Modellprojekt BEA hilft Unternehmen und Geflüchteten

Unterstützung bei der Integration und im Kampf gegen Fachkräftemangel

Potsdam. Das Modellprojekt "bea-Brandenburg - Betriebliche Begleitagentur" baut das Informationsangebot für Unternehmen zur Integration von Geflüchteten in Arbeit weiter aus: Am Donnerstag ist die neue Internetpräsenz an Netz gegangen, mit der Betriebe noch einfacher wichtige Informationen sowie richtige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort finden können.

Neue Kernstücke sind eine interaktive Angebots-Landkarte und sechs kurze Filme über die gelungene Beschäftigung von Geflüchteten. Seit dem Projektstart Anfang 2016 hat bea-Brandenburg bereits rund 300 Unternehmen zur Beschäftigung und Qualifizierung von Geflüchteten informiert. 46 Unternehmen wurden bei der Suche, Einstellung oder Beschäftigung junger Geflüchteter vom bea-Team mit konkreten Angeboten beraten oder begleitet, 17 Geflüchtete konnten erfolgreich in Unternehmen eingegliedert werden. Das dreijährige Modellprojekt startete auf Initiative der Wirtschaft. Es wurde vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB) und dem Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin-Brandenburg (bbw) entwickelt. Das Arbeitsministerium und das Wirtschaftsministerium fördern es mit rund 580.000 Euro aus Landesmitteln.

 "Geflüchtete und Unternehmen können voneinander profitieren. Geflüchtete bringen viele Kompetenzen mit und wollen arbeiten, Unternehmen suchen Fachkräfte. Wir sehen, dass viele Unternehmen daran interessiert sind, Geflüchtete in Ausbildung oder Beschäftigung zu übernehmen, gleichzeitig aber auch viele Fragen zum Beispiel zum Arbeits- und Aufenthaltsrecht oder zur Sprachförderung haben", sagt Arbeitsministerin Diana Golze. "Die Betriebliche Begleitagentur hilft hier ganz konkret, so dass Betriebe schneller Geflüchtete mit passenden Fähigkeiten finden und einstellen. Wir hoffen, dass noch mehr Betriebe das Angebot nutzen."


Wirtschaftsministerium ist vom Erfolg überzeugt


Auch Wirtschaftsminister Albrecht Gerber ist vom Erfolg der Begleitagentur überzeugt. "Immer mehr Brandenburger Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften. Es gibt schon viele gute Beispiele, die zeigen, dass Firmen durch die Einstellung von Geflüchteten ihre Personalnot lindern konnten. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es oft schwierig, die Rahmenbedingungen dafür abzuklären. Für sie ist die betriebliche Begleitagentur die richtige Anlaufstelle, dort bekommen sie Unterstützung", sagte Gerber. Auch wenn es anfangs für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber einen höheren Betreuungsaufwand bedeute, Geflüchtete zu beschäftigen, lohne sich die Entscheidung langfristig. "Denn der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen hängt maßgeblich von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab", so Gerber weiter.

Der Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), Alexander Schirp, hält die betriebliche Begleitagentur in vielen Fällen für eine enorme Hilfe. Einen Geflüchteten zu beschäftigen könne ein komplexes Vorhaben sein, weil gerade kleinere Betriebe Probleme mit der damit verbundenen Bürokratie haben. Ein Hindernis für die Integration in Ausbildung und Beruf sei oft auch der unklare Aufenthaltsstatus. Deshalb sei schnellstmögliche Klarheit über die Bleibeperspektiven der Geflüchteten dringend notwendig, betonte Schirp. Er forderte Gesetzgeber und Behörden auf, dafür zu sorgen, dass talentierte Jugendliche und gut ausgebildete Fachkräfte auf Dauer in Deutschland bleiben können.

bea-Projektleiterin Wiebke Reyels zog indes eine positive Halbzeitbilanz des Modellprojektes. Die bea-Brandenburg übernehme eine wichtige Brückenfunktion und stelle gezielt den Kontakt zwischen den verschiedenen Akteuren vor Ort her. "Wir kooperieren mit über 200 Partnern vor Ort. So arbeiten wir eng mit Arbeitgeberservice der Arbeitsagenturen und Jobcentern, den Kammern, mit dem IQ Netzwerk Brandenburg, mit Beratungs- und Bildungsträgern sowie mit Flüchtlingsunterkünften und ehrenamtlichen Initiativen zusammen. Besonders in der Phase der Einstellung und Einarbeitung können wir den Betrieben bei Problemen schnell und unkompliziert helfen. Das entlastet besonders kleine und mittlere Betriebe. So können wir dazu beitragen, die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten zu verbessern", ist sich Reyels sicher.


Konkrete Hilfe bei der Integration in Betriebe


Das Projekt bea-Brandenburg berät Betriebe in Brandenburg zur Integration von Geflüchteten und entwickelt betriebsspezifische Lösungen für die dabei auftretenden Aufgaben und Herausforderungen. Arbeitgeber erhalten Informationen zur Beschäftigung und Qualifizierung von geflüchteten Menschen, Beratung zu passenden Förder- und Unterstützungsangeboten sowie Begleitung bei der Einstellung und Einarbeitung von Geflüchteten. Das Angebot ist für Unternehmen kostenfrei.

Die neue Webpräsenz ist speziell auf Unternehmen zugeschnitten. Es gibt hilfreiche Informationen zu verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten und Praktika für Geflüchtete sowie Auflistungen von Fördermöglichkeiten. Des Weiteren lassen sich in der interaktiven Karte die lokalen Unterstützungsangebote und in der Integration von Geflüchteten wirkenden Institutionen erschließen. Die sechs produzierten Filme beleuchten Erfolgsgeschichten von Geflüchteten in Brandenburger Betrieben. Darin steht die Öffnung der Unternehmen für Arbeitskräfte mit Fluchterfahrung ebenso im Fokus, wie die Attraktivität verschiedener Brandenburger Regionen und es wird ein Einblick in die Branchenvielfalt Brandenburgs sowie die Herausforderungen und Chancen der betrieblichen Integration von Geflüchteten geboten.  red / sg


Die neue Webpräsenz für Unternehmen ist unter www.bea-brandenburg.de zu erreichen.