorform der heutigen Steuernummer.

Diese Hofnamen verwiesen auf Eigenheiten der Besitzer, seines Berufes oder die Lage des Hofes, z. B.:

Nowakojc - nowy - neu der Neuling, Neuankömmling

Tyšaric - tyšaŕ - Tischler

Pólakojc - pólo - Feld - Feldmann, Ansiedler auf freiem Feld

Wendische Hofnamen blieben über Jahrzehnte, vielleicht auch über Jahrhunderte bestehen, auch bei Besitzerwechsel oder wenn sich der Familienname durch Heirat änderte. Oft war und ist der Hofname bekannter als der Familienname des Besitzers.

Die Domowina-Ortsgruppe möchte die Hofnamen wieder aktiv nutzen, so wie es bereits mit den wendischen Namen der Ortsteile in Dissen wie „Grabow“, „Wejsy“ oder „Kóńc“ gut funktioniert. Der Erhalt der Hofnamen ist wichtig für die Akzeptanz, das Überleben und aktiven Gebrauch der wendischen Sprache im Alltag und damit ganz wesentlich verbunden mit unserer sorbischen/wendischen Identität. Viele Gäste besuchen Dissen und sind auch an geschichtlichen Aspekten, besonders an der kulturellen sorbischen/wendischen Besonderheit, interessiert.

Die Umsetzung des Projektes ist nur möglich geworden dank der Unterstützung der Dissener Hofbesitzer, des Domowina-Regionalverbandes Niederlausitz e. V. und der LEAG.
Insgesamt konnten mehr als 100 Hofnamen in Dissen ermittelt werden. Wer auch an seinem Gehöft das passende Hofnamenschild anbringen möchte, kann sich im Heimatmuseum, beim Bürgermeister oder beim Vorsitzenden der Domowina-Ortsgruppe Günter Jahn melden. red

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