ATZ Abdichtungen

In tiefer Sorge

Schlagabtausch um BM-Abwahl jetzt im Internet

16.03.2012

Wehrt sich gegen Kritik: Arno Jaeschke. Foto: D. Fink

Wehrt sich gegen Kritik: Arno Jaeschke. Foto: D. Fink

Altlandsberg.

„Ich möchte, dass das Leitungschaos endlich ein Ende hat." Mit dieser Hoffnung ist eine der vielen Wortmeldungen überschrieben, die sich im Internet der Abwahl von Altlandsbergs Bürgermeister Arno Jaeschke widmen. Doch auf der Seite www.abwahl-jaeschke.de von SPD, Linke und Bürgerfraktion finden sich auch Meldungen konkreteren Inhalts. Kritisch unter die Lupe werden etwa unsinnige Planungskosten oder angestrebte Pensionsansprüche genommen. Mittlerweile sind die Meinungsäußerungen und Argumente von Kommunalpoltikern so zahlreich, dass deren Lektüre zum abendfüllenden Programm geraten kann.

Der Austausch Pro und Contra zur Abwahl des Bürgermeisters, für die sich die Stadtverordneten am 13. Februar mit übergroßer Mehrheit ausgesprochen hatten, findet über das Verteilen von Flyern hinaus nunmehr im Internet statt. Unter www.arno-jaeschke.de geht auch der Amtsinhaber in die Offensive. Einzusehen ist hier nicht nur seine Erklärung zum Abwahlantrag und eine Liste mit umgesetzten Vorhaben und Projekten, Arno Jaeschke greift gern auch gegen ihn gerichtete Verlautbarungen auf, um seine Sicht auf die Dinge kund zu tun. So wehrt er sich etwa gegen den Vorwurf, der Verwaltung einen Maulkorb verpasst zu haben oder dass er die Stadt isoliert habe.

In Reaktion auf im BlickPunkt zitierte Meinungsäußerungen hat Arno Jaeschke unter der Überschrift „Abwahlbegehren Altlandsberg: Jetzt spricht der Bürgermeister" seinem Unmut Luft gemacht. „Die gemachten Anschuldigungen gehen weit über den Vorwurf der nicht funktionierenden Verwaltung hinaus, sie gehen unter die Gürtellinie, sind schlicht falsch und unehrlich", so Arno Jaeschke in seinem Schreiben an die Redaktion (vollständiger Text nachfolgend).

Der Bürgerentscheid für die Abwahl wird am 25. März stattfinden. Für eine Abwahl genügt eine einfache Mehrheit, allerdings muss diese mindestens 25 Prozent aller wahlberechtigten Altlandsberger ausmachen. fi

„Abwahlbegehren Altlandsberg : Jetzt spricht der Bürgermeister"

Reaktion von Arno Jaeschke auf BlickPunkt-Artikel

„Unfähigkeit", „Katastrophale Zustände", „Verwaltung kaputt gemacht" - das sind nur einige der im Blickpunkt zitierten Vorwürfe von Vertretern der Linken, der Landfraktion und der SPD in Altlandsberg, um die Bürgerinnen und Bürger zu bewegen, mich am 25. März als Bürgermeister der Stadt Altlandsberg abzuwählen.

Nun bin ich wie jeder Mensch nicht fehlerfrei. Meine Verwaltung antwortet tatsächlich noch nicht so schnell auf Schreiben und Hinweise von Bürgern, wie ich es gerne hätte. Das Ordnungsamt ist noch zu selten in der Stadt und den Ortsteilen unterwegs. Und auch ich würde mir wünschen, dass das eine oder andere Projekt schon weiter wäre, als es ist. Dennoch ist der Vorwurf, es gäbe in der Stadt keine funktionierende Verwaltung, nicht nur vollkommen übertrieben, sondern tut auch den Mitarbeitern der Verwaltung unrecht, die täglich ihr Bestes geben.

