Entlang der "Stopersteine" durch Fürstenwalde

Entlang der "Stopersteine" durch Fürstenwalde

Geschichtsprojekt von deutschen und polnischen Jugendlichen

Die Informationen von den Stolpersteinen wurden gesammelt, decodiert und ergaben die Zielkoordinaten. Fotos: Sybille Gurack

Fürstenwalde.

Zehn 14- bis 16-Jährige aus dem polnischen Slonsk leisteten gemeinsam mit zehn Gleichaltrigen aus dem Katholischen Schulzentrum Bernhardinum Fürstenwalde dieser Tage intensive Archiv- und Recherchearbeit zum Thema Erinnerungskultur.


Gutes Zusammenspiel der Stiftung Brandenburg mit dem Bernhardinum und nicht zuletzt den KULTURERBEN GbR Berlin hat den Jugendlichen schon einige Male mehrtägige Workshops ermöglicht. Dabei wurde u.a. Friedhof und Gedenkstätte des ehemaligen KZ Sonnenburg (nahe Küstrin in Slonsk) urbar gemacht.

 
Dieses Mal galt es, eine Geocaching-Aktion zu bestehen. Das bedeutet, die Jugendlichen wurden nach Einweisung vom Museumsdirektor Guido Strohfeldt mit besonderen Navigationsgeräten ausgestattet. Anhand vorliegender Koordinaten machten sich die in Gruppen aufgeteilten jungen Leute auf die Suche nach Stolpersteinen im Stadtgebiet von Fürstenwalde.


Stolpersteine sind in Gehwegen eingelassene Gedenksteine,  die u.a. an jüdische und politische Verfolgte erinnern. Die Jugendlichen informierten sich über die tragischen Schicksale, die durch die Steine nicht vergessen werden sollen.
Eine Stadtführung, Zeitzeugengespräche, Vorträge u.a. im Haus Brandenburg, Kunstworkshops und sportliche Aktivitäten rundeten den Workshop ab.


„Durch den praktischen Zugang und der deutsch-polnischen Teamarbeit soll die Neugier nicht nur an historischen Ereignissen, sondern auch an den jeweiligen Nachbarn geweckt werden“, so Kamila Palubicka von den KULTURERBEN GbR. Der intensive Kontakt habe auf jeden Fall zum Abbau von Ressentiments geführt und fördere die Toleranz. Frau Palubicka dankt an dieser Stelle Finanziers wie dem Toleranten Brandenburg, der Hardenberg-Stiftung als auch dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk. Sie machten den interkulturellen Austausch möglich. S. Gurack

Unser Foto: Museumsleiter Guido Strohfeld mit Jugendlichen auf Stolperstein-Spurensuche.