Turkmenische Delegation fasziniert von digitalen und analogen Leistungen des Brandenburgischen Kataster- und Vermessungswesens

Kataster- und Vermessungsamtsleiter Jürgen Kuse gibt Einblick in die Geschichte und tagesaktuelle Arbeitsweisen des Katasterwesens im Landkreis

Die Turkmenische Delegation über historischem Kartenmaterial. Foto: Pressestelle LDS

Lübben. Am Donnerstag begrüßte Kataster- und Vermessungsamtsleiter Jürgen Kuse im Namen des Landrates eine turkmenische Delegation bestehend aus Mitarbeitern des dortigen Justizministeriums, der Registrierungsverwaltung und Beratern der Regierung zur Gesetzgebung in der Kreisstadt Lübben. Ziel der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH war es, durch Wissenstransfer und internationale Zusammenarbeit die Rechtsstaatlichkeit in Zentralasien zu fördern.

Die 10 turkmenischen Juristen und Registratoren wollten sich mithilfe des internationalen Austausches einen Einblick in die Historie und die heutigen Arbeitsweisen des Kataster- und Vermessungswesens verschaffen. Gerade die Verbindung zwischen Liegenschaftskataster und Grundbuch war von großem Interesse.  Zu Beginn des Jahres 2016 trat in Turkmenistan ein neues Gesetz zum Öffentlichen Register in Kraft, welches nun entsprechend umgesetzt werden soll.

„Mit unserer Studienreise nach Georgien und Deutschland soll der Aufbau eines Registers in Turkmenistan erleichtert werden. Zunächst besuchten wir in Leipzig das Grundbuchamt“, teilte die Übersetzerin der Delegation mit.

Nach einer kurzen Begrüßung stellte Amtsleiter Jürgen Kuse den Landkreis Dahme-Spreewald vor und erläuterte die Organisation des hiesigen Katasterwesens als Aufgabe der Bundesländer, die der Sonderaufsicht des Ministeriums des Innern unterliegen. Bei seinem Einblick in die Vergangenheit des Katasters erfuhren die Zuhörer, dass der Aufbau des Katasters auf die Zeit von 1861-1865 zurückgeht. „Im deutschen Grundgesetz ist das Recht auf Eigentum gewährleistet. Damit kommt dem Kataster die Funktion zu, einen flächendeckenden Nachweis und die Sicherung von Eigentum zu gewährleisten“, so Jürgen Kuse. Im Landkreis Dahme Spreewald stehen alle Unterlagen für Privatgrundstücke lückenlos seit den 1860er Jahren zur Verfügung. Damit ist es möglich, zahlreiche Anfragen zu Grundstücken bis in die Zeit von 1861 zurückzuverfolgen.

„Das Katasteramt und das Grundbuchamt sind eng miteinander verbunden. Werden neue Flurstücke im Katasteramt eingeführt, müssen diese Informationen im Grundbuch vermerkt werden. Welche hohe Bedeutung dem Austausch der Informationen zukommt, machen die rund 150.000 Daten, die von Seiten des Katasteramtes an das Grundbuchamt im Jahr 2015 übermittelt wurden, deutlich“, so Kuse weiter. Es lässt sich erahnen, dass diese enorme Anzahl nur mithilfe digitaler Medien möglich ist. Wie die Entwicklung hin zur heutigen Nutzung des Internets und der Geoinformationssysteme von Statten ging, war ebenfalls Thema der Zusammenkunft. Beeindruckt waren die Delegierten aus Turkmenistan, dass jedermann eine Vielzahl an Informationen basierend auf der Grundlage des Liegenschaftskatasters öffentlich im Geoportal über die Internetseiten des Landkreises einsehen kann.

Im Anschluss an die Präsentation überzeugten sich die Teilnehmer von den Arbeitsbedingungen und Aufgaben der Mitarbeiter des Katasteramtes. Hier gewannen sie zudem einen Einblick in das historische Kartenmaterial. red

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