Arbeitsmarktzahlen vorgestellt

Arbeitsmarktzahlen vorgestellt

Eine Anlaufstelle für Bezieher von Arbeitslosengeld I sowie Jugendliche, die auf Ausbildungsplatz-suche sind, ist die Außenstelle der Bundesarbeitsagentur Eberswalde am Standort Schwedt. Foto: asc

Leicht positiver Trend hält in der Region weitestgehend an

Eberswalde/Prenzlau. Die Bundesagentur für Arbeit sowie die Jobcenter von Barnim und Uckermark haben am Mittwochvormittag ihre Zahlen für den Monat Februar in einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentiert.

Während es im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Uckermark kaum nennenswerte Änderungen gibt - es ist im Vergleich zum Januar lediglich ein Rückgang von 136 gemeldeten Personen auf 6.122 Arbeitssuchende im SGB II-Bereich zu vermelden - spricht die Leiterin der Bundesagentur für Arbeit im Agenturbezirk Eberswalde von einem durchaus positiveren Trend.

"Insgesamt gab es 157 Arbeitslose weniger als im Januar und 2.006 Arbeitslose weniger als noch vor einem Jahr. Die Quote liegt derweil bei 9,9 Prozent", so Petra Röhlinger-Hissnauer. Stellen­zugänge werden in den kommenden Wochen und Monaten insbesondere in den Bereichen Bau, Landwirtschaft und in der Gastro­nomie erwartet.

Für den Landkreis Uckermark ergab sich im Februar eine Arbeitslosenquote von 14,1 Prozent. 30 Prozent aller Arbeitslosen fallen in der Uckermark in die Betreuung der Bundesagentur, 70 Prozent in die des Jobcenters, welches als Optionsmodell eigenständig arbeitet. Leicht gestiegen ist dort die Zahl der Hilfebedürftigen im Jahresvergleich um 259 auf 12.796 Personen. Darauf entfallen jedoch auch eine gewisse Anzahl an Asylsuchenden, was nicht unerwähnt bleiben soll.

50+ und älter

Die Überalterung im Landkreis wirkt sich ebenfalls deutlich auf die Zahlen aus. So sind 42,3 Prozent aller Erwerbslosen 50 Jahre und älter. Arbeitsagentur und auch das Jobcenter haben es sich dennoch als oberstes Ziel gesetzt, insbesondere junge Menschen in der Region zu halten, sie künftig noch intensiver und zielgerichteter zu betreuen.

So können beispielsweise am 9. März bei einer Telefonaktion unter dem Motto "UM-Leitung" Eltern und Jugendliche in der Zeit von 16 bis 18 Uhr ihre Fragen rund ums Thema "Ausbildung in der Uckermark" an Experten stellen. Das Angebot ist dann unter Telefon 03332 / 536106 erreichbar. Man kann sich Bewerbungstipps holen, nach Fördermöglichkeiten erkundigen und direkt einen Beratungstermin beim jeweiligen Spezialisten vereinbaren.

Jobsuche im www

Für gewissen Unmut bei der Leitung der Agentur für Arbeit sorgt derweil eine kürzlich genannte Zahl der nicht bei der Agentur gemeldeten offenen Stellen von 70 Prozent. Sie wurde von der Geschäftsführung des Investorcenter Uckermark (ICU GmbH) auf eine Presseveranstaltung zur Einführung der Suchmaschine "Regionaler Stellenmarkt Uckermark" genannt. Auf BlickPunkt-Nachfrage reagiert Petra Röhlinger-Hissnauer energisch: "Es sind definitiv keine 70 Prozent, die uns nicht bekannt sind." Solch eine Zahl müsse erst einmal fundiert belegt werden, bevor sie zur öffentlichen Debatte gestellt würde. Der Leiter des Jobcenters Uckermark Michael Steffen konnte diese Zahl ebenfalls nicht konkret belegen, er hofft vielmehr, dass die neue Suchfunktion im Internet einen Mehrwert bietet. Eine Konkurrenz zum Stellenmarkt der Arbeitsagentur solle sie keinesfalls werden.