Die gemachten Anschuldigungen gehen weit über den Vorwurf der nicht funktionierenden Verwaltung hinaus, sie gehen unter die Gürtellinie, sind schlicht falsch und unehrlich. So behauptet Herr Andruleit (SPD), mein Vorgänger im Amt des Bürgermeisters der Stadt Altlandsberg, mir „eine gut funktionierende Verwaltung übergeben" zu haben, die ich „in kurzer Zeit kaputt gemacht" hätte. Die Fakten sprechen eine andere Sprache:

  • Bereits zu Beginn meiner Amtszeit musste ich feststellen, dass Frau Kurras (damalige Kämmerin und Stellvertreterin des Bürgermeisters Andruleit) den Stadtverordneten einen manipulierten Bericht der Rechnungsprüfungsbehörde vorgelegt hat, mit dem Fehler der Verwaltung vertuscht wurden. Dies wurde übrigens gerade vom damaligen Stadtverordnetenvorsteher Otto Edel scharf kritisiert.
  • Dazu kamen rechtswidrig von der Verwaltung vergebene Kredite in Höhe von 2,4 Mio DM an eine frühere Genossenschaft, wobei die Restschuld ohne den notwendigen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von der Verwaltung unbefristet niedergeschlagen wurde. Diese Restschuld muss nun von mir gerichtlich eingefordert werden.
  • Viele Satzungen waren wegen rechtlicher Fehler unwirksam.
  • Gebühren und Beiträge wurden nicht wie vom Gesetz vorgeschrieben kalkuliert.


Von daher hat die frühere Verwaltung nur auf dem ersten Blick gut funktioniert und eine Veränderung in der Verwaltung war nötig. So verteilte ich die Verantwortlichkeiten neu und schuf kleinere, effektivere und schlagkräftigere Sachgebiete. Das Problem ist, dass die Stadtverordneten von SPD, Linken und Landfraktion diese Verwaltungsreform blockieren und meine Vorschläge der Besetzungen der sehr wichtigen Abteilungsleiter-und Sachgebietsleiterebene (die Stadtverordneten müssen zustimmen) ablehnten. Dass genau diese Stadtverordneten mir nun diese nicht besetzten Stellen in ihrem Abwahlantrag vorwerfen, ist nicht aufrichtig.

Warum aber wird meine Abwahl mit diesen selbst geschaffenen Vorwürfen betrieben? Mein Gefühl ist, dass SPD, Linke und Bürgerfraktion noch nicht verwunden haben, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt mir ihr Vertrauen gegeben haben und keinem der von ihnen unterstützten Kandidaten. Der Abwahlantrag hat das Ziel, den Willen der Wähler zu „berichtigen". Auch war ich nie dafür zu haben, schmutzige Sachen unter den Teppich zu kehren.

Zudem steht im April die Gerichtsentscheidung über die oben dargestellte Kreditvergabe an. Herr Andruleit und die ehemalige Kämmerin Frau Kurras sind an diesem Tag als Zeugen vor Gericht geladen und müssen Stellung zu ihren Handlungen nehmen. Bereits im Jahr 2009 hatte ich mich Versuchen einzelner Stadtverordneter von Linken und Bürgerfraktion entgegenstellen müssen, durch „Geschäfte‘" mit dem Schuldner diese Angelegenheit auf Kosten des Steuerzahlers unter den Teppich zu kehren. Würde ich im März abgewählt werden, gäbe es für diese „Geschäfte" freie Bahn …

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Altlandsberg haben am 25. März die Wahl: Sie können mit Ankreuzen des ,,Ja‘" auf dem Wahlzettel den Vorwürfen gegen mich Glauben schenken und mich abwählen. Oder sie können mit einem „Nein" meinen Weg der bürgerfreundlichen Umstrukturierung der Verwaltung und des rechtmäßigen Verwaltungshandelns ohne Rücksicht auf „Befindlichkeiten" unterstützen.

?

