Die besten Freunde des Schäfers

Pyrenäenberghunde beschützen Schafherde in Kadener Gemarkung

Brandenburg hat sich vom Wolfserwartungsland zum Wolfsland entwickelt. Schafzüchter Karl-Heinz Sitz aus Freiimfelde schläft trotzdem ruhig. Dafür sorgen unter anderem seine Hunde Lila, Egon und Hugo. Fotos: ed

Egon und Hugo zählen zu den verlässlichen Begleiter die ihre angeborene Beschützerrolle des Rudels ernst nehmen. Ein paar Streicheinheiten dürfen es aber auch sein.

Kaden. Die Zeiten in denen Nutztiere auf den Weideflächen ungestört grasen können sind vorbei.
Dafür sorgt nicht zuletzt der Wolf. Wittert er leichte Beute, nutzt er die Gelegenheit. Der Vorfall in Sachsen ist noch in aller Munde.

Schafzüchter Karl-Heinz Sitz aus Freiimfelde schiebt aber nicht nur Isegrim den schwarzen Peter zu. Füchse und Kolkraben holen sich nur allzu gern neugeborene Lämmer und was der „zweibeinige Wolf“ anzurichten vermag, verschlägt einem die Sprache. Der Mensch, das heißt der diebische Mensch, holt sich Schafe von der Weide.
„Bevor wir unsere Hüteschutzhunde hatten, war der Schafklau bei uns an der Tagesordnung“, sagt der Schafzüchter.

Bereits vor acht Jahren hat er darauf reagiert und sich Hunde der Rasse Pyrenäenberghund angeschafft. Als Brandenburg noch zum Wolfserwartungsland zählte, lebten seine Hunde bereits inmitten seiner beiden Herden.

Und gerade das ist das Wesensmerkmal dieser Rasse. Die Schafe sind ihre Familie und die gilt es zu beschützen. Das tun sie aufopferungsvoll. Ihre Erscheinung ist beeindruckend und hält Fremdlinge auf Abstand. Sie zeigen klar und deutlich an „Bis hier her und nicht weiter“. Die wunderschönen weißen Tiere sorgen nicht nur beim Schäfer für ein sorgenfreies Leben, sie sind dem Schäfer und seiner Frau Barbara ans Herz gewachsen. Das beruht auf Gegenseitigkeit, denn das allmorgentliche Streichelritual genießen Mensch und Tier gleichermaßen.

Billig ist das Halten der Hunde nicht. „Vor acht Jahren gab es in den Wolfserwartungsgebieten keine Förderung. Heute ist das anders. Wir sind Wolfsgebiet.  Aber die Zuwendung gibt es nur für direkt ausgebildete und somit geprüfte Hunde. Wir haben damals mit Welpen begonnen und sie allein auf ihr Leben mit den Schafen vorbereitet. Und das haben wir gut hinbekommen.“
Heute sind es fünf Pyrenäenberghunde, die zur Familie Sitz gehören. Kostenpunkt pro Jahr und Tier: zirka 1.000 Euro.

„Sie sind  aber jeden Euro wert“, sagt der Schäfer beim Treffpunkt in der Gemarkung Kaden, wo mehr als 250 Schafe von Lila, Egon und Hugo bewacht werden. Ein großer Teil der Schafe befindet sich derzeit im Stall, denn die Lämmer werden geboren. Und so heißt es jeden Morgen - sieben Tage in Woche - Herdenkontrolle, die Tiere im Stall versorgen, Zäune umsetzen. Krank sein? „Was ist das“, fragt Barbara Sitz lächelnd.

Karl-Heinz Sitz ist seit 42 Jahren Schäfer und hat sich vor 17 Jahren den Wunsch als selbstständiger Schafzüchter erfüllt. Startkapital waren die gekauften Tiere von der damaligen LPG. Bereut hat er diesen Schritt  nicht, sagt der 58-jährige. Die Arbeit mit den Tieren ist seine Bestimmung.
Und seitdem er sich für die wachsamen Vierbeiner entschieden hat und es noch keine Verluste zu beklagen gab, genießt er es noch mehr Schäfer zu sein.

Der morgendliche Rundgang beweist ihm, es war richtig, sich dafür zu entscheiden.
„Diese Art des Wachschutzes ist einfach die Beste. Und ich danke jeden Morgen meinen Hunden dafür, dass sie so gut auf ihr Familie aufgepasst haben“, sagt Karl-Heinz Sitz und streichelt dabei Egon und Hugo über den wuscheligen Kopf ... ed

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