Potsdam kann Schule

Potsdam kann Schule

Bürgermeister Burkhard Exner und Architekt Wolfhardt Focke überreichen Schulleiterin Kirsten Schmollack und den beiden Zwölftklässlern Klara Schoft und Lucas Spelly im Beisein von Kis-Werkleiter Bernd Richter (v.l.) Basketbälle, Tischtennisschläger und Billardkugeln. Foto: sg

Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule startet neues Schuljahr in eigenen Räumen

Die neue Turnhalle mit vier Feldern ist zurzeit Potsdams größte Schulsporthalle. Weitere sollen am Stern und in Waldstadt entstehen. Foto: sg

Potsdam. Für die rund 630 Schüler der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule gibt es zum Schuljahresanfang einen guten Grund zur Freude: Mit einem Jahr Verspätung ist ihr neues Schulgebäude an der Esplanade im Bornstedter Feld endlich fertiggestellt. Das kostete Schulleiterin Kirsten Schmollack und einige ihrer Mitarbeiter einen Teil der Ferien, denn seit Anfang August war die neue Schule bezugsfertig. Rund 1.000 Kisten mit Unterrichtsmaterial haben sie in Potsdam-West gepackt und im Bornstedter Feld wieder ausgepackt. Es sei eine wahre Freude gewesen zu beobachten, wie die Lehrerschaft das Haus erobert und eingenommen habe, erzählte Architekt Wolfhardt Focke am Dienstag beim Rundgang von Bürgermeister Burkhard Exner in der Schule.

Focke selbst ist erst seit etwa einem Jahr mit dem Bau beschäftigt. Aufgrund von Baumängeln, die durch Fehlplanungen des ursprünglichen Architekturbüros bereits im Jahr 2015 entstanden waren, hatte die Stadt einen neuen Krisenmanager ins Boot geholt, der das Schulgebäude gemeinsam mit der städtischen Projektleiterin Anja Tefs zu Ende gebracht hat. Ein großer Vorteil der wachsenden Stadt seien die neuen Schulen, betonte Bürgermeister Burkhard Exner. Der Kommunale Immobilienservice Kis müsse mittlerweile in erster Linie Schulen bauen, da die Stadt mit einem Zuzug von etwa 60.000 Personen bis 2030 rechne. 2013 lebten in Potsdam noch 140.000 Menschen, bis 2030 wird erwatrtet, dass die 200.000er Marke geknackt wird. Ein Zuzug von 60.000 Menschen bedeute etwa die Größe einer Stadt wie Frankfurt (Oder), erklärte Exner den Oberstufenschülern. Zusätzliche Schulen sind also dringend erforderlich.

Seit 2011 hat der Kis rund 200 Millionen Euro in die Bildungsinfrastruktur der Stadt investiert, allein in diesem Jahr waren es bis jetzt schon 44 Millionen. Der Neubau der Leonardo-da-Vinci-Schule hat etwa 25 Millionen Euro verschlungen. In dem Bau auf dem 25.000 Quadratmeter großen Grundstück mit einer Brutto-Grundfläche von 13.800 Quadratmetern können bis zu 860 Schüler unterrichtet werden. Da die Schule noch aufwächst ist zurzeit nur die siebte Klassenstufe fünfzügig. Die achte, neunte und zehnte Klassenstufe haben jeweils vier Parallelklassen und die Oberstufe hat in allen drei Jahrgängen jeweils drei Parallelklassen. Zum ersten Mal kann im Sommer 2018 in der Schule das Abitur abgelegt werden, damit sind alle Klassen der Sekundarstufen abgedeckt.

Kamen die Schüler in den ersten Jahren zumeist aus Potsdam-West und den angrenzenden Umlandgemeinden, so richtet sich die Schule seit 2016 in erster Linie an Familien aus dem Potsdamer Norden. Gebaut ist sie komplett barrierefrei, so dass körperliche Einschränkungen oder besondere Förderbedarfe kein Hindernis darstellen. Offensichtlich ist das an der Beschilderung der Klassenräume, die auch in Brailleschrift erfolgt ist und die die Räume damit auch für Blinde und sehbehinderte Schüler leicht erreichbar macht. In den Fachkabinetten für Naturwissenschaften und Informatik wurde die Barrierefreiheit vor Eröffnung ausgiebig von Schülern mit eingeschränkter Mobilität getestet.

Richtig chillen in der Mittagspause? Auch das ist kein Problem in der neuen Leonardo-da-Vinci-Schule. In einem Raum, der ursprünglich Schulbibliothek werden sollte, soll es in Zukunft nicht nur Schultheater, Lesungen und Zeitzeugengespräche, sondern auch Yogakurse in der Mittagszeit geben. Danach sind alle wieder fit für den Unterricht.

Wer weniger auf Yoga steht, kann sich in der risigen Vierfelder-Sporthalle fit machen. Um die Halle optisch nach außen zu verkleinern, wurde sie um fünf Meter im Boden versenkt. Potsdams größte Schulsporthalle wirkt damit wie ein niedriges Nebengebäude und bietet Zuschauern zudem einen ebenerdigen Zugang zur Tribüne. Ergänzt wird die Halle durch weitläufige Außensportanlagen mit 100-Meter-Bahn und Kugelstoßring. In den für die Ganztagsbetreuung vorgesehenen Räumen gibt es außerdem einen etwas in die Jahre gekommenen Billardtisch, den die Schulleitung aus dem alten Gebäude in der Haeckelstraße herüber gerettet hat. Neue Billardkugeln, Basketbälle und Tischtennisschläger brachten Bürgermeister Exner und Architekt Focke den Schülern am Dienstag mit. Bei denen überwiegt noch das Staunen über den makellosen neuen Schulbau mit seinen rund 1.200 Meter langen Fluren, die sie noch erkunden müssen. sg

Kommentare

  1. User
    Schmoock Potsdam, Sa, 09.09.2017 14:59

    Die Überschrift "Potsdam kann Schule" zu Ihrem o.a. Artikel zur Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule ist für mich unverständlich. Ich frage mich, was diese Überschrift aussagen soll. Zugleich stellt sich mir die Frage, ob der Verfasser des Artikels Probleme mit der deutschen Sprache hat. Dies wäre eine Erklärung für die obige Überschrift. M.Schmoock, Potsdam