Frankfurt wehrt sich gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit

Frankfurt wehrt sich gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit

Philipp Hennig: Mit Luftschwert gegen Dummheit und schlechte Laune in Frankfurt (Oder). Foto: Klemt

Demonstrationen auf dem Marktplatz für und gegen Willkommenskultur

Rechtsextremisten als Redner bei den Asylverängstigten. Foto: Klemt

Frankfurt (Oder).
„Frankfurt hat tatsächlich Grund, sich zu wehren“, sagte Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke am vergangenen Sonnabend vor rund 300 Demonstranten am Rathaus. „Frankfurt wehrt sich gegen Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und die Verbreitung von Pogromstimmung.“

Aufgerufen zu der Demonstrantion unter dem Motto: Refugees Welcome - Für ein liebenswertes, menschenwürdiges und weltoffenes Frankfurt (Oder) hatten der Oberbürgermeister und der Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Neumann, unterstützt vom Bündnis Kein Ort für Nazis, dem Friedensnetz  Frankfurt, der Europa-Universität Viadrina und anderen Vereinen und Initiativen.  Zu den Rednern gehörten unter anderem die Vizepräsidentin der Europa-Universität Viadrina, Janine Nuyken, Reinhard Schülzke vom Friedensnetz Frankfurt, Jan Augustyniak (Bündnis Kein Ort für Nazis) sowie Philipp Hennig (Die Partei).  

„In Zeiten von brennenden Asylunterkünften, Angriffen und Morddrohungen muss die demokratische Zivilgesellschaft für ihre Werte einstehen und diese auf die Straße tragen“, forderte Augustyniak. „Flüchtlinge willkommen heißen bedeutet solidarisch sein, sich mit den gesellschaftlichen Prozessen und Ursachen auseinanderzusetzen, die zu diesen Problemen führen“, mahnte Reinhard Schülzke. Starken Beifall erntete Philipp Hennig, der mit Luftschwert und reichlich Spott für die Asylverängstigten darauf bestand, sich die gute Laune nicht verderben zu lassen, die aus der Gemeinsamkeit erwächst - auch im Handeln für die eigene Stadt.

Eine Percussiongruppe der Flüchtlinge und die Liedermacherin Claudia Woloszyn traten ebenfalls auf.

Zeitversetzt fand neben dieser Demonstration, von der Polizei abgeschirmt, eine zweite Veranstaltung statt, die sich gegen „Asylantenheime und Asylwahn“ wandte. 130 Asylverängstigte aus Frankfurt, Beeskow und Slubice nahmen daran teil.

Zu den Rednern gehörte unter anderem ein Vertreter von „Der III. Weg“, einer Gruppierung, die sich selbst als „national, revolutionär, sozialistisch“ bezeichnet.

Der Verfassungsschutz warnt vor der Gruppierung. „Wir sehen schon, dass diese Agitation, dieses Billigen von Gewalttaten, das unterschwellige Loben von Gewalttaten, dazu beiträgt, weitere Gewalttaten anzufeuern“, erklärte Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen. Der III. Weg vertrete einen strikten nationalsozialistischen Rechtsextremismus, heißt es dazu beim Verfassungsschutz des Landes Brandenburg.

Beide Veranstaltungen verliefen ohne Zwischenfälle. Die Polizei erteilte drei Platzverweise, nahm zwei Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und eine Anzeige wegen Beleidigung auf.   Klemt

Kommentare

  1. User
    Frauke Berlin, So, 21.02.2016 17:25

    Ich glaube der Herr mit Schwert heißt Philipp Hennig (= Zumindest hat er mir das so gesagt.