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Ratingagenturen bedienen sich beim Raten so genannter Anal-Ysten, meinte neulich ein Wirtschafts- und Marketing-Experte, der um Höflichkeit bemüht war. Man könnte auch sagen, Ratingagenturen sind nicht nur besonders edle Würfelbecher für Wertpapier-Zocker, sie sind vor allem Marketingwaffen im globalen Wirtschaftskampf, um nationale Interessen zu verteidigen. Wenn der eigenen Finanzwirtschaft das Wasser bis zur Unterlippe steht, muss es den anderen wenigstens bis zur Oberlippe reichen.
Aber das aus der psychologischen Kriegführung stammende Instrumentarium der Desinformation hat einen entschiedenen Nachteil: Es stumpft ab; sein Einsatz ist nicht unbegrenzt wiederholbar, ohne ...
Handel lebt von lieb gewordener Gewohnheit. Das Sortiment im Internet ist grenzenlos und steht rund um die Uhr zur Verfügung. Trotzdem ist die Kaufkraftabschöpfung vergleichsweise gering.
Handel lebt davon, Produkte mit den Sinnen wahrzunehmen, lebt von der Kommunikation zwischen Kunde und Händler, die auf eine individuelle Befriedigung des Käuferinteresses zielt. Handel lebt von der Verlässlichkeit seines Services.
Es geht nicht um Maximierung, sondern um Optimierung. Der Kunde will nicht erschlagen werden, aber auswählen. Er will nicht mit Informationen überrollt, sondern beraten werden, er will nicht alles sofort, aber in zumutbarer zeitlicher und räumlicher Nä ...
Manchmal genügen 57 Sekunden, um sich von jahrzehntelang liebevoll gepflegten Illusionen zu trennen. Etwa von jener, dass für Berufspolitiker die Politik wichtiger sei als Fußball. Angesichts des Häufleins der Übriggebliebenen-Demokratie tritt man damit auch jenen nicht zu nahe, die aus triftigeren Gründen die 57 Sekunden verpassten, in denen die Novelle zum Meldegesetz jüngst verabschiedet wurde.
Die nächste Illusion bestand unter Umständen darin, Politiker wüssten, was sie tun. In diesem Falle beschloss die Mehrheit einer marginalen Minderheit, dass sie zwar zu wenige sind, um beschlussfähig zu sein, aber proportioniert genug, um trotzdem zu beschließen, und zwar ein Gesetz, vo ...
Liebe Mutter, wir machen dieses Jahr wahrscheinlich erst im November Urlaub. Vielleicht ist das ja sogar besser. Zwischen der ersten und der zweiten Regenzeit stürmt es bei uns ja nur noch. In meiner Kindheit, glaube ich mich zu erinnern, war das noch nicht so, oder irre ich mich?
Egal, liebe Mutter. Ich wünsche mir, einfach nur mit meinem Mann unter einer Palme zu sitzen und im Abendrot auf den Müritzfjord zu schauen. Vielleicht sehen wir ja sogar Delphine.
Die Abstimmung mit den Füßen ist vorbei. Die mit dem Bauch noch lange nicht. Hatten wir einen Krieg? Hatten wir die Pest? Hatten wir deutsche Einheit? Klassenzimmer leeren sich. Bald auch Berufsschulen. Die aktuellen Geburtenzahlen geben kaum Anlass zur Euphorie. Ohne die Zuwanderer hätte die Zahl der Deutschen dieses Jahr abgenommen. Denn nun sinkt auch die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter.
Von der Methusalemfalle sprechen Politiker - die den Rentnern von morgen mit einem Federstrich zwei Jahreseinkommen gestohlen haben. Und auch bei den Jungen nicht zimperlich sind. Dabei geht es beim Kinderwunsch oft nicht in erster Linie um Euro und Cent. Lebensgefühl ist keine Einkommens ...
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