Jugend sagt Ja zu Schwedt

Schwedt-Labor lädt zum ersten öffentlichen Workshop ein

Anstatt Leerstand könnte dieser ehemalige Supermarkt sich zu einem kreativen Kommunikationszentrum wandeln. Das Schwedt Labor hilft dabei. Foto: Andreas Böttcher/Schwedt-Labor

Schwedt. Mit einem Workshop am 15. und 16. März löst das im vergangenen Jahr begonnene Schwedt-Labor ein erstes Versprechen ein. Das Schwedt-Labor ist eine Initiative, die der Stadt neue Impulse für die Erweiterung ihrer kulturellen Vielfalt geben will. Hintergrund ist die anhaltende Abwanderung junger Menschen.


Schwedt habe zwar eine starke Industriewirtschaft mit großem Arbeitsplatzangebot, trotzdem fehlen junge Einwohner. Ziel sei es deshalb, Schwedt interessanter, attraktiver und zu einem besonderen Ort auf der Landkarte zu machen. Das Team des Schwedt-Labors begleitet diesen Prozess. Gemeinsam mit Jugendlichenund interessierten Machern aus Schwedt werden neue Ideen, neue Projekte und Alleinstellungsmerkmale entwickelt.


"Gesucht werden die Macher, die Aktiven, die Wachen und Enthusiasten. Wir suchen die, die wollen, dass sich etwas ändert, die wollen, dass ihre Stadt lebenswerter und spannender wird. Die, die wollen, dass mehr Menschen bleiben und neue Menschen hierher kommen. Und wir suchen auch die, die sich heute vielleicht noch nicht trauen, selbst die Initiative zuergreifen und eigene Impulse zu setzen", erklären Dimitri Hegemann und Andreas Böttcher, zwei der vier "Laboranten".


Das Feld, auf dem Neues wachsen kann, sei weit: "Lebens- und Kommunikationsformen entwickeln sich ständig weiter, nicht nur im Internet,auch im Real Life." Ein erster Schritt auf diesem Weg sei der Workshop am 15. und 16. März. Das Team des Schwedt-Labors trifft aktive Schwedter Jugendliche und Erwachsene und kommt in einen Dialog über die Zukunft der Stadt - Motto: "Visionen für Schwedt".


"Die drei zentralen Fragen, die uns dabei leiten werden, lauten: Was gefällt Dir in Schwedt? Was stört Dich in Schwedt? Stell Dir vor, Du könntest etwas verändern, was würdest Du tun?", so Hegemann. Das große Ziel sei es, ein Haus ins Leben zu rufen, ein Kommunikationszentrum, das sich die Jugendlichen selbst einrichten werden. Wie dieses Kreativzentrum entstehen kann, wurde schon im Vorfeld mit einigen Schwedt-Aktivisten diskutiert.


Aus diesen Überlegungen entstand ein einzigartiges und völlig neues Organisations- und Strukturkonzept, das die Jugendlichen wirklich in den Mittelpunkt stellt und ihnen zutraut, eigene kreative Wege zu gehen. So könne beispielsweise einem alten Industriegebäude, einer Ruine, einem alten Supermarkt neues Leben eingehaucht werden. "Dadurch entsteht die Möglichkeit, aus jungen Raum-Entwicklern und Raum-Produzenten kreative Raum- Besitzer werden zu lassen", erklärt Andreas Böttcher, "das Schwedt-Labor ist ein Katalysator, ein Durchlauferhitzer und Experimentier-Labor zur Erzeugung von kultureller Dynamik."


Um aber nicht nur zu diskutieren und zu theoretisieren wird der Workshop verbunden mit der Planung eines Open-Air Musik Festivals, das im Sommer in Schwedt veranstaltet werden soll. Auch eine direkte Aufgabenverteilung für das weitere Vorgehen gehört dazu. "Das geplante Festival ist ein Schritt in Richtung der Mobilisierung noch verborgener Möglichkeiten. Es bündelt Kräfte, bringt Leute zusammen, bietet Raum und Möglichkeitenzum Ausprobieren, verspricht, Aufmerksamkeit für die Stadt zu erzeugen und macht so Schwedt besonders für junge Menschen aus der Region und auch von weiter her attraktiv und spannend." red/ml

TERMINE DES SCHWEDTLABORS


WORKSHOPS

15. März 2013 18.00 bis 22.00

16. März 2013 15.00 bis 22.00


ORT


Ein leerstehender Laden in der Vierradener Straße 31, 16303 Schwedt


TEAM


Die Kulturmanagerin Sally Below arbeitet mit ihrer Berliner Agentur sally below cultural affairs seit Jahren im Bereich Stadtentwicklung, u. a. mit Veranstaltungen, Ausstellungen,Kommunikationsarbeit und Partizipationsprojekten.


Der Gründer des legendären Berliner Clubs TRESOR, Dimitri Hegemann, ist Raumforscher, Kulturmanager und Direktor des KRAFTWERK BERLIN, einem neuen Raum für Kultur und Diskurs. Mit seiner Initiative HAPPY LOCALS will er langfristig an vielen Orten dezentrale Kulturarbeit in Gang bringen.


Annette Ochs ist Architektin, Designerin, Kulturmanagerin, Kochaktivistin und Mitgründerindes Uckermark-Festivals für Kunst, Musik und Literatur UM-Festival. Mit Dimitri Hegemann und Sally Below ist sie auch an der Entwicklung des KRAFTWERK BERLIN beteiligt.


Andreas Böttcher ist Theologe, Philosoph, Kurator, Galerist und Mitorganisator des "UMFestival" 2008, 2010 und 2012. Er lebt und arbeitet in Berlin und betreibt eine Farm in derUckermark. Er entwickelte mit Dimitri Hegemann die Ausstellung "The Big Society" in der Red Gallery in London mit Bildern aus der Sammlung der PCK.


WEITERE INFORMATIONEN


Facebook/Schwedt.Labor

sagjazuschwedt.net/