Begeistert von „Paddy“ Kelly

Begeistert von „Paddy“ Kelly

Von sechs bis Sechzig: Paddy Kelly begeisterte in Wilhelmshorst anlässlich seines „Stars for free“-Auftritts die Zuschauer. Foto: ugw

Über 1.500 Zuschauer beim „Stars for free“ Konzert

Michendorf. Ein bunt gemischtes Publikum konnte am vergangenen Donnerstag ein Popkonzert der ganz besondern Art erleben. Draußen und umsonst - Patrick Michael Kelly kam zum Anbruch der Dämmerung mit einer fantastischen Begleitband und spielte gut eine Stunde alte Hits und Songs aus seinem aktuellen Album.

Ein ehemaliger Weltstar zu Gast im verträumten Wilhelmshorst. Wie geht denn das? Im Vorfeld der Veranstaltung hatte ein Berliner Radiosender zur Wahl des Veranstaltungsorts via Internet aufgerufen. 50 Orte standen dabei zur Auswahl. Gewonnen hat die Gemeinde Michendorf mit insgesamt erstaunlichen 117.951 Votes. Nachdem Michendorf als Sieger feststand, präsentierte die Gemeinde dem veranstaltenden Radiosender vier Auftrittsorte. Die Entscheidung fiel zugunsten von Wilhelmshorst. Auf dem Aussengelände des Gemeindezentrums an der Albert-Schweizer-Straße herrschte während der Veranstaltung Ausnahmezustand. Fahrzeuge durften nur noch in eine Richtung verkehren, zahlreiche Getränkestände und KfZ-Kennzeichen aus ganz Deutschland dominierten das veränderte Dorfbild.

Fans von Köln bis Waren an der Müritz waren angereist und fachsimplen über Vergangenes und Zukünftiges rund um ihr Idol. Fankult in Reinkultur. Sogar ein nahegelegendes Restaurant wurde komplett gesperrt, weil Paddy Kelly dort eine Suppe aß. Auf der Bühne präsentierte sich der Star als eine Mischung aus Rock- und Folkmusiker. Der gebürtige Ire versuchte, sich in einem Song sogar als Latino-Sänger, spielte neben Gitarre und Klavier auch Bongos für ein Minisolo. Für jeden war etwas dabei, die Zuschauer entsprechend begeistert. Wobei das einheimische Publikum als eher neutrale Beobachter distanziert positiv diese unverhoffte Veranstaltung genossen, während die Teens und angereisten Fans fast willenlos kreischten. Da war es dann auch egal, dass der an den Hüften etwas rund gewordene Star seine Text vergaß und manchmal sehr eigenwillige Kommentare abgab: "Wenn man kein Platz macht, dann wird Platz genommen", war beispielsweise die Ankündigung für ein wirklich hörenswertes Gitarrensolo seines Begleitmusikers.

Unter dem Strich störte aber selbst die ausgerufene Schweigeminute im Konzert tatsächlich niemanden. Eine wirkliche Enttäuschung gab es nur für die ganz harten Kelly-Fans. Ihnen wurde jedweder Zugang zu ihrem Star vor, während und vor allem nach den Konzert verweigert. Keine Fotos, keine Autogramme. Tränen der Verzweiflung paarten sich darauf mit Verschwörungstheorien, wo der Star denn nun noch zu finden sei. Das führte zu Belagerungen der nahegelegenen Gastronomie, die selbstverständlich erfolglos blieben, denn seine Suppe hatte der Weltstar ja bereits am Nachmittag ausgelöffelt.  ugw

Kommentare

  1. User
    Kristin Frankenberg, So, 08.10.2017 11:02

    Das ist mit Abstand der schlechteste Artikel den ich seit langem gelesen habe!