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Von der feuchten Kulturtechnik

Kategorie:  Forschung
Von: Helen Arnold am 06. Juli 201118:38 Uhr
Küssen oder nicht küssen? Das ist hier die Frage: Natalie Portman und Ashton Kutcher im Film "Freundschaft Plus" kurz vor dem KUSS. Foto: Paramount Pictures

Heute ist WeltkussTag. Das war das Erste was ich heute morgen im Radio gehört hab. Aber irgendwie konnte ich nur wenig küssenden Leute entdecken. Morgens in der Bahn scheint diese Art der Zuneigung nicht sehr beliebt zu sein.

Dabei ist küssen die zärtlichste Geste, die zwei Menschen miteinander teilen können. Ein Kuss ist nicht nur ein Kuss. Er drückt Zuneigung, Lust und auch Freundschaft aus. Ein Kuss prüft wohl auch instinktiv, ob zwei Menschen füreinander geschaffen sind.

Und genau dafür gibt es auch die sogenannte Kussforschung. Ja genau, Kussforschung. Die "Knutsch-Forscher" behaupten sogar, dass ein Kuss mehr verrät als wir denken. "Feuchte Kulturtechnik" wurde das Küssen in der Wochenzeitung "Zeit" genannt. Darüber musste ich herzlich lachen und fragte mich dann aber, warum wir eigentlich so schrecklich gerne küssen. Und warum ein Kuss so fürchterlich schlecht sein kann und ob man küssen darf wen man will? Fragen über Fragen, die ich hier nicht beantworten kann und will. Nur so viel, wenn ich knutschende Paare sehe, kann ich immer schlecht weg gucken. Und dann denke ich: Hm... Wie lange kennen die sich schon, sind sie ein Liebespaar oder nur Freunde, haben sie sich vielleicht letzte Nacht kennengelernt?

Bei all diesen Gedanken muss ich an den Film "Das Rote Zimmer" denken, wo es genau darum geht. Um die Erforschung des Küssens und welche Auswirkungen so ein Kuss bei Männlein und Weiblein hat.

Laut Forschern der American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Chicago laufen im Körper während eines Kusses hauptsächlich biochemische Prozesse ab. Philematologen nennen sich diese Art von Forschern und wissen zu berichten, das der Speichel etwas über den Charakter eines Menschen aussagt.

Und Achtung jetzt wird's richtig spannend: Es gibt aufbrausende, risikofreudige Küsser, ausgeglichene und traditionell denkende Knutscher und sachliche, mit dem Hang für's Praktische. Nicht zu vergessen die treusorgenden und emotionalen (wie hieß es oben..) feuchten Kulturtechniker.


Was aber nicht recht geklärt wird ist, wer sich jetzt mit wem gerne vermengt. Das kommt dann wieder darauf an, ob gerade frisch verliebt, lange verheiratet, welche Religion und Kultur, Körperkontakt, Umwelteinflüsse... und so weiter und so fort....


Es gilt also nach wie vor, auch beim Küssen, gleich und gleich gesellt sich gern, oder doch Gegensätze ziehen sich an? Küsse also jeder wie er will, vor allem heute am Weltkusstag. Ich fahr jetzt nach Hause, mal sehen, ob sich die Situation in der Bahn jetzt geändert hat...

Helen Arnold (arnold@blickpunkt-brandenburg.de)
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Tags: kuss, weltkusstag, film, kussforschung, rot, zimmer
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