
Leerstand kostet 2.000.000.000 Euro
Wohnungsvermieter kritisieren Bundesregierung
12.08.2012
Potsdam. Die leer stehenden Wohnungen kommen Brandenburgs Wohnungsunternehmen teuer zu stehen. Das zeigt eine Zehn-Jahres-Auswertung des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Demnach verursachte der Leestand den 215 brandenburgischen BBU-Mitgliedsunternehmen zwischen 2001 und 2011 Mietausfälle in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro.
Hinzu kämen noch Kosten in dreistelliger Millionenhöhe, die die leer stehenden Wohnungen selbst verursachten. Verursacht würden diese Kosten durch die Bedienung von Altschulden, die Zahlung von Betriebskosten oder die bauliche Sicherung der leer stehenden Wohnungen.
Für jede der bei den Mitgliedsunternehmen Ende 2011 leer stehenden rund 31.000 Wohnungen rechnet der BBU zusätzlich zu den Mietausfällen mit Zusatzkosten von durchschnittlich rund 1.800 Euro pro Jahr. Insgesamt seien den BBU-Mitgliedsunternehmen hierdurch zwischen 2001 und 2011 zusätzliche Kosten in Höhe von rund 900 Millionen Euro entstanden.
BBU-Vorstand Maren Kern erklärt dazu: „Der Leerstand hat unsere Mitgliedsunternehmen in den letzten zehn Jahren also rund 2,1 Milliarden Euro gekostet. Das ist eine gewaltige wirtschaftliche Belastung. Die jährlichen Einnahmeausfälle und Leerstandskosten summieren sich demnach auf fast ein Fünftel der Jahresumsätze.“
Dass sie trotz dieser Belastung 2011 über 422 Millionen Euro investierten, unterstreiche deshalb auch in besonderem Maße ihre große Verbundenheit mit den Städten und Menschen in der Region und im Land.
Angebliche Altschulden knebeln die Vermieter
Zehn Jahre lang war der Stadtumbau Ost im Land Brandenburg eine Erfolgsgeschichte: Die Leerstandsquote in vielen brandenburgischen Städten sanken. Die drastischen Förderkürzungen der Bundesregierung der letzten Jahre und große Planungsunsicherheiten bei der Altschuldenhilfe hinterlassen aber immer tiefere Spuren in dieser Erfolgsbilanz. 2011 kam der Leerstandsabbau erstmals seit dem Start des Stadtumbaus 2002 zum Stillstand. Die Leerstandsquote im weiteren Metropolenraum des Landes Brandenburg stagnierte 2011 bei 10,7 Prozent.
Sollte sich an der Haltung der Bundesregierung nichts ändern, rechnet der BBU angesichts der bevorstehenden zweiten Leerstandswelle in vielen Städten des weiteren Metropolenraums bis 2020 mit einem deutlichen Wiederanstieg der Leerstandsquote. Bis dahin sollen die Bevölkerungszahlen nach Berechnungen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg im Vergleich zu 2010 um weitere rund zehn Prozent bzw. rund 140.000 Einwohner abnehmen.
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