Malerische Kitsch-Sonnenuntergänge, das Rauschen des Meeres und immer gutgelaunte Menschen, die lässig mit unter den Arm geklemmten Surfbrettern am Strand entlang wandern - diese Assoziationen brauen sich im Kopf zusammen, wenn man dem aktuellen Tonträger "The Only Place" des amerikanischen Duos Best Coast lauscht. Der Album-Titel ist natürlich eine Anspielung auf die geliebte kalifornische Heimat von Bethany Cosentino und Bobb Bruno. Und mit ihrem lässigen Gitarren-Gute-Laune-Sound verneigt sich das Duo schließlich nicht nur vor dem sonnigen Westküsten-Zu-Hause, sondern auch vor der legendären Surfmusik der 60er Jahre.
In ihren Ursprüngen war diese Art von Musik eigentlich eine überwiegend instrumentale Variante des Rock'n'Roll. Inspiriert von Autos, Tanz und Wellenbrechern begannen Anfang der 1960er Jahre, in einer Zeit, in der der Wohlstand in Südkalifornien Einzug hielt, immer mehr Musiker Songs und Texte über die seichten Seiten des Lebens zu schreiben. Die populärsten Vertreter des "Surf Sounds" wurden schließlich die Beach Boys, die im Gegensatz zu vielen ihrer musikalischen Kollegen keine One-Hit-Wonder waren und die auch gleich zu Beginn ihrer Karriere auf mehrstimmige Gesangsharmonien setzten, was schließlich zu ihrem Markenzeichen werden sollte.
Und während die Beach Boys in diesem Jahr mit "That's Why God Made The Radio" neues Songmaterial vorlegen, schwimmen im Jahr 2012 Bands wie Best Coast oder die finnischen Rocker von French Films erneut auf der Surf-Musik-Welle.
Die seit 2009 zusammen arbeitenden Best Coast verbreiteten bereits 2010 mit ihrem Erstlingswerk "Crazy For You" sonnige Surfer-Stimmung und auch das Nachfolgewerk "The Only Place" kommt als locker-flockiger Indie-Surf-Pop daher. Inspiriert seien ihre Songs durch die Liebe und das Leben und allem anderen drumherum, so liest man es auf der offiziellen Website des Duos. Und so geht es thematisch natürlich vor allem um die Liebe. Die Liebe zu einem anderen Menschen, aber auch immer wieder um die Liebe zu ihrer kalifornischen Heimat: "We've got the ocean, got the babes / Got the sun, we've got the waves / This is the only place for me"- wer würde nicht auch genau dort leben wollen? Sommerlich leichte Meldodien wechseln sich mit der charismatischen und manchmal etwas melancholisch angehauchten Stimme von Sängerin Bethany Cosentino mit lockeren Mittwipp-Hymnen ab. Ein Album, das uns immer wieder an Sonne, Strand und Meer führt.
Auch wenn "The Only Place" bereits im Mai bei uns erschienen ist, so ist es dennoch ein heißer Tipp für diesen Sommer und natürlich auch alle nachfolgenden Jahreszeiten.
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