Ideenaustausch im Angermünder OTELO

Ideenaustausch im Angermünder OTELO

Offenes Technologielabor lud zu verschiedenen Workshops ein

Fabian Wulf von der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung erklärte anschaulich den spacig anmutenden 3-D-Drucker.

Angermünde. Im ersten OTELO in Deutschland, seit einem Jahr in Angermünde ansässig, wünscht sich Mitbegründerin Susanne Fink wenig Grenzen, wenn es um die Umsetzung der Ideen ganz normaler Menschen geht und betont die Vielseitigkeit des Technischen Labors, dessen Ursprung sich in Österreich findet. Generationen möchten sie und ihr Mitstreiter Sven Gumbrecht zusammenbringen, Menschen begeistern und Wissen vermitteln, indem Technik im weiteren Sinne gesehen wird. "Auch Stricken ist eine Technik", erklärt Susanne Fink und erzählt, dass auch Yoga und verschiedene Therapien angeboten werden.

Zu verschiedenen Kreativworkshops lud das Offene Technologielabor am Samstag letzter Woche in seine Räumlichkeiten im Projekthaus 100 x Neues Leben ein. Zu Gast waren unter anderem Waclaw Idziak und sein Team der Dorfentlickler vom Koszaliner Sozial- und Kulturverein, die auf spielerische Art und Weise Methoden zur Entfaltung von Talenten und zur Gemeinschaftsbildung vermitteln wollten. So boten sie unter anderem das Erlernen der Herstellung von Stoffblumen, Scherenschnitt und Kurzfilmanimation und "Dixit" ein Ratespiel, welches das bildhafte anschauliche Vorstellungsvermögen trainiert, an.

Im OTELO 3D-Druckerlabor wurden Anwendungsmöglichkeiten dieser Technik diskutiert, Fabian Wulf, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde erklärte anschaulich seine Funktionsweise.

Ebenfalls Teilnehmer des Workshops war Dr. Tobias Federwisch von der Agentur iq consult, die Neuunternehmer im ländlichen Raum bei ihren ersten Schritten Hilfestellung geben möchte, er bot ein Speed Coaching an und hatte ein offenes Ohr für neue Ideen. "Aus einer Idee wird ein Konzept und erst mit einem Konzept kann man Förderer finden" erklärt er die Notwendigkeit Ideen zu skizzieren und weiter zu entwickeln. "Im Rahmen des Projekts Neulandgewinner der Robert-Bosch-Stiftung möchten wir etwas bewegen, zusammen mit Menschen die den Mut für Neues haben." Die Ideen sind so unterschiedlich wie die jeweiligen Bedürfnisse in den Dörfern, so begleitet die Agentur in einem Ort die Neueröffnung eines Dorfladens, ein Seniorenwohnprojekt oder auch einen Info-Punkt.

Das Projekt "Dorfkümmerer", welches die Agentur ebenso auf den Weg brachte, lebt von starken Persönlichkeiten, die sich für ihr Dorf engagieren. Das im Juli vergangenen Jahres gestartete Projekt bildete Bewerber in einer zehntägigen Qualifizierungsphase aus, bevor sie aktiv werden und ihre Dörfer (wieder)beleben und auch andere Bewohner zu mehr Engagement motiveren konnten. bw
Dorfkümmerer Michael Knöfel und Manfred Korinth sowie Dr. Tobias Federwisch von iq consult aus Potsdam im Gespräch mit Heide Sommerfeld, deren Idee, mit Musiktherapie Freude in Krankenhauszimmer bringen, sich bereits in der Umsetzung befindet. Foto: bw