Fahrräder für Flüchtlinge

Fahrräder für Flüchtlinge

Abdul aus Eritrea ist kein Fahrradspezialist. Hier lernt er, wie man Bremsen repariert. Fotos (2): sg

Landkreis möbelt Fahrräder in sozialem Projekt auf und stellt sie Neuankömmlingen zur Verfügung

Auch John aus Kamerun freut sich über die Arbeit in der Werkstatt.

Kleinmachnow. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark will Flüchtlinge besser unterstützen. Dazu gehören sichere und kostengünstige Transportmittel. Um die nachhaltige Mobilität in die Flüchtlingsunterkünfte der Region zu bringen, hat der Kreis gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und der Union Sozialer Einrichtungen gGmbH (USE) in Kleinmachnow ein Konzept entwickelt, das den Neuankömmlingen nicht nur zu mehr Freiheit verhilft, sondern ihnen auch die Möglichkeit zur Mitarbeit eröffnet.

Seit 2007 bietet die Fahrradwerkstadt der USE Langzeitarbeitslosen einen neuen Start ins Berufsleben. Doch mittlerweile haben die Arbeitslosenzahlen abgenommen, so Projektleiter Neels Wirringa. Deshalb können hier jetzt auch Asylsuchende jeweils für zehn Stunden in der Woche mitarbeiten. Alle gespendeten Räder werden seit dem 20. Juli nicht mehr direkt an Übergangswohnheime abgegeben, sondern gehen in den Besitz des Landkreises über, der in der Kleinmachnower Fahrradwerkstatt dafür sorgt, dass sie verkehrstauglich und sicher bleiben. Von dort können die Bewohner der Übergangsheime sich jeweils ihr persönliches Leih-Fahrrad abholen. Über alles wird genau Buch geführt, damit die Räder nicht verschwinden, wenn die Bewohner in Wohnungen umziehen.

Zuvor bekommt jedes Rad eine zum Wohnheim gehörige Codierung, die nicht einfach wieder entfernt werden kann. Sie ist auch die Garantie, dass das Fahrrad in der Werkstatt kostenlos repariert wird. Als gemeinnützige Institution darf die Werkstatt nur für andere soziale Einrichtungen tätig werden, kann also keine Räder von Kleinmachnower Nachbarn reparieren. Wer aber ein altes, nicht mehr benutztes Fahrrad zu Hause hat, kann es ab sofort in die Räume Am Fuchsbau 47 bringen. Die Räder können so noch gute Dienste leisten und den Neuankömmlingen den Einstieg in ein neues Leben etwas erleichtern. Dringend gebraucht und selten gespendet werden Herrenräder, betont Wirringa.

In den Räumen der USE würde der Sozialwissenschaftler gern auch Deutschkurse für Flüchtlinge anbieten. Dafür fehlen ihm zurzeit aber noch die Mittel. Wichtig sei vor allem, dass die Neuankömmlinge hier auch Kontakt zur Bevölkerung bekommen und nicht immer isoliert in ihrer Übergangseinrichtung bleiben, sagt der Ostfriese mit dem fremd klingenden Namen.  sg

Kommentare

  1. User
    Rosenbusch peter.rosenbusch@t-online.de, Do, 03.09.2015 18:40

    1 Geschäftsrad, 1 normales Herrenrad, 1 Damen und 1 Herrenrad mit Gangschaltung wäre meine Spende, nur anliefern kann ich nicht.