Auch die Willkommens-Agentur Uckermark von "Zuhause in Brandenburg e.V." hält auf ihrer Webseite eine Stellenbörse bereit. Inwiefern sich diese mit öffentlichen Mitteln geförderten Angebote überschneiden, sollte nun geklärt werden. Michael Steffen will Willkommens-Agentur und InvestorCenter dazu an einen Tisch holen und ist bestrebt, die Angebote sinnvoll miteinander zu verknüpfen - so sich alle Beteiligten auf einen gemeinsamen Nenner einigen können. asc

Kommentare

  1. User
    Klaus Uckermark, Do, 02.03.2017 13:20

    Ich finde es schon beschämend das mit öffentlichen Geldern Parallelstrukturen installiert werden. Kein Arbeitgeber ist davon befreit bzw. gehindert der Bundesagentur für Arbeit seine freien Stellen mitzuteilen. Sollte das der Fall sein haben Bundesagentur und Jobcenter entsprechende gesetzliche Aufträge dem entgegenzutreten. Und wenn dann noch die öffentliche Verwaltung anfängt eine 2und3. Jobbörse zu installieren und das auch noch mit Eingliederungsmittel der Jobcenter finanziert wird, schlägt das dem Fass den Boden aus. Das umgehen wie es hier praktiziert wird führt zu Diskriminierung behinderter und arbeitsloser. (§ 81 Abs. 1 SGB IX) und wenn Herr Steffen noch nicht weiß ob dieses dann ein Mehrwert bringt, so ist es noch uunglaublicher dafür öffentliche Mittel zur Verfügung zu stellen, mit der Hoffnung verbunden, es wäre schon gut gehen. Ich würde eher von Verschwendung sprechen öffentlicher Eingliederungsmittel sprechen.

  2. User
    Ina M. Vierraden, Do, 02.03.2017 14:57

    @ Klaus Oh wie Rechtt Sie da haben. Im Artikel (übrigens gut geschrieben) ist je erwähnt das die Willkommensagentur auch noch eine weitere paralles betriebene Jobbörse unter www.leben-in-um.de hat. Die haben sogar in einem Promofilm mal geworben man könne Bewerbungen als Zuzügler dorthin einrichen. Natürlich alles auch mit Mitteln vom land und Landkreis gefördert. Unverschämt was für Mittel verballert werden und für Busse und Daseinsvorsorge hat man nix übrig. Was sagen Mike, Heiko & Co von Linke Und SPD dazu?

  3. User
    Klaus Uckermark, So, 05.03.2017 15:16

    das ist noch viel schlimmer, die Eingliederungsmittel die dem Jobcenter zur Integration von Menschen durch den Bund zur Verfügung gestellt werden, werden hier zur Deckung der Kosten in der ICU GmbH eingesetzt, die eigentlich aus dem Landkreis Uckermark sowie der Stadt Schwedt und der Stadt Prenzlau als Gesellschafter dieser GmbH zur Wirtschaftsförderung in dieses Unternehmen einzubringen sind, somit zweckentfremdet umgeschichtet. Bundesmittel durch Umschichtung getarnt durch Förderbedingungen in kommunale Mittel ist das Resultat. Und was die berühmten Parteien sagen? kannst du dir sicherlich alleine ausmalen, sie sind doch kräftig in den einzelnen Gremien in den Stadtparlamenten und dem Landkreisdaran beteiligt. Nur die Tragweite ihres Abstimmungsverhalten wird ihnen selten von der Verwaltung offenkundig erkennbar offeriert. In wird das in schönen kleinen Einzelstücken zur Abstimmung häppchenweise untergejubelt. Hinterzimmer Kungelei nenne ich das mal.