Geplante Erneuerung der Straßenbeleuchtung erregt die Gemüter

Geplante Erneuerung der Straßenbeleuchtung erregt die Gemüter

Thomas Zische von der Schwedter Stadtverwaltung (l) und Carsten Vogt vom Planungsbüro M+W Group (m) zeigten den Herrenhofern auf Luftbildaufnahmen wo die neuen Lampen aufgestellt werden sollen. Foto: Andreas Schwarze (asc)

Möglicher Konsens im Schwedter Ortsteil Herrenhof gefunden

Schwedt/Herrenhof. Im Schwedter Ortsteil Herrenhof ist es nicht anders als in anderen kleinen Gemeinden im Landkreis Uckermark. Hier und da steht eine Laterne, meist noch aus der Vorwendezeit und "dunkle Ecken" prägen das Ortsbild. Für Nostalgiker und Romantiker vielleicht eine schöne Vorstellung, nicht aber für Thomas Zische. Er ist Leiter des Referats "Stadt- und Ortsteilpflege" im Rathaus der Stadt Schwedt. "Wir haben als Kommune eine Verkehrssicherungspflicht und wenn es mal zu einem Unfall kommen sollte, so ist die Stadt in der Pflicht nachzuweisen das die Mindestansprüche an eine nach gültiger DIN-Norm gerechter Ausleuchtung erfüllt sind," sagte er auf einer Anliegerversammlung am vergangenen Dienstagabend.

Anwesend war auch Carsten Vogt. Er ist Projektleiter bei der M+W Group und mit der Planung der Ortsteilbeleuchtung beauftragt. Auch er machte deutlich: "Straßenlampen müssen in einem gewissen Abstand stehen, nur so wird die vorschriftsmäßigen Ausleuchtung garantiert. Es kommt dazu das sich bei meiner Planung an bereits vor über zehn Jahren verlegten Kabelschlaufen die schon in der Erde liegen orientiert werden musste."

Bei der geplanten Erneuerung kommen nun Anliegerbeiträge auf die Menschen im Ort zu. Und das schmeckt so manchem Herrenhofer nicht. In einem Brief an die BlickPunkt-Redaktion argumentiert Sigrid Leibersberger; "Das kleine Dorf Herrenhof hat gerade mal 99 Einwohner. Wer nicht nach Herrenhof will, der fährt dort auch nicht hin, denn die zwei Straßen im Ort führen nicht weiten." Auch die Eigenbeteiligung der Anlieger von bis zu 65 Prozent an den Kosten wird im Schreiben angeprangert. Auf der Anliegerversammlung legte sie nach, die geplanten LED-Leuchten seinen hässlich und passten nicht ins Ortsbild. Da sie mit ihrer Meinung unter den Anwesenden nicht alleine war, so versprach Carsten Vogt vom M+W Planungsbüro: "Wir können auch andere Modellvarianten prüfen, doch muss und das betone ich nochmals, die DIN-Vorschrift an die Ausleuchtung im Ort erfüllt werden!" Nun sollen den Anligern neue Vorschläge für andere Modellvarianten unterbreiten werden, ein Entgegenkommen der Stadt Schwedt. Ebenso was die Umlage auf die Anlieger angeht will man ein Stück weit die Kostennote drücken. Denn die ehemals entstandenen Kosten für die vor Jahren geschehene Erdkabelverlegung sollen nicht umgelegt werden. Die Kosten für den Eigenanteil pro Haushalt liegen übrigens nachgerechnet im Schnitt bei knapp 800 Euro. Die Gesamtinvestition liegt bei 77 Tausend Euro. Auch die vor dem Ortsschild geplanten zwei bis drei Leuchten, können eventuell bei der Umlage vernachlässigt werden.

Auf der nächsten Stadtverordnetenversammlung im März 2018 soll sich nun erneut mit der Thematik auseinandergesetzt werden. asc