Arno Jaeschke

Bürgermeister der Stadt Altlandsberg 

E-Mail: mail@arno-jaeschke.de

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(6) Kommentare
Sa, 17.03.2012
08:49
Rensch aus Altlandsbeerg
Als Bürger kann man diesen Hickhack nicht verstehen, man weis nicht was richtig oder falsch ist, "Jeder" will sich profilieren. Am Besten wäre, sämtliche Stadtverordnete treten zurück.

So, 18.03.2012
09:54
Dr. Ellen DÄmpfert aus 15345 Altlandsberg
Punkt 1, 2, und 4 seiner "Fakten "sind falsch und erlogen, dafür gibt es inzwischen genügend Gegendarstellungen.Herr Jaeschke kann seinerseits froh sein, wenn seine Falschbehauptungen für ihn keine rechtlichen Konsequenzen haben."Seine" Verwaltung verschickt derzeit berichtigte Kitagebührenbescheide mit zum Teil horrenden Nachzahlungsforderungenen. Auch sein Gefühl täuscht ihn!!! Hat Herr Jaeschke vergessen, dass er in der Stichwahl, nachdem die Kandidaten der Linken und der SPD im ersten Wahlgang ausgeschieden waren, nur mit der Unterstützung der SPD und deren Wahlempfehlung an ihre Wähler für ihn, überhaupt Bürgermeister werden konnte. Leider hat sich die Linke damals zurück gezogen und auf eine Wählerempfehlung zugunsten der Kandidatin der Bürgerfraktion verzichtet. Merkt der interessierte Bürger, dass sich Herr Jaeschke selbst im Laufe seiner Tätigkeit als BM ins "Aus" befördert hat?

Mo, 19.03.2012
23:31
Nora aus 15345 Altlandsberg, Berliner Allee 37c
Bei all den Schuldzuweisungen, Verfehlungen, Verfahrensfehlern usw. die man dem BM anlastet, muß man sich doch ernsthaft fragen, warum die SVV einschließlich Herrn Gujjula erst jetzt an die Öffentlichkeit treten. Als Einwohner der Amtsgemeinde Altlandsberg wird man ja regelrecht genötigt den BM abzuwählen. Die SV haben fast 4,5 Jahre gebraucht, um die Unfähigkeit des BM anzuprangern, man hatte Angst vor negativen Schlagzeilen in der Presse. Nur gut, daß wir immer noch die Presssefreiheit und freie Meinungsäußerung haben in dieser Demokratie!! Ich sehe überhaupt nicht ein, warum ich der SV und Herrn Gujjula einen Gefallen tun soll mit meiner Abwahl des BM. Ich sage ganz einfach, es müssen Neuwahlen her und die ganze versumpfte SVV sollte abtreten, die schon viel zu lange an ihren Stühlen klebt. Herr Gujjula, sollte sich ausschließlich auf seine Patienten konzentrieren, sonst läuft er Gefahr eines Tages ein leeres Wartezimmer vorzufinden.

Di, 20.03.2012
12:52
Altlandsberger aus Altlandsberg
Frau Dämpfert, Sie arbeiten nicht mehr im Ministerium für Nationale Verteidigung in Strausberg. Sind Sie noch nicht in der BRD angekommen? Sie sollten die Partei wechseln.

Di, 20.03.2012
13:43
Altlandsberger80 aus Altlandsberg
@Altlandsberger: Kaum bringt jemand Argumente die für eine Abwahl sprechen, wird der Kommentator auf persönlicher Ebene angegriffen. Dies ist für mich nicht nachvollziehbar.

Mi, 21.03.2012
19:11
Miezie1994 aus Altlandsberg
An Altlandsberger80 Falls Sie Frau Dämpfert meinen , muß ich sagen , daß sie ja auch aus allen Rohren schießt . Man kann die ideologische Grundhaltung dahinter förmlich riechen . Scharf und rigide empfinde ich ihre Worte . Als alter Ossi bekomme ich da sofort wieder Beklemmungen .

 

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