Am vergangenen Wochenende befeuerte CSU-Chef Horst Seehofer auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Potsdam die Integrations-Debatte. Er forderte „die hier lebenden Menschen“ auf, sich zur deutschen Leitkultur zu bekennen und christliche Werte zu achten. Es wurde auch Zeit, dass mal jemand nicht nur Türken und Araber anspricht - denen die christlich-abendländische Kultur bekanntlich ein Buch mit sieben Siegeln ist - sondern auch mal die Ossis in die Pflicht genommen werden. Denn im Gegensatz zu Muslimen, die Jesus von Nazareth zwar nicht als Sohn Gottes aber immerhin als bedeutenden Propheten verehren, vermuten die meisten Brandenburger hinter diesem Namen eher eine Rock-Band als den Heiland der Christenheit. Marx und Lenin sagen den Brandenburgern mehr als Petrus und Paulus. Am Reformationstag fahren sie nach Berlin zum Shopping und zu Weihnachten feiern sie den Geburtstag des Coca-Cola-Manns. Selbst von akzentfreiem Deutsch kann bei vielen Brandenburgern nicht die Rede sein. Darum, Herr Seehofer, Danke, dass Sie sich endlich um die Integration der Ostdeutschen in die christliche Leitkultur kümmern, statt mit dem Finger auf muslimische Einwanderer zu zeigen!
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