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Adonisröschen bei Lebus und Mallnow künden vom Frühling

Kategorie:  Mit dem Auto/Mit dem Fahrrad/Tipps für Touren
Von: Christoph Gärtner am 04. April 201215:17 Uhr
Das Objekt der Begierde: das Adonisröschen.
Die Oderhänge mit den Adonisröschen.
Am 15. April 2012 gibt es die 11. Neuauflage des Adonisröschenfestes.
Volksfeststimmung beim Adonisröschenfest. Fotos: Gärtner

Dass das Pflänzlein ihrer Begierde lateinisch Adonis vernalis heißt und ein Hahnenfußgewächs ist, wird nur die wenigsten Besucher interessieren, die jetzt wieder an die Oderhänge nach Mallnow und Lebus pilgern. Die Legende aus der griechischen Mythologie ist da schon eher bekannt. Danach sollen Adonisröschen aus den Tränen der Aphrodite entsprossen sein, als sie den Tod des Adonis beweinte.

Theoretisch können die Frühlings-Adonisröschen erst danach nach  Mitteleuropa eingewandert sein. Tatsächlich kamen sie schon mit der letzten Eiszeit.Seit über 100 Jahren gehört hier an der Oder zur  Frühlingszeit auch ein Ausflug an die Hänge von Mallnow oder Lebus. Mein Favorit sind dabei die Hänge in der Nähe der Landeslehrstätte für Natur und Umwelt  zwischen Frankfurt (Oder) und Lebus. Das Auto lasse ich dabei auf dem Waldparkplatz zurück und spaziere gemächlich in Richtung Oder bis zum Info-Punkt. Hier kann man sich „schlau“ machen, ehe man sich den  goldgelben Blüten an den Mergelhängen  zuwendet.

Meine Adonisröschenwanderung führt meist oberhalb des Hanges in Richtung Lebus (traumhafte Aussicht) und dann unten zurück zum Info-Punkt. Unten bekommt man mit Sicherheit die goldgelben Blüten der Adonisröschen zu Gesicht. Ich behaupte, dass man hier zu Ostern 2012 einen der schönsten Osterspaziergänge in Ostbrandenburg erleben kann.

Anderswo in Deutschland ist ein Osterspaziergang mit Adonisröschen sowie so nicht  möglich, denn die  Frühlings-Adonisröschen gibt es allenfalls noch im Mitteldeutschen Trockengebiet und vereinzelt  im Rhein-Main-Trockengebiet. Wer die kleinen gelben Stars nicht in purer Natur sondern mit Volksfestcharakter erleben möchte, kann seinen Besuch am Sonntag, dem 15. Mai planen. Dann nämlich laden die Stadt Lebus und die Landeslehrstätte für Natur und Umwelt  zum 11. Adonisblütenfestes.

Das Fest hat Tradition. Für viele Frankfurter ist es ein jährlicher Pflichttermin. Ihr Anreiseweg führt oft mit dem Fahrrad an der Oder entlang und ist schon an sich ein besonderes Frühlingserlebnis. Ich beobachte immer von oben an der Landeslehrstätte die ankommenden Besucher  mit etwas Neid. Da der Veranstaltungsort unmittelbar an der Grenze liegt, hat das Fest auch stets deutsch-polnische Beteiligung. In diesem Jahr sind eine Blaskapelle und das Folkloreensemble Drzewiczianie aus Kostrzyn zu Gast.

Den deutschen Part bestreiten Dagmar Gelbke und der singende Landwirt Paul Scherhag aus dem Oderbruch. Zu dem gibt es Marktreiben mit Handwerk live und auch jede Menge leckere Angebote für den Hunger und Durst.

Typisch für meinen Ausflugstipp ist immer mein Einkehrvorschlag: Da fällt mir bei Lebus sofort die Ausflugsgaststätte „Anglerheim“ mit seinen heimischen Fischgerichten  und in Mallnow die Gaststätte und Pension „Adonisröschen“ ein. Und ganz nebenbei: Die beschriebenen Örtlichkeiten sind nicht nur zur Adonisröschenblüte einen Ausflugstipp wert. Hier ist es immer schön. Christoph Gärtner

 

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