Chorsänger mit Martin Adler-Gedenkmedaille geehr

Reinhard Schulz (Mitte), der seit 70 Jahren in Chören singt, wurde am Sonntag in Fürstenwalde von Manfred Zalenga, Landrat des Landkreises Oder-Spree und Jörg Gampe, Präsident des Brandenburgischen Chorverbandes, mit der Martin Adler-Gedenkmedaille ausgezeichnet. Foto: Behnke

Fürstenwalde.

In Fürstenwalde hat der Landkreis Oder-Spree am Sonntagabend die von ihm gestiftete Martin Adler-Gedenkmedaille vergeben. Die Auszeichnung, mit der beispielhafte Initiativen bei der Entwicklung des Chorgesangs gewürdigt werden, ging an Reinhard Schulz, der seit 70 Jahren dem Chorgesang verbunden ist und als Bass im Kammerchor Fürstenwalde singt. Gemeinsam mit Landrat Manfred Zalenga übergab Jörg Gampe, Präsident des Brandenbur-gischen Chorverbandes, die Auszeichnung. Schon im Oktober hatte anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Gemischten Chores Markgrafpieske dessen langjähriger künstlerischer Leiter, Stefan Georg Winkler, die Medaille erhalten.

Mit Reinhard Schulz wurde ein Mann geehrt, der bereits seit seinem 11. Lebensjahr aktiver Sänger ist. Als ihn sein Berufsweg nach Fürstenwalde in das Reifenwerk führte, wurde er 1969 Mitglied des Fürstenwalder Doppelquartetts. 1982 war er aktiver Mitbegründer des aus dem Doppelquartett hervorgegangenen Kammerchores Fürstenwalde. In der Laudatio wurde seine zuverlässige und beispielgebende Arbeit in der Chorleitung gewürdigt. Mit „großer Sachkenntnis und fachbezogenen Initiativen“ hat er die Entwicklung des Chores erfolgreich gefördert.

Stefan Georg Winkler hat 48 Jahre lang als künstlerischer Leiter den 1965 gegründeten Gemischten Chor Markgrafpieske geprägt. Musik und Kultur auf dem Lande zu pflegen, ist ihm besonders wichtig. In Hunderten von Konzerten und Aufführungen hat Stefan Georg Winkler den Gemischten Chor Markgrafpieske mit umfangreichem und anspruchsvollem Repertoire zu vielen Erfolgen geführt. Gute Grundlage seiner Arbeit als Chorleiter war ein in den 1950er Jahren an der Hochschule für Musik in Bukarest absolviertes Kompositions-studium. Der nunmehr 84-Jährige war auch als Pianist, Korrepetitor, Musikredakteur, Klavier- und Musiktheorielehrer tätig und ist weiter als Sänger und Vertreter des Chorleiters aktiv.

Die Martin Adler-Gedenkmedaille wurde erstmals im Jahr 2006 vergeben. Die Auszeichnung verdankt ihren Namen dem engagierten Chorleiter Martin Adler. Er hat sich in schwierigen Zeiten besondere Verdienste erworben, als er 1946 im damaligen Land Brandenburg an der Berufsschule Fürstenwalde einen der ersten Jugendchöre nach dem 2. Weltkrieg gründete. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Jugendchor „Geschwister Scholl“ zu einem sehr erfolgreichen Ensemble. Viele Chöre der Region haben vom reichhaltigen Erfahrungsschatz des 1996 verstorbenen Chorleiters profitiert.

Vor der Preisverleihung erlebten die Gäste im Fürstenwalder Tränkeweg die vierte Auflage der Veranstaltungsreihe „Geschichte – Gedichte – Gesang“, mit der der Kammerchor Fürstenwalde jährlich Stadtgeschichte auf besondere Weise präsentiert. Der ungewöhnliche Veranstaltungsort, eine moderne Lagerhalle, korrespondierte mit dem Konzertthema „Der Industriestandort Fürstenwalde – 1835 bis in da 20. Jahrhundert“. Zwei Stunden lang erlebten die Besucher einen episodenreichen Ausflug in die Vergangenheit gemixt mit anspruchsvollem Chorgesang des Kammerchores Fürstenwalde unter der Leitung von Rudolf Tiersch.