„Eine märkische Legende“

„Krullhaar oder Clauerts Testament“

Hans Clauert (alias Uwe Schulze), Peter J.-Fabig, Anika Wien (v.l.) und ganz vorn li. Ina Schulze, stellv. Bürgermeisterin in Trebbin.Foto: SGp

Trebbin. Ob es ihn wirklich gab, den „Märkischen Eulenspiegel“ Hans Clauert? Gelebt haben soll er von 1506 bis zum Jahre 1566, als ihn die Pest hinwegraffte. Schlosser und Viehhändler sei er gewesen und manch  Schabernack gegen die Reichen wird ihm nachgesagt.
Die Trebbiner Bürgerschaft jedenfalls ist fest davon überzeugt, zumal ihr die Figur aus Bronze am Marktplatz und aus Holz am Clauerthaus dazu auch noch heute leibhaftig begegnet. Jüngst sah man den Schelm im Klein Schulzendorfer Wirtshaus „Zum Märkischen Eck“. Dorthin bestellt hatte ihn keine Geringere als Stadtbibliothekarin Annika Wien, damit er einem Vortrage des Bücherschreibers Peter J. Fabich lausche, denn dieser wisse genau, wie es um ihn bestellt ist, hat er doch mittlerweile so viele Weisheiten über Clauert zusammengetragen, dass er damit sechs Bücher füllen konnte.

Fabich, in der Region auch vom Theater Rollwenzelei in Glau bekannt, lebt als freier Schriftsteller, Maler und Schauspieler in Berlin. 40 Jahre unterrichtete er an einer Kreuzberger Schule, aber immer gehörte seine Liebe der Literatur, für die er auch mit Preisen geehrt wurde. Seiner Meinung nach gab es nicht viel Bekanntes über Hans Clauert, deshalb forschte er nach und schrieb Bücher über die historische Figur. Das siebte „Krullhaar oder Clauerts Testament“ stellte er kürzlich im Kaminzimmer des Landgasthofes vor. Viele Lesefreunde folgten seinen, mit gekonnter Dramatik vorgetragenen Worten in teilweise derber Flämingischer Mundart und erfuhren dabei manch neue Episode aus dem Leben des Trebbiners. Phantasievolles, Unglaubliches, Deftiges, Amüsantes, Wahrhaftiges, aber auch Überliefertes, machen diese Clauertgeschichten in der Weihnachtszeit zur Geschenkempfehlung. Ein Besuch in der Stadtbibliothek oder im Trebbiner Buchladen lohnt sich bestimmt. SGp