Forum für Einheimische und Flüchtlinge

Forum setzt sich ein für Unterspreewälder und Neuankömmlinge

Klaus und Emine Petzel sortieren gespendete Kleidungsstücke in die Regale der Kleiderkammer ein. Foto: ed

Neuendorf am See. „Wir haben hier seit 25 Jahren eine Notsituation“. Der Satz, geprägt von einem Alt Schadower Bürger, hinterließ bei Klaus Petzel einen bleibenden Eindruck. Vor drei Jahren kehrte er nach 24 Jahren im Ausland zurück nach Deutschland und ließ sich in Neuendorf am See nieder. Herrlich ruhig lebt sich’s hier. Zu ruhig, um noch einmal auf den obenstehenden Satz zurück zu kommen.
Gleichzeitig bildete er die Grundlage für die Entstehung der Ansässigenhilfe Neuendorf und Nachbargemeinden, kurz „AHNUNG“.

Das Forum  vereinigt Menschen aus Neuendorf am See und den umliegenden Gemeinden, die etwas ändern wollen. Hauptaugenmerk liegt auf den älteren Mitbürgern, den Jugendlichen, den Kindern und auch auf den Neuankömmlingen.
Erklärtes Ziel ist Aktivität in die Gemeinden bringen, ein lebenswerteres Dasein im Unterspreewald gestalten.

Klaus Petzel: „Vor allem mit den derzeitigen Herausforderungen wie Alters- und Infrastruktur, Angebote für Jugendliche und Kinder, Unterbringung und Integration von Asylbewerbern besteht unserer Meinung nach ein breites Aufgabenfeld für „AHNUNG“. Ganz oben auf der Liste steht eine bessere medizinische Versorgung für alle Anwohner aber auch für die Asylbewerber. 137 sind in Wutscherogge, dem ehemaligen Haasenburgheim, untergebracht - mitten im Wald, mehr als drei Kilometer entfernt von Neuendorf. „Wir brauchen Unterstützer, um einen Fahrdienst einrichten zu können. Jetzt läuft das mehr recht als schlecht. Wer Zeit hat, fährt. Wir brauchen für die Menschen hier eine gesicherte Notfallversorgung. Ältere Menschen, die zum Arzt müssen oder Einkäufe erledigen möchten und vieles mehr. Fördergelder stehen uns zur Verfügung.“
Nun wird in Kürze eine Ärztin eine monatliche Sprechstunde im Flüchtlingsheim einrichten. „Vielleicht können wir das auch für den Ort selbst organisieren“, sagt Klaus Petzel.
Es gibt Planungen, die die Kinder und Jugendlichen miteinbeziehen. Vorstellbar sind Computerkurse, gemeinsame Aktivitäten, die auch die Bevölkerung miteinbezieht.

"Wir sind für alle Ideen offen und freuen uns über Meinungen und Vorschläge.“ Für die Heimbewohner hatte das Forum einen Spendenaufruf gestartet. Erfolgreich, wie Klaus Petzel bestätigt. Neuendorfer und auswärtige Bürger hatten Wintersachen gespendet. Die zumeist jungen Männer sind sehr schlank, sodass viele gute Kleidungsstücke unbrauchbar sind. Da unter den Flüchtlingen ein versierter Schneider ist, wäre eine funktionierende Nähmaschine die perfekte Spende. Somit könnten Hosen, Hemden und Pullover passend aufgearbeitetet werden.
Die Kleiderkammer wurde durch ehrenamtliche Mitarbeiter aus Neuendorf am See gemeinsam mit hilfsbereiten Bewohnern eingerichtet.  Vieles wird noch benötigt. Schuhe, Hosen, Pullover, Rucksäcke, Bettwäsche, Handtücher aber auch Hygieneartikel (Zahnpasta, Shampoo, ...) und in absehbarer Zeit auch Kinderwagen, da zwei Frauen schwanger sind.  Was genau benötigt wird und wie man spenden kann, erklärt Klaus Petzel: „Wir freuen uns über jede Spende. Aber um das Problem mit den viel zu großen Sachen zu umgehen, sollten Hosen am Bund sehr schmal sein (Jeans 30/32), Damenschuhe werden in den Größen 38/39 und Sportschuhe ebenfalls in 38/39 und 43 gebraucht. Wer möchte, kann mich gern anrufen, dann kann ich Auskunft geben, was gerade am notwendigsten ist.“ Bei Bedarf werden die Spenden abgeholt.

Außerdem untermauert er seinen Wunsch, die Geflüchteten so schnell wie möglich durch geeignete Kurse (Deutsch, Verhalten im Alltag) zu integrieren. Nicht nur, dass die 137 (166 sind geplant) ein Dach über dem Kopf haben, der Idealfall wäre, dass die Einwohner die Flüchtlinge nicht als Belastung oder Problemfall sehen. „Das wird ein langer Weg, dessen bin ich mir sicher. Man sollte aber versuchen, auf diese Menschen zuzugehen und den Dialog zu suchen. Für den Frühjahr ist ein Fest geplant, zu dem die bisherigen Spender und die Ansässigen, die das möchten, eingeladen werden.“
ed
Nähere Informationen zu „AHNUNG“ unter www.ahnung.info.

Klaus Petzel ist telefonisch unter 035473 / 81 18 90 erreichbar.